C. Ostasien.
II. Das Kaiserreich China.
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Hakodade (42.000 Einwohner), Haupthafen der Insel, Sitzeines japanischen Gouverneurs. Die Stadt und ihre Umgebung"wird von vielen Angehörigen der europäischen Colonie inYokohama als Sommeraufenthalt besucht.
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Die Liu-kiu- (auch Riu-kiu- oder Lu-tschu-) Inseln erstrecken sich in einerKette von 36 grösseren und kleineren Eilanden von der Südküste von Kiusiu gegenSüden und schliessen gegen Osten das Ostchinesische Meer vom Grossen Ocean ab.Sie gehören seit 1872 zum japanischen Reiche, nachdem sie durch Jahrhunderte
von demselben abhängig waren. Gegenwärtig gemessen die Inseln eine ausgedehnteAutonomie, werden jedoch feudal regiert. Die Adeligen heissen Anschi.
Der Archipel zerfällt in drei Gruppen: im Norden die Sanboku- undTschusan-Gruppe, im Süden die Sannan-Gruppe. Das Klima ist sehr milde. Eswird viel Reis, Getreide, Thee, Gewürze, Zuckerrohr und Baumwolle gewonnen. DieBewohner sind äusserst gutmüthig, gastfreundlich und den Fremden sehr zugethan.Schiffbrüchige wurden dort jederzeit mit anerkennenswerther Humanität behandeltund ihnen jede Hilfe geleistet.
Die bedeutendste Insel ist Gross-Liu-kiu (oder Okinawa), mit der Haupt-stadt Schiuri, inmitten grosser Gärten. Haupthafen ist Nafa (oder Napakiang), aneiner tiefen Bai gelegen.
II. Das Kaiserreich China.
China, nächst dem britischen und russischen Reiche das drittgrösste Reichder Erde, in räumlicher, ethnischer und geschichtlicher Beziehung jedoch das ein-heitlichste, ist zugleich das älteste geordnete Staatswesen, das die Geschichte kennt.Allerdings sind die ältesten Ueberlieferungen mythischer Natur, wenn ihnen auchthatsächliche Vorfallenheiten zu Grunde liegen mögen. Die ältesten Dynastien sindchronologisch nicht festzustellen; die ersten verbürgten Zeitangaben fallen mit derDynastie Kia (bis 1767 v. Chr.) zu-sammen ; die Dynastie S c h a n g bestandbis 1122, die Dynastie Tscheu, derenStifter Wu-Wang war, bis 258. Unterseinen Nachfolgern wurde Kong-fu-tse geboren. Alle Vorfallenheiten ausvorstehend angegebenen Epochen sindmehr oder minder in Dunkelheit ge-hüllt. Um 720 v. Chr. begannen Fehdenunter den kleinen, aneinander gren-zenden Staaten, daher dieser Zeitraum„Tscheu-kur”, das ist die Periode derkämpfenden Könige, genannt wird.
Um 250 v. Chr. gründete der chine-sische Held Schi-huang-ti aus demFürstenhause der Ting ein einzigesgrosses Reich und stiftete die Dynastieder Ts in. Er erbaute die „grosseMauer” zum Schutze gegen die Ta-taren und verbrannte alle historischenDenkmäler Chinas, weil die Grossenaus ihnen die historische Berechtigungzur Aufrechterhaltung desTheilstaaten-systems ableiteten.
Trotzdem zerfiel das Reichspäter wieder in viele Einzelstaaten,welche Lieu-pang (um 200 v. Chr.)
abermals zu einem grossen Reiche vereinigte. Die von ihm gegründete DynastieHang theilte sich in zwei Linien, welche in den Zeitabschnitten von 197 v.
Chinesische Darstellung der Sonnenfinsterniss.
Ausnahme des östlichen Sibirien. Im Westen reicht es tief nachHochasien hinein. Im Grossen und Ganzen wird das Riesen-reich durchwegs von Naturgrenzen eingeschlossen; im Nordensind es die Gebirge, welche China vom nordasiatischenTieflande (Sibirien) scheiden; im Westen die gewaltigen Berg-massen vonHochasien, dieGrenzwälle zwischen Chinaund Russisch-Turkestan; imSüden die Centralkette desHimälaya, welche Hoch-tibet von Vorderindienscheidet. Nur nach der Seitevon Hinterindien fällt diepolitische Grenzlinie nichtzugleich mit einer natürlichenAbgrenzung zusammen, in-dem dortselbst die von Nor-den nach Süden durch ge-waltige Flussthäler geschie-denen meridionalen Ketten-gebirge zahlreiche natürlicheThore zwischen Südostchinaund der hinterindischen Halb-insel öffnen. Quer über dieseThore — beziehungsweiseThäler — von Westen nachOsten, verläuft die politische
Cbr.
bis 24 n. Chr., beziehungsweise 24 bis 220 n. Chr. das Reich beherrschte. Um dieseZeit fand der Buddhismus Eingang in China. Die von Wu-ti gestiftete DynastieTsin (265 bis 420) vereinigte das in drei Königreiche getheilte Land wieder zueinem Reiche. Dann folgte die Familie Song (4 20 bis 479)’ ers * e ^ er Utai, oderder „fünf Familien”. Die anderen vier heissen: Tsin (bis 502), Lang (bis 537),Tschin (bis 589) und Sui (bis 619). Daneben bestand ein 386 nach dem Einbrücheder Tataren gegründetes Reich im Norden von China, dessen vier Familien bis 587herrschten, worauf Yang-kien das Reich eroberte und die Dynastie Sui stiftete.Li-ien stiftete 617 die Dynastie Tang, welche 300 Jahre lang herrschte.
Besonders mächtig wurde China unter Tai-tsong (seit 626), sank aber immermehr unter seinen Nachfolgern. Die Chroniken der weiteren Jahrhunderte verzeichneneine endlose Reihe von Dynastien und Herrschern, unter denen die Tataren undMongolen allmählich die Oberhand gewannen. Der bekannteste unter den mongoli-schen Beherrschern Chinas ist Kublai-Khan, an dessen Hofe der erste europäischeWeltreisende, Marco Polo, sich auf hielt. Die Dynastie Tang, der Kublai angehörte,herrschte bis 1368; hierauf folgte (bis 1644) die Dynastie Ming, worauf die Mandschuerobernd in das Land einbrachen unddie Herrschaft an sich rissen. Ihr FürstTai-tsu nahm den Kaisertitel an.
Nach und nach unterwarfen sie fastdas ganze Gebiet, welches derzeit daschinesische Reich bildet und Schun-schi gründete die noch jetzt herr-schende Dynastie Tai-tsing. Mit Be-ginn des 18. Jahrhunderts trat Chinain Verbindung mit den seefahrendenNationen Europas, welche in der Folgemancherlei Anstrengungen machten,das ungeheure Reich zu erschliessenund zugänglich zu machen, ohne dasses gelungen wäre, diese Bemühungenvon besonderen Erfolgen gekrönt zusehen.
Lage und Grösse. Das
chinesische Reich umfasstungefähr den vierten Theildes asiatischen Erdtheils(voncirca 44*6 Millionen Quadrat-kilometern n*6 Millionen Qua-dratkilometer) und erfüllt denganzen Osten desselben, mit
Grenze nach dem Meere, welches vom 20 0 bis über den 4O 0 Nord-breite den Ostrand von China bespült. Die einzelnen Abschnittedes Oceans sind (von Süden nach Norden) das SüdchinesischeMeer, die Strasse von Formosa, das Ostchinesische Meerund das Gelbe Meer. Ausser den grösseren InselnHai-nan undFormosa liegen in diesen Meeren nur unansehnliche Eilande.
Der Gesammtflächeninhalt des chinesischen Reichesbeträgt 11,574.356 Quadratkilometer; hiervon entfallen aufdas eigentliche China (die 18 Provinzen) . . 4,024.690 Q.-Km.
die Mandschurei
die Mongolei ..
Tibet.
die Dsungarei und Ostturkestan
982.472
3 ; 377-283
1,687.898
1,502.013
Lösslandschaft bei Tai-Yuen am Wei-ho.
zusammen . 11,574.356 Q.-Km.
Bodengestalt siehe Seite203 und 204.
Flüsse. Unter den flies-senden Gewässern Chinasgehören zwei durch ihreLauflänge und ihre Ent-wässerungsgebiete zu dengrössten Strömen der Erde:Yang-tse-kiang und Ho-ang-ho.
Der Hoang-ho (d. i.„der gelbe Strom”), dessenLauf länge mit 4130 Kilo-metern und dessen Fluss-gebiet mit 1,050.000 Quadrat-kilometern angegeben wird,hat seine Quellen im nord-östlichen Tibet und durch-bricht in seinem Oberlaufeeinige Ketten, welche zumSystem des Kuen-lun ge-rechnet werden. Er ist ein
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