A. Westasien,
II. Die asiatische Türkei,
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rungsgebäude. Unter den älteren Gebäuden ist die Kathe-drale wegen ihres Alters, ihrer Grösse und ihrer Bauartmerkwürdig. Tiflis hat erwähnenswerthe Bäder, welche fürdie Einheimischen Sammelpunkte für allerlei Zerstreuungenund Lustbarkeiten sind.
Poti, Hafenstadt am Schwarzen Meere, mit schlechterRhede. — Batum (23.000 Einwohner), an schönem Hafen,seit 1878, wo es in russischen Besitz überging, stark be-festigt. Lebhafter Handel. — Baku (23.000 Einwohner),am Kaspisee, Petroleumgewinnung und wichtige Handels-stadt. Elottenstatio*n der russischen Kaspiflottille.
IV. In Russisch-Armenien, Eriwan (16.000 Einwohner),mit starker Citadelle. Unweit hiervon das uralte KlosterEtschmiadsin, seit 1441 Sitz der Patriarchen von Arme-nien.— Nachitschewan (9000 Einwohner), einst blühendund merkwürdig als derjenige Ort, wo nach armenischerTradition Noah nach seiner Rettung das Dankopfer dar-brachte. Weincultur. — Nucha (26.000 Einwohner) undSchuscha (25.000 Einwohner), im Gebiete von Karabagh,mit fast nur persischer Bewohnerschaft. — Kars (9000Einwohner), Festung im neu-armenischen (seit 1878) Ge-biete, mit lebhaftem Transithandel. Die Festung wurdedreimal von den Russen erobert, 1828, 1855 und 1877.
Batum.
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II. Die asiatische Türkei
(ausschliesslich der Provinzen in Arabien).
Lage und Grenzen. Von allen Ländern des asiatischen Con-tinents ist das Gebiet, welches derzeit den Besitzstand desottomanischen Reiches in Vorderasien umfasst, dasjenige,welches in geschichtlicher und culturgeschichtlicher Beziehungweit über alle anderen Länder Asiens hervorragt. Wir ver-legen hierher (nach Südmesopotamien) die Wiege des Menschen-geschlechts, seine allmähliche Entwickelung und Ausbreitung,seinen Auf- und Niedergang von den Zeiten urältester Ueber-lieferung bis zu den historischen Gestaltungen der alten Cultur-welt zwischen dem Persischen Golfe und dem Mittelmeere.Unter demselben Himmelsstriche, wo die Menschengeschichtenach der ehrwürdigen Tradition der Bibel ihren Ausgang ge-nommen, stand nachmals auch die Wiege unseres Glaubens,ging der Lichtschein auf, welcher als „Civilisation des Christen-thums” fortan die fortschreitende Gesittung in alle übrigenErdtheile begleitete.
Aber auch für die Culturgeschichte in ihrer räumlichen Entwickelung ist derBoden Yorderasiens ein hochbedeutsamer. Von der phÖnikischen Küste (Syrien) gingdie älteste Yölkerbewegung am Mittelmeerbecken aus, von Kleinasien jene Um-gestaltung der ethnischen und civilisatorischen Verhältnisse in Süd- und Südost-europa, aus welchem sich die Macht und Grösse der berühmtesten Culturvölker desAlterthums — Griechen und Römer — entfaltete. Die zahlreichen Inseln an derWestküste von Kleinasien bildeten seit Menschengedenken die Yerkehrsetappenzwischen Asien und Europa. Yom Berge Sipylos bei Smyrna nahm jener Wanderzugunter des Pelops Führung seinen Ausgang, in welchem die Uranfänge des Griechen-thums noch von Mythennebeln umhüllt sind. Ungeheure Erschütterungen hat diesesGebiet zwischen dem Mittelmeer und dem Indischen Ocean durchgemacht. Phöniker,Assyrer, Babylonier, Perser und andere Culturvölker beherrschten von hier aus dieganze seinerzeit bekannte Welt, sei es durch Machtmittel oder civilisatorische Ein-wirkungen. Weltreiche entstanden und vergingen; die Achämeniden vollführen dieerste grosse Umwälzung, Alexander der Grosse die zweite, das Schwert des Islamdie dritte. Die Kreuzzüge sind die bedeutsamste Epoche des Mittelalters. Dannbrechen neue Völkerschaaren aus dem Inneren von Asien hervor — Mongolen,Tataren, Osmanen — welche in dem ungeheuren Wirrsal, welches sie im Gefolgehaben, die Elemente neuer politischer Gestaltungen und culturgeschichtlich wichtigerWandlungen zurücklassen. Es sind die Länder, welche man gemeinhin als „Orient’’
bezeichnet — ein Gebiet, dessenNamen eine Fülle von Gestaltenund Ereignissen in sich schliesst,wie nirgend sonstwo auf Erden.Trotz des Lebensabends, dersich gemach auf den Orientherabsenkt, besitzt derselbenach wie vor seine lebendigenReize, welche — im Zusammen-hänge mit den Wandlungen inden berühmtesten Oertlichkeiten— noch auf lange Zeit hinausden Gebildeten im Bewusstseinbleiben werden.
Die asiatische Tür-kei begreift eine Anzahlvon Landgebieten insich, welche sich geo-graphischund historisch(und nicht zuletzt eth-nisch) scharf von einan-der scheiden lassen. Essind dies: Armenien,das alte classischeLand,von dem politisch jetztnur mehr ein Bruchtheilzur Türkei gehört; Kur-distan, im Grossen undGanzen das ehemaligeAssyrien; Mesopota-mien, das frühere Ba-bylonien und Chaldäa;Theile von Arabien;Syrien und Palästina,
Tiflis.
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