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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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Afrika. — Allgemeine Uebersiclit.

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Schwärmen herfällt. — Ein anderes Insect, das in West- (undauch in Mittel-) Afrika einheimisch ist, und seine Zerstörungs-wuth in anderer Richtung äussert, ist die Termite. Ihr ge-fährlichster Feind ist das Erdferkel. Ein anderer Termiten-vertilger ist der in Guinea vorkommende Quogello, das so-genannte „Langschwanzschuppenthier”.

Zu den Gebieten mit reichstem Thierleben zählen die Ge-genden an den Seen von Aequatorialafrika, besonders jene umden Njassasee.

3. Südafrika. Die äquatoriale Grenze dieser Provinz verläuftvon der Walfischbai bis Mo5ambique und ist die eigenthümlichste

kommen der

maläyischen Rasse. Die mittelländische Rasse besiedelt denganzen Norden Afrikas, die äthiopische Rasse den Sudanund Mittelafrika, die südafrikanische Rasse den südwest-lichen Theil des Continents; die malayische Rasse ist nurdurch die Howa auf Madagaskar vertreten.

I. Die mittelländische Rasse.

Wüstengazelle.

Man begreift darunter folgende Völker:

1. Die Hamiten, welche in die ägyptische Familie undin die libysche Familie zerfallen. Die erstere sind die Nach-alten Aegypter und nehmen das Nilthal ein; es sind dies diearabisch redenden Fellahin (Fellah) und die christlichen Kopten.

Zur libyschen Familie gehören die Berber mit den arabisch-berberischenund berberisch-nigritischenMischvölkern. Die reinenBerber bewohnen den cen-tralen Theil der Sahara, dasarabisch-berberische Misch-volk der Mauren den west-lichen und nördlichsten Theildesselben Gebietes. Maurenfinden sich auch allenthalbenin den nordwestlichen Kü-stenländern des Continents.

—■ In der östlichen Sahara,mit Tibesti als Centralsitz,siedelnberb erisch-nigriti-sche MischvÖlker. Misch-lingsvölker (Hamito-Aethio-pier) sind auch die Gallaund Somali.

Die Berber gelten als die Nach-kommen der alten Libyer, eine An-nahme, die vom Rassenstandpunktedurchaus nicht feststeht. Der auffallende

Die gehörnte Viper (Cerastes aegyptiacus).

unter den äthiopischen Provinzen. Die Zahl der reissenden Thiereist gering. Der Löwe, auf dem Plateau von Transvaal nochhäufig, ist aus Natal verschwunden, desgleichen der Elephant.Das gefährlichste Raubthier ist hier der Leopard. Von Jagdwildist zu erwähnen: der Kudu, eine Hirschg'attung, der Ried-bock und das Eland; von Pelzthieren: der südafrikanischeSchakal, der Luchs, der Kamafuchs, die Genettkatze, der Erd-wolf und das Scharrthier. Die Familie der Steinböcke ist durchden Grysbock und den Blaubock vertreten. Zahlreich istdas Vogelwild. Von besonderenArten finden sich der rothe Pracht-weber, die Paradieseswitwe undder Lori vor. Von den Dickhäuternsind Flusspferd und Nashorn inTransvaal noch vorhanden. Gnusund Zebras sind sehr zahlreich, des-gleichen giftige Schlangen, unterwelchen die zuerst von Emil Holubbeschriebene „Mgamba” (2 Meterlang) die gefürchtetste ist. Eine Spe-cialität des Gebietes ist der Klipp-dachs, der kleinste der Dickkäuter.

— Von Vogelwild ist in erster Linieder Strauss zu nennen, welcherwirthschaftlich ausgebeutet wird.

4. Madagaskar und die Masca-renen. Von 65 Säugethierarten sind34 Halbaffen und 11 Insectenfresserdieser Provinz eigenthümlich. Da-gegen fehlen alle Raub thiere, mitAusnahme der Viverren, alle Huf-thiere, mit Ausnahme des Fluss-schweines, alle Affen und Dick-häuter. Ausserordentlich reich ist die Provinz an Vögfeln. DieReptilien bieten grösstentheils mehr Aehnlichkeit mit indischenals mit afrikanischen Formen, einige sind sogar mit amerikani-schen nahe verwandt.

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Eine Tarantel (Lycosa Tarantula).

Die Völker Afrikas.

Die Gesammtzahl der Bewohner Afrikas wird auf 203Millionen Seelen geschätzt. Sie gehören vier Rassen an: dermittelländischen, der äthiopischen, der südafrikanischen und der

Gegensatz im Typus zwischen den Aegyptern, einigen Stämmen der Sahara und denreinen Berbern im Atlassystem lässt auf grosse ethnische Wandlungen, auf Rassen-mischungen und fremde Einflüsse aller Art schliessen. Anders könnte man für dieblonden Kabylen in Algerien und die rothhaarigen Rifioten in Nordmarokkokeinen Schlüssel finden. In den letzteren will O. Lenz Nachkommen der Vandalenerblicken. Andere lassen auch in den Adern der KLabylen vandalisches Blut rollen.Sicher ist, dass die am Mittelmeere wohnenden Völker Afrikas durch lange Zeitläufefremden ethnischen Einflüssen ausgesetzt waren, welche typische Rassenmerkmaleallenthalben vermischt haben.

Für ziemlich reinbliitige Berber gelten die Imoscliah oder Tuareg (EinheitTargi) des mittleren Saharagebietes. Sie sind der überwiegenden Mehrzahl nach ein

nomadisirendes Volk, das in Bezug auf die so-cialen Verhältnisse, Sitten und Gebräuche inauffallender Weise vor den Nachbarn andererRassen sich auszeichnet. Die Institutionen desMittelalters, die socialen Rangunterschiede zwi-schen Edelmann und Leibeigenen, in Europagänzlich erloschen, spielen unter den Tuaregauch heute noch eine grosse Rolle. Es giebtTribu edler Abkunft — Ihaggaren — undTribu, welche nur aus Leibeigenen bestehenund Imrhad genannt werden. Nur die Edlensind im Besitze politischer Rechte und habenMachtbefugnisse im eigenen Stamme.

Die Mauren sind ein Mischvolk, welchesseine Entstehung der arabischen Invasion (sieheunten) in den vordem re inb erbe rischen Gebietenverdankt. Wie die meisten Mischvölker, habenauch die Mauren als ein höher beanlagtes Volksich gezeigt. Sie waren die Träger einer Cultur,die in der islamitischen Welt weder vorher nochnachher ihres Gleichen hatte. Nachmals gingenaus den Trümmern des Ommejadenreiches eineReihe berberisch-maurischer Dynastien hervor,die aber arabischen Kunststil, arabische Wissen-schaft und Dichtung sich angeeignet. — Heutesiedeln die Mauren in überwiegender Zahl inMarokko und in den an dieses Reich grenzendenStrichen des Saharagebietes. Das atlantischeKüstengebiet der Sahara besiedeln durchwegsmaurische Stämme. Seiner äusseren Erscheinung nach ist der Maure von mittlerer Grösse,schlank und schön gebaut. Er hat eine nur wenig gebräunte Hautfarbe, schwarze Haareund Augen und meistens nur einen spärlichen Bart. Der Maure ist weniger wild alsder Berber, was nicht ausschliesst, dass er im Kampfe ebenso feurig und tapfer ist.

Das berberisch-nigritische Mischvolk von Tibesti in der östlichen Sahara —auch Tibbu-Reschade genannt — ist nach der Schilderung G. Nachtigal’s eineziemlich verkommene Rasse. Misstrauen und Habsucht sind die vorwaltenden Eigen-schaften. Ein stark entwickelter Egoismus macht dieses Volk hartherzig und undank-bar. Nebenher ist es auch unkriegerisch und zittert vor den Tuareg, welche ihnenhäufig genug übel mitspielen. Als Bekenner des Islam zählen sie zu den fanatischestenAnhängern des Propheten, wissen aber im Uebrigen nichts von der Geschichte derislamitischen Völker.

2. Die Semiten. Sie bilden die zweite Familie der mittel-ländischen Rasse. Man unterscheidet reine Semiten oder Araber,

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