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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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B. Südasien,

II. Vorderindien,

zumeist winzige Felsklippen — werden von ungefähr 10.000Indo-Arabern bewohnt und bringen blos Kokospalmenhervor. — Die Malediven, welche bei 15.000 Korallen-inselchen bilden, von denen indess nur etwa 50 von 200.000mohammedanischen Malayen bewohnt sind, untersteheneinem in Male residirenden Sultan.

2. Staaten unter einheimischen Fürsten.

Die einheimischen oder Feudalstaaten liegen inBengalen, in den Centralprovinzen, in Madras, in denNordwestprovinzen und in Bombay. Sie werden zwar vonihren einheimischen Fürsten verwaltet, doch sind Letzterein der That nur Vasallen der britisch-indischen Regierung,die für den Schutz, welchen letztere gewährt, Tribut ent-richten. Die britischen Truppen bilden grösstentheils dieBesatzungen ihrer Festungen. Manche dieser Fürsten be-sitzen so grosse und stark bevölkerte Länder, wie mancheeuropäische Macht zweiten Ranges.

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Lahore.

a) Radschputana — eigentlich ein Complex von 19 kleinen Staaten — hatnachfolgende bemerkenswerthe Städte: Udaipur (43.000 Einwohner), mit schönenMarmorpalästen und Gärten des Fürsten. — Dscha.ipur (35.000 Einwohner), Heimatdes gelehrten Radscha Dscheia-Singh, der die meisten Sternwarten Indiens erbaute.In der Nähe liegt Ambir, einst Sitz der indischen Gelehrsamkeit, mit prachtvollemPalaste. — Dschopur (143.000 Einwohner), die grösste Stadt in den Radschputana-Fürstenthümern, durch drei starke Forts geschützt. — Bikanir (43.000 Einwohner),in einer Oase der Tharwüste, mit zahlreichen Hindutempeln. — Dhar (90.000 Ein-wohner), in dessen Nähe die merkwürdigen Reste der Riesenstadt M and au, mitUmfassungsmauern von 17 Kilometern Ausdehnung, liegen.

b) Scindia, zwischen Dschamna und Narbada, schon im Gebirgsland, dasgrösste der Fürstenthümer der Mahratten, der Staat des „Maharadscha” (Gross-königs) Scindia, mit nachfolgenden Städten: Gwalior (200.000 Einwohner), inmitteneiner Ebene und um einen Hügel, auf welchem sich die Festung befindet, erbaut,mit vielen bemerkenswerthen Gebäuden aus alter Zeit. — Udschein (35.000 Ein-wohner), ehemals Hauptstadt des Reiches Scindia, mit Königsmausoleen und grossenTempeln.

c) Baroda, in der Präsidentschaft Bombay, mit einem grossen Theile vonGuzerate. Hauptort ist Baroda (102.000 Einwohner), in fruchtbarer Gegend, miteiniger Industrie.

d) Maisur, einst unter Haidar Ali und seinem Sohne Tippo-Sahib ein mäch-tiger Staat, mit Mailkotta, wo sich berühmte Tempel befinden; Sravanabalgala,Hauptort des Dschainacultus, und Seringapatam am Kaweri.

e) Haydarabad — der „Staat des Nizam” — früher auch Golconda genannt,der grösste britische Vasallenstaat, dessen Fürst sich zum Islam bekennt; die Be-völkerung besteht aber grösstentheils aus Hindu. — Hauptort ist Haydarabad(355.OOO Einwohner), weitläufige und interessante Stadt mit einer grossen Anzahlhervorragender Gebäude. — Golconda, einst Haupt- und Residenzstadt von Hayda-rabad, mit uralten Befestigungen und vielen Mausoleen. Gegenwärtig ist die Stadtziemlich herabgekommen. — Aurengabad (60.000 Einwohner), einst Lieblings-residenz Aurengzeb’s, mit prächtigem Mausoleum des Sohnes dieses Fürsten. DieHälfte der Stadt liegt in Ruinen.

Die Berghänge bedecken dichte Wälder, an den breiten Strömenschattet die Deodwaraceder. — Das Volk, welches dieses asia-tische Paradies bewohnt, gehört fast ganz der indischen Familiean; nur in den übrigen Gebieten, welche politisch dem Maha-radscha von Kaschmir unterstehen, finden sich nicht-arischeBewohner. Der Kaschmirite gilt als der wahre, unverfälschteRepräsentant des arischen Inders. Nur die höheren Stände ge-hören dem Brahmanenthum an, das Volk ist mohammedanisch.

In den Grenzgebieten des indo-britischen Reiches, nördlich von Kaschmir,ist zu bemerken: Leh, Hauptort der Landschaft Ladakh, unweit des Indus, in einerSeehöhe von 3489 Metern, mit circa 38.000 Bewohnern, Sitz des Fürsten von Ladakh.— Skardu (18.000 Einwoher), in 2345 Metern Seehöhe, malerisch auf einem isolirtenFelsen liegend. — Gilgit (12.000 Einwohner), bereits am Südabfalle der Karakorum-kette, in 1467 Metern Seehöhe, wichtig als Ausgangspunkt der Passübergänge nachKafiristan und Wakhan.

Der Tributärstaat Sikkim, unter der höchsten Erhebung des Himälaya gelegen,bildet landschaftlich eines der grossartigsten Gebiete Asiens, mit herrlichen Seen.Hauptort ist Tumlong, mit vielen buddhistischen Tempeln.

3. Unabhängige Himälayastaaten.

a) Das Königreich Nepal. Es umfasst das Gebiet desOberlaufes der drei Ströme Gagra, Gandak und Koschi, undliegt mitten im Himälaya, in den Thälern auf der Südseite desSüdkammes. Der Flächeninhalt beträgt 147.000 Quadratkilo-

Ausser den vor-genannten wichtigstenVasallenstaaten giebtes noch viele hundertevon kleineren Tribu-tärstaaten, wie Gu-zerate, Katsch, Sa-tara, Transancornu. s. w. Der wichtigstedieser Staaten ist

Kaschmir, im Hi-mälaya, mit Srinagar(„Sonnenstadt”, 140.000Einwohner) als Haupt-ort, 1634 Meter hoch ge-legen, schlecht gebautund schmutzig, aber ineiner herrlichen Hoch-gebirgsgegend. Voneinem Kranze eis- undschneegekrönter Berg-riesen, die zu den höch-sten der Erde zählen,umschlossen, erstreckensich im Kaschmirthaleherrliche Matten miteinem bezauberndenBlüthenschmuck. Zahl-reiche Seen spiegelndie Hochgipfel wieder,allenthalben stürzenWasser über Felsen.

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Benares.