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A. Australien.
Landschaft in der Umgebung von Adelaide.
sitzenden Ketten, deren bedeutendste das Küstengebirge —die „Bellenden Kerrhills” genannt — ist.
4. Das Bergland von Nordaustralien, in der nördlichenHalbinsel des Continents, westlich vom Carpentariagolf. Esreicht im Süden bis zum Darlingfluss und Victoriafluss undsteht durch eine Reihe von Hügelzügen mit dem Berglandevon Queensland in Verbindung. Im Inneren liegen Hochebenen,deren Fruchtbarkeit und reiche Vegetation gerühmt wird —was übrigens für alle australischen Bergländer gilt.
5. Das Bergland vonNordwestaustralien. Esist ein ausgedehntes Tafel-land von durchschnittlich 400Meter Seehöhe, doch steigtes in den aufgesetzten Berg-zügen noch beträchtlich hö-her an, so in den M'Donnel-ketten bis zu 1100 Meter.
DenNordabfall bilden frucht-bare Terrassen, an welchedie vom Victoriafluss bewäs-serten Ebenen schliessen. ImOsten erstreckt sich das ödeTiefland.
6. Das Bergland vonWestaustralien. Es erfülltdie Südwestecke des Con-tinents. Man unterscheidetzwei miteinander zusammen-hängende, aber in ihrer Bil-dung von einander verschie-deneTheile: den nördlichen
Th eil, der vorwiegend aus Hochflächen, mit darüber streichen-den Bergzügen (Hammersleighkette, Barleekette) besteht, undden südlichen Theil, ein wasserarmes, von unbedeutendenBergzügen durchzogenes Plateau mit Salzwasserbecken. Etwasansehnlicher sind die Küstenketten (Victoria- und Moresby-kette, Herschel- und Gairdnerkette), desgleichen das südlicheRandgebirge — die Darlingkette — welch letztere jedochnirgends Gipfel bis 1000 Meter aufweist. (Der culminirendeGipfel Tollbrunug Koikunneruf ist nur 944 Meter hoch.)
7. Das Bergland von Sudaustralien. Es nimmt unterallen Bergländern des Continents den kleinsten Raum ein, er-streckt sich westlich von dem scharfen Knie des Murrayflussesund bildet ein vereinzeltes, mässig hohes Erhebungssystem mitvorwiegend meridional streichenden Ketten, darunter die Flin-derskette. Der höchste Gipfel des ganzen Systems ist derMount Arden (1234 Meter); der Mount Serie in der Flinders-kette erreicht nur 910 Meter.
Die Insel Tasmanien hat im Grossen und Ganzen das oro-graphische Gepräge von Südostaustralien, doch baut sich dortdas Randgebirge gegen das Innere der Insel allmählich zueinem Centralknoten auf, der als Ben Lomond in 1634 Meterculminirt. Auf demselben la-gern Tausende von Grünstein-säulen von 2 bis 3 Meter Durch-messer, welche mit ihren En-den über 900 Meter hohe steileAbgründe hinausragen. Ganznahe der Stadt Hobart erhebtsich der Mount Wellingtonbis zu 1281 Meter. ImUebrigenbesitzt Tasmanien im Wechselvon Hügel- und Thallandschaf-ten eine Menge reizender Ge-genden.
Flüsse. Der Erdtheil Au-stralien ist im Allgemeinen ge-ring bewässert, seine Flüssesind unvollkommen entwickelt, Der Murray,
mit Ausnahme der grösseren
haben sie nur nach ausgiebigen Niederschlägen einen zusammen-hängenden Lauf. Die Flüsse des Ostrandes haben in Folge deskurzen Steilabfalles der Küstengebirge einen reissenden Laufund richten zu Zeiten durch Ueberschwemmungen grosse Ver-heerungen an. Am Westrande wieder, wo das Gefälle der Flüssegering ist, trocknen dieselben mitunter ganz aus, oder lösensich in einer Kette von Tümpeln, Teichen und Sümpfen auf.
Der bedeutendste Strom Australiens ist der Murray (circa1000 Kilometer Lauf länge), der in den niederschlagsreichenaustralischen Alpen entspringt und nach Aufnahme der bedeu-
tenderen Nebenflüsse Murrumbidgee (mit dem Lachlan) undDarling in den haffartigen Sumpfsee „Alexandrina” mündet,aus dem ein weiterer Mündungscanal in die offene Encounter-Bai führt. Sowohl der Murray als seine Nebenflüsse werdenbei günstigem Wasserstande mit Dampfern befahren, bei Nieder-wasser aber bildet der Darling keinen zusammenhängendenFlusslauf. — Der Murray trennt Victoria von Neusüdwales unddurchfliesst in seinem Unterlaufe Südaustralien.
Unter den kurzen Flussläufen des Ostrandes von Austra-lien sind zu nennen: derHawkesbury, ein schöner,schiffbarer Fluss; der Hun-ter, der 300 Kilometer weitstromauf befahren wird undmehrere ansehnliche Zuflüsse(Patterson, William, Duri-bang, Hastings u. a. m.) auf-nimmt.
An der Westküste istder Schwanenfluss (an300Kilometer Lauflänge) derbedeutendste, doch führt ernicht beständig GiessendesWasser.
Alle unentwickeltenFlüsse, welche periodischversiegen oder überhaupt niedas Meer erreichen, heissenCreek.
Auf Tasmanien sinddie Flüsse Derwent undTamar erwähnenswerth.
Seen. Sie liegen durchwegs in Einsenkungen des Tieflandesund haben fast immer Salzwasser, das zu Zeiten verdunstet,worauf Salzkrusten oder Salzsümpfe Zurückbleiben. Unter denbekannten Seen ist der Amadeus derjenige, der beständigWasser hat, in der Dürreperiode aber zum Salzsumpf wird.Andere periodisch eintrocknende Seebecken sind: der Torrens-see (der bedeutendste von allen), der Eyresee, der Gairdner-see, der Blanchesee u. a.
Klima. Ungefähr das nördliche Drittel von Australien gehörtder tropischen Zone, das übrige Gebiet der subtropischen Zonean. Das Innere von Australien lässt sich indess klimatologiscliweder in die eine, noch in die andere Zone einbeziehen. Es istein sehr regenarmes Gebiet, während das Klima des tropischenTheils des Continents durch periodische Sommerregen, das dessubtropischen Theils durch periodische Winterregen gekenn-zeichnet ist. Indess sind anhaltende Dürreperioden so wenigausgeschlossen, als eine Reihe von nassen Jahren; beide Er-scheinungen sind von mannigfachen Uebelständen begleitet.Nur die Nordküste von Australien hat Regen in allen Jahres-zeiten. Die eigentliche Monsunregion reicht nicht über den17 0 Südbreite nach Süden hinaus.
Die Eigentümlichkeiten des austra-lischen Klimas sind von bestimmendemEinfluss für die Eigenart der Vegeta-tion auf diesem Continente. Für dasorganische Leben ist nämlich nicht dasMaass der Feuchtigkeit das Bestimmende,sondern deren stetiger Zufluss. Dazukommt, dass Australien in Bezug aufsein Pflanzenleben (in Bezug auf seinThierleben nicht minder) eine Welt fürsich bildet, die ganz isolirt dasteht. DerCharakterbaum der australischen Vege-tation ist der Eucalyptus (Gummi-baum), der in mehreren Arten vertretenist. Besonders zu erwähnen ist der Fie-berheilbaum (Eucalyptus globulosa).Er zieht — wie Oberländer mittheilt —durch seine ausgebreiteten Wurzeln dasWasser aus der Erde und drainirt da-durch den Boden; er haucht gewürzhafteGerüche aus, welche die übelriechendenMiasmen, dieUrsache derFieber, zerstören.
Als landschaftliche Staffage giebt der Eucalyptus in Folge der ausserordentlichenVerbreitung, welche er findet, ein Bild von erdrückender Eintönigkeit ab. An diesenBäumen mit ihren herabhängenden olivengrünen Blättern geht der Wechsel der Jahres-zeiten spurlos vorüber . . . „Inmitten des anscheinenden Einerlei des Waldes werdenaber oft Stellen gefunden, erfüllt mit gigantisch üppigem Pfianzenwuchse, zuweilen an-geordnet in stattlichen Laubgängen, zuweilen sich öffnend nach lichten Abhängen undThälern, von Bächen durchschnitten und mit dem zartesten Rasenteppich bedeckt . . .Oder der Wald verwandelt sich in ein unermessliches Dickicht, worin unzählige blü-hende Gesträuche und niedliche Schlingpflanzen ebenso undurchdringliche und male-rische Lauben bilden, wie sie nur in den Wäldern Brasiliens gesehen weiden . . .Zu dieser üppigen Wald Vegetation steht die trostlose Pflanzendecke der Spini fex-wüsten im Inneren des Continents in grellstem Gegensätze.” (F. v. Ilellwald.)