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Afrika. — Allgemeine Uebersicht.
bei Kairo und dem Ata-kah bei Suez streicht. DiesesKüstengebirge ist der Ost-rand des sogenannten arabi-schen und des nubischenWüstenplateaus, das sichwestwärts bis zum Nil er-streckt und zu diesem mitsteilen Rändern abfällt. ImOsten ist das Plateau voneinzelnen Bergen und Ge-birgszügen überragt, derenhöchster derDschebel So-turba in 2103 Meter cul-minirt.
Flüsse und Seen.
Afrika ist durch seinegeographischeLage in hydro-graphischer Beziehung in fünf Gebiete gegliedert: in das wasser-reiche Gebiet innerhalb der Tropen (Centralafrika umfassend);in die beiden wasserarmen Wüstenregionen der Sahara und derKalahari; nördlich und südlich dieser Regionen befinden sichdie Gebiete mit periodischem Wasserreichthum der Gewässer.Ihrem Abflüsse nach unterscheidet man die Gewässer des In-dischen Oceans, des Atlantischen Oceans und jene der abfluss-losen Binnenbecken.
1. Das Wassergebiet des Atlantischen Oceans. Der
wichtigste Strom dieses Gebietes ist der Nil; er ist der grösstedes Continents und nimmt in Bezug auf die Entwickelungslängeüberhaupt den zweiten Rang unter allen Strömen der Erde(Mississippi geht voran) ein, in Bezug auf das Stromgebiet denvierten Rang (Mississippi,
Amazonas und Congo gehenvoran). Das Stromgebiet desNil, in seiner Längenachse4120 Kilometer, in seinerBreitenachse 1700 Kilometermessend, bedeckt eine Flächevon 2,810.000 Quadratkilome-ter, also ungefähr den zehn-ten Theil des Continents. DieStromlänge in ihrer ganzenEntwickelung beträgt 6170Kilometer. Der Nil hat keineeigentlichen Quellen, sondernentströmt dem grossen, unge-fähr 80.000 QuadratkilometerFlächenraum einnehmendenUkerewesee, dem auf allenSeiten zahlreiche FlüsschenZuströmen. Nach dem Aus-tritte aus dem Ukerewe mit-telst der Riponfälle strömtder Nil nordwestwärts, stel-lenweise zu Seen sich er-weiternd und dann, sich west-wärts wendend, in den Mw u-tan N’zige (Albert Njansa),um gleich wieder aus diesemSee nordwärts abzufliessen.
Es folgen nun Kataraktebis Lado. Bis zur Vereini-gung des Nil mit dem (ausWesten kommenden) Bahrel Ghazal (Gazellenfluss)führt ersterer den Namen„Bahr el Djebel”. Nach die-ser Vereinigung wendet derStrom scharf nach Osten undnach Aufnahme des Sobat(rechtsseitig) wieder nachNorden. Von hier ab erstführt der Strom den Na-men Bahr el Abiad oder„Weisser Nil”. Bei Chartumerfolgt die Vereinigung mitdem vom abessinischenHoch-
Der Berg Ambaker in der Landschaft Hamasen.
Ein Waldthal im südlichen Congobecken (Lugungwafluss).
lande herabkommenden (denTsanasee durchfliessenden)Bahr el Azrak oder „BlauenNil”, der in Abessinien denNamen Abai führt. Südlichder Kataraktenstrecke em-pfängt der Nil seinen letztenNebenfluss, den gleichfallsin Abessinien entspringen-den (hier Takazze genannten)Atbara, der in der Regen-zeit grosse Wassermengenmit sich führt.
Bald unterhalb dieser Ver-einigung beginnt die Kata-raktenstrecke. Das ersteSchifffahrtshinderniss ist dersogenannte sechste Kata-rakt, der in kurzer Entfer-nung unterhalb von Chartumliegt. Unterhalb der Atbara-mündung befindet sich derfünfte Katarakt, worauf der Nil noch eine Strecke weit, bisAbu Hamed, seine Nordrichtung beibehält. Hier schwenkt erscharf nach Südwesten bis Ambukol; auf dieser Strecke befindetsich der vierte Katarakt. Indem nun der Strom allmählichwieder seine Nordrichtung einschlägt, gelangt er unterhalb vonDongola zum dritten Katarakt und bei Wadi Haifa zumzweiten K atarakt, dem grössten aller Nilkatarakte. Bei Assuanendlich, am südlichen Thore von Aegypten, befindet sich dererste Katarakt. Mit dem Eintritte in Unterägypten spaltetsich der Strom etwas unterhalb von Kairo in die zwei Delta-arme von Damiette und von Rosette, zugleich das Deltaland mitzahlreichen Nebenarmen und Canälen durchädernd. Im Alter-thum hatte der Nil sieben Mündungen (siehe S. 359), an deren
Stellen Strandseen und Dü-nen getreten sind. Das Deltabedeckt eine Bodenfläche von12.198 Quadratkilometer.
Neben dem Nil treten alle übrigenGewässer, welche in das Mittelmeermünden, zurück. Sie sind vorwiegendperiodisch wasserführende Rinnsalevon geringer Entwickelung. Der be-deutendste unter ihnen ist der Sche-liff in Algerien, welcher eine Laufent-wickelung von circa 700 Kilometer hat.
Von der grossen Zahl von Flüssen,welche zwischen dem Cap Spartel unddem Nadelcap in den AtlantischenOcean fallen, sind die wichtigsten: derUed Draa, ein Wüstenfluss von 1150Kilometer Laufentwickelung; der Se-negal mit den Nebenflüssen Bakhoyund Faleme; der Gambia mit 740Kilometer Lauflänge und zahlreichenZuflüssen im Oberlaufe. Zwischen demGambia und dem Niger ergiessen sichzahlreiche Küstenflüsse in den Ocean,darunter etwa 30, deren Länge zwi-schen 200 und 500 Kilometer schwankt.Davon sind zu erwähnen:Casamance,RioGeba, Rio Grande, Rio Cas-sini, Cogon, Sewe und vor allender Volta, der entwickelteste undmächtigste Fluss dieser Küste (circa500 Kilometer Lauflänge).
Es folgt nun der Niger (im Mittel-läufe die Namen Dscholiba, Gurma,Igherreu und Kwara führend), derdrittgrösste Strom Afrikas, mit einerLauf länge von 4160 Kilometer undeinem Stromgebiete von 2,650.000Quadratkilometer. Der directe Abstandvon der Quelle bis zur Mündung be-trägt nur 1900 Kilometer, was denbogenförmigen Lauf des .Stromes kenn-zeichnet. Er bildet sich aus drei Quell-armen: Tamicono, Falico undTembi, und führt im Oberlaufe denNamen Djoliba. Von seinen Neben-flüssen wäre nur der Benue (mit 1400Kilometer Lauflänge) zu erwähnen. DasDelta des Niger (vgl. S. 359) bedeckteine Bodenfläche von 24.226 Quadrat-kilometer.
Zwischen den Mündungen desNiger und Congo ist (lerOgowe dergrösste und wichtigste Fluss. Er hateine Lauf länge von 850 Kilometer, ein