B. Südasien.
II. Vorderindien,
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Der Gaurisankar oder Mount-Everest.
Theil der Insel Ceylon,die Tibeter (Bathias) inKumaon in Nepal undin Sikim; die Lehre derDschainas in Dekanist eine Entartung desBuddhismus. — ZumIslam bekennt sichnach dem Brahmaismusdie grösste Zahl der Be-wohner Vorderindens.Diese Lehre war in In-dien herrschend, als dergrösste Theil desselbendas von Sultan Baberaus Samarkand gegrün-dete Reich (1526) desGrossmoguls bildete. —Die in Bombay und an-deren Städten von Gu-zerate lebenden Parsensind zoroastrische Feu-erdiener (vgl. S. 235).Unter den Christen sinddie Katholikendie zahlreichsten; dem-nächst folgen die Ja-kob iten, alsdann dieProtestanten.
Culturverhältnisse.
Die Bodenproducte In-diens sind die reich-
genannten, bis gegen Niederbengalen hin. — 4. Die Khond, in der LandschaftOrissa. — 5. Die Kanaresen, in der Landschaft Kanara an der Westküste. —6. Die Malabaren in dem nach ihnen benannten Küstenlande. — 7. Die To da inden Nilagiribergen und in Maisur. — Ausser diesen Hauptstämmen giebt es nocheine bedeutende Zahl von kleineren, von welchen die Kotar, Badagar, Kudagu,Tuluva, Kurumbar und Irular erwähnt werden mögen.
Die Gesammtbevölkerung von Vorderindien zählt circa260 Millionen Seelen, wovon circa 256 Millionen zu Britisch-indien gehören, einschliesslich der Schutzstaaten.
Religion. Die Religion der indischen Bevölkerung ist sowenig einheitlich, als die Rassen es sind. Man zählt rund187,940.000 Brahmanen, 50,000.000 Mohammedaner, 3,500.000Buddhisten, fast 2 Millionen Christen und 10,500.000 Anders-gläubige. — Reine Brahmanen sind wohl sieben Achtel derHindubevölkerung. Zum Buddhismus bekennen sich ein grosser
Seilbrücke in Kaschmir.
sten und mannigfaltigsten der Erde. Einheimisch sind hier derReis, welcher das Hauptnahrungsmittel bildet, das Zucker-rohr, dieKokospalme, die Yamswurzel, die Indigopflanze,der Betelpfeffer, Zimmtbaum, Baumwollstrauch, Mohn-pflanze und Tabak; dazu sind in neuerer Zeit Thee, Kaffeeund Chinarinde gekommen. Die Zahl der Culturpflanzen istübrigens (nach Grisebach) nicht so gross als in den Wald-gebieten der gemässigten Zone. Da unter den Tropen diePalmen, die Bananen und der Brotfruchtbaum eine Masse vonNahrungsstoffen liefern, kommt der Baumcultur eine über-wiegende Bedeutung zu. Nur Dekan mit seinen offenen Land-schaften macht eine Ausnahme; hier sind die Bewohner aufden Feldbau angewiesen.
Die Thierwelt liefert vor Allem den zähmbaren Elephanten,welcher ein höchst nützliches Hausthier abgiebt; dann mancherlei Rind-vieharten, darunter den Zebu (Buckelochsen). Dafür aber ist auch die Zahlder reissenden Thiere und Giftpflanzen eine überaus grosse. Im Jahre 1886wurden 2707 Menschen von Raubthieren zerrissen und gegen 60.000 StückVieh weggeschleppt. Die Zahl der Todesfälle durch Schlangenbiss erreichteim genannten Jahre über 22.000. Die Regierung schreibt Prämien für ab-gelieferte getödtete Raubthiere und giftige Reptilien aus, was von gutenErfolgen begleitet ist. So wurden im Jahre 1886 gegen 10.000 reissendeThiere und 418.000 giftige Schlangen getödtet. Der gefährlichste undfrechste Feind des Menschen ist der Tiger.
Aus den Producten des Thierreiches sind noch die Perlen-Austernvon Ceylon und die Schildkröten zu erwähnen. — Das Mineralreichliefert hauptsächlich Edelsteine in grosser Menge: Diamanten, Rubinen,Saphire u. s. w.; dann Eisen und Steinkohlen.
Industrie. Die einheimischen Industrieartikel Indiens waren vor alters berühmt, doch ist diegewerbliche Thätigkeit unter dem schädigenden Einflüsse des massenhaften Importes abendländischerErzeugnisse erheblich zurückgegangen. Die wichtigsten Artikel sind jene Baumwollstoffe, die mangewöhnlich „Indienne” nennt, Seidenstoffe, wollene Shawls, Tücher, Teppiche; dann Stroharbeiten,Metallarbeiten, Waffen, Thonarbeiten. Die Kunst der Musselin web er ei blüht besonders in denUmgebungen von Mazulipatan, Paliakato, Madras, in vifelen Städten von Orissa und Bengalen.Andere Erzeugnisse von Bedeutung sind: die Gold- und Silberbrocate von Surate; die Seiden-stoffe von Mukschidabad, Kassimbazar und anderen bengalischen Städten; die weltberühmtenShawls aus Kaschmir; die Teppiche von Patna; ferner Filigran- und Metallarbeiten.
Was den Handel betrifft, war Indien immerdar ein Mittelpunkt desselben. Das handel-treibende, über das ganze Gebiet als solches verbreitete Element sind die Banianen, dann dieParsen. Indien ist das Ziel der Schiffe von fast allen seefahrenden Nationen. Ungeheure Werthewerden umgesetzt — über eine Milliarde Gulden in der Ein- und Ausfuhr. — Die wichtigstenAusfuhrartikel sind: Baumwollwaaren, Seidenstoffe, Shawls, Teppiche; dann von den zahlreichenNaturprodncten: Baumwolle, Reis, Opium, Zucker, Kaffee, Pfeffer, Sandelholz, Gummi, Indigo,Zimmt, Moschus, Ambra, Cochenille, Straussfedern, Elfenbein, kostbare Steine, Perlen, Schildpat,Tigerfelle u. s. w. — Die vorzüglichsten Einfuhrartikel sind: Goldgespinnste, Tressen, Papier,Confituren, Spiegel, Kurzwaaren, Tücher, Sammt, Eisen, Kupfer, Blei, Weine, Spirituosen, sämmtlichaus Europa. Ferner aus Arabien: Kaffee, Weihrauch, Korallen, Datteln, Pferde. Aus China: Thee.Aus Hinterindien: Teakholz. Von den Molukken: Gewürznelken, Muscatnüsse.
Politische Eintheilung. Die folgende Zusammenstellung giebt ein über-sichtliches Bild von den Besitzverhältnissen Vorderindiens. Es sind folgendeReiche, Länder und Colonien vertreten:
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