C. Südamerika. — 2. Die Republik Peru. t
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flössen des Amazonas bewässert, deren Quel-len in Columbien liegen, als Putumayo undCaqueta. — Die ecuadorianischen Küsten-flüsse sind meist verschlammt und der Tum-melplatz zahlreicher Krokodile.
Klima. Der Bodengestalt entsprechend,sind alle Klimate vertreten. „Hier hat dieNatur dem Menschen verliehen, ohne dass erseine Heimat verlässt, alle Pflanzengestaltender Erde zu sehen, gleichwie das Himmels-gewölbe von Pol zu Pol ihm keine seinerleuchtenden Welten verbirgt.” Berühmt istdas herrliche Klima der durchschnittlich 2800Meter hohen Hochebene von Quito, mit einerwenig schwankenden Mitteltemperatur undreichlichen Niederschlägen. Auf der „immer-grünen Stadt” liegt im vollsten Sinne desWortes ein ewiger Frühling.
Die Bewohnerzahl belief sich 1885 auf1V2 Millionen Seelen, worunter eine halbe Mil-lion zum Theil noch ganz wilder Indianer. —
Das edelste Erzeugniss des Landes ist derCacao. Ihm zunächst an Werth steht dieChinarinde. Arzneipflanzen werden überhaupt in grosser Mengegewonnen. Unter den Nahrungspflanzen ragen noch hervor:Kaffee, Bananen, Zuckerrohr und Mais; an Mercantilpflanzen:Baumwolle, Indigo, Campeche, Kautschuk, Tabak. Das Thier-reich liefert Perlen, Austern, Schildkröten (Galapagosinseln).Vorzüglichstes Hausthier ist das Llama. Aus dem Mineral-reiche werden gewonnen: Waschgold, Silber, Eisen, Blei,Zink, Kupfer, etwas Quecksilber, Edelsteine, schöner Alabaster,sehr viel Schwefel und Petroleum.
Die Industrie beschränkt sich auf Flechtarbeiten undTeppichfabrikation. Der Handel ist im Inneren wegen mangel-hafter Communicationen wenig entwickelt; an der Küste ist erlebhafter und hier ist Guayaquil die wichtigste Hafenstadt.Im Jahre 1886 waren 204 Kilometer Eisenbahnen und (1884)520 Telegraphenleitungen in Betrieb.
An der Spitze der Regierung steht ein Präsident (seit 1884 Caamano, bis3:887 gewählt), dem drei Ressortminister zur Seite stehen. Die kirchlichen Angelegen-heiten ruhen in den Händen eines Erzbischofs und von fünf Bischöfen. Adelsrechteund Sklaverei sind seit 1869 abgeschafft. — Die bewaffnete Macht besteht in einerFeldtruppe von 5 000 Mann. Ausserdem stehen 3 Kriegsschiffe zur Verfügung.
Hauptstadt der Republik ist Quito (80.000 Einwohner), in2880 Meter Seehöhe gelegen, eine schlechtgebaute, aber aus-gedehnte Stadt, deren meist krumme Gassen von kleinenHäuschen gebildet werden. Nur die Hauptstrassen sind ge-pflastert und verlaufen gerade nach dem grossen Platze (Plazamayor), der von ansehnlichen Gebäuden eingefasst ist: derKathedrale, dem Palaste des Erzbischofs und dem Palaste desPräsidenten. Von den Unterrichtsanstalten ragt die Universitäthervor. Bemerkenswerth sind ferner: das grosse Hospital,mehrere Klöster von bedeutendem Umfange, die öffentlicheBibliothek und einige Fabriken, in welch letzteren Baumwollen-und Wollenzeuge, Strümpfe, Matten, Spitzen und Zwirn erzeugtwerden. — Die landschaftliche Umgebung ist grossartig.
Andere bemerkenswertlie Oertlichkeiten sind: Guayaquil (40.000 Einwohner),der Haupthafen des Landes, schon 1533 von Fr. Pizarro gegründet. — Cuenca(30.000 Einwohner), in 2630 Meter Seehöhe, ziemlich gewerbthätig (Baumwollen- undHutfabriken, Confituren- und Käseerzeugung). — Riobamba (20.000 Einwohner),eine der höchstgelegenen Städte derWelt (3813 Meter). — Latacunga(14.000 Einwohner), mit merkwürdigenDenkmälern aus der Inkazeit.
Zu Ecuador gehören auch die
bis m die neueste Zeit. 1829 kam Südperu vorübergehend an Bolivia, doch warendie Peruaner mit chilenischer Hilfe bei Yuangai 1839 Sieger. 1866 kam es zumKriege mit Spanien, 1879 begann der Krieg mit Chile wegen der Salzbergwerke vonAntofagasta. Die Chilenen siegten bei Pisagua, bei Tarapaca, beschossen 1880Callao und nahmen Arica und Tacna. 1881 zogen die Sieger in Lima ein. Derdefinitive Friede wurde am 20. October 1883 zu Ancon unterzeichnet, auf Grunddessen Peru an Chile das Gebiet südlich des Camarones verlor und die ProvinzTacna bis 1893 einer chilenischen Besatzung überlassen musste.
Lage und Grösse. Peru erstreckt sich zu beiden Seiten desio.° Südbreite und bildet im Grossen und Ganzen das Quell-gebiet des Amazonas, mit dessen Hauptquellflüssen Maranonund Ucayali.
Der Flächeninhalt des Landes beträgt 1,049.270 Quadrat-kilometer; Peru ist sonach der zweitgrösste unter den an derPacificküste Südamerikas gelegenen Staaten.
Bodengestalt siehe S. 299.
Flüsse. Der Hauptstrom des Landes ist der Maranon —d. i. der Oberlauf des Amazonas. Er entspringt unter 10V2 0 Süd-breite, durchbricht 5 Breitengrade nördlicher eine Reihe vonQuerriegeln der östlichen Cordillere und tritt nach einem Laufevon 800 Kilometer unterhalb des Wasserfalles Pongo de Man-seriche in die Tiefebene, wobei sein Spiegel nur mehr 180Meter über dem Meeresniveau liegt. Auf peruanischem Gebietedurchströmt er noch in einer ungefähren Länge von 1000 Kilo-meter das Tiefland. Unter den zahlreichen Nebenflüssen, welchedem Maranon auf beiden Seiten zugehen, ist der Ucayali derbedeutendste. Er ist wasserreicher und hat eine grössere Lauf-länge als der Maranon, weshalb er von einigen Geographen alsder eigentliche Quellfluss des Amazonas angesehen wird. SeineQuellen hat der Ucayali unter dem 15. 0 Südbreite. Seine Lauf-richtung ist — von den mannigfachen Krümmungen abgesehen
— eine südnördliche. Der Ucayali wird bis zum ersten Katarakt
— das ist auf mehrere hundert Kilometer — mit Dampfernbefahren.
Unter den stehenden Gewässern ist nur der in 3824 MeterSeehöhe gelegene Titicacasee, der grösste Gebirgssee Südame-rikas, in dessen Besitz sich Peru und Bolivia theilen, zu erwähnen.
Klima. Das Küstenge-biet erstreckt sich vomMeere bis etwa 1500 MeterSeehöhe. Es ist charakterisirtdurch seinen Regenmangel.Von 1803 bis 1877 hatte esin Lima ein einzigesmal ge-regnet und dieses „Ereigniss”versetzte die Bevölkerung inabergläubischen Schrecken.Mit dem Namen „Gebirge”(Sierra) bezeichnet man dieRegion in einer Meereshöhevon 1500 bis 3500 Meter. Hierregnet es vom Septemberbis zum April. Das Klima istgemässigt; das Thermometersteigt selten auf 22 0 C. undfällt selten bis auf den Ge-frierpunkt. — Die Hoch-ebene (Puna) erstreckt sich
Landhaus an der Küste von Ecuador.
2. Die Republik Peru.
Nachdem seit 1524 Franzisco Pizarro, der von Pa-nama ausging, die westliche Küste von Südamerika erkundethatte, unternahm er 1531 mit staatlicher Autorisation dieEroberung des Inkareiches in Peru, landete bei Tumbez undzog 1533 in der Hauptstadt Cuzco ein. 1535 schritt Al-ma gro, der Gehilfe des Pizarro, zur Unterwerfung vonChile, kehrte aber 1537 ohne die erhoffte Beute nach Cuzcozurück. Zuvor hatten die Spanier auch das nördliche Land(Quito, 1534) bezwungen. Der Statthalter desselben, GonzaloPizarro, ein Bruder des Franzisco Pizarro, überschritt 1540die Anden und wuirde in den Wäldern des Ostabhanges vonder grössten Noth bedrängt. Aus dieser rettete sich einTheil seiner Leute, indem diese zu Schiff unter der Führungvon Orellana den Rio Napo hinabfuhren, dann 1541 in denAmazonenstrom einlenkten und diesen selbst bis zur Mün-dung befuhren. — Nach grausamer Ausrottung des Inka-hauses und seines Volkes wurde das Vicekönigreich Peruconstituirt, zu welchem auch Chile, Paraguay, Buenos Airesund andere Gebiete des Binnenlandes geschlagen wurden.
Dieser Zustand hielt bis zum Jahre 1820 an, woraufder allgemeine Aufstand der südamerikanischen Colonial-länder Spaniens erfolgte. Die Spanier wurden bei Paseo be-siegt, die Unabhängigkeit proclamirt (1821). Planlosigkeitund Parteiungen erschwerten auch hier die Thätigkeit derrepublikanischen Regierung. Erst durch Bolivar wurden dieSpanier endgiltig 1824 bei Junin und Ayacucho geschlagen. Bürgerkriege tobten
Galapagosinseln, eine Gruppe vulca-nisclier Eilande, 965 Kilometer vonder Küste Ecuadors, im Grossen Oceanzu beiden Seiten des Aequators ge-legen. Die grösste der Inseln ist Albe-marle, mit sechs grossen, vielleichtnoch tliätigen Vulcanen, deren höch-ster bis 1530 Meter ansteigt. Die wildenBaumwollenstauden in den Wäldernund der verwilderte Tabak in derEbene deuten auf früheren Anbau hin.Auch findet man Herden wilden Rind-viehs, wilde Pferde, dürre Schweine undwilde Hunde und Katzen. Auf einigenInseln hausten vormals Schaaren vonRiesenschildkröten, welche den Eilan-den den Namen gegeben haben undfrüher den Hauptausfuhrartikel desArchipels bildeten; sie sind jetzt fastausgerottet.
Quito.
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