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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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B. Mittelafrika.

II. Die Länder des Sudan.

Timbuktu.

Kababisch inne, den Süden des Landes die Bagara. Beidegehören zu den Bedschavölkern. Ausserdem siedeln im Districtevon Dar Nuba Angehörige der Nubarasse (vgl. S. 372).

c) Sennaar, das Land zwischen dem Weissen Nil und demBlauen Nil. Ausgezeichnet durch Fruchtbarkeit ist Nord-Sen na ar ; jene unabsehbare braune Ebene, welche zwischenden beiden Strömen im Süden von Chartum sich ausdehnt. DieBewohner gehören durchwegs dem Bedschastamme an. Haupt-ort des Gebietes ist Sennaar, die ehemalig* eKönigsstadt derkriegerischen Fung, noch immer von festen Mauern umgeben,aber sehr herabgekommen.

Am Zusammenflüsse des Weissen Nil und des Blauen Nilliegt Chartum (früher 40.000 Einwohner), einst der Mittelpunktder ägyptischen Herrschaft im Sudan und als solche verrufenwegen der vielen unlauteren Bevölkerungselemente, welche hierbehufs Ausbeutung des Landes zusammenströmten. Chartumwar auch durch lange Zeit der Mittelpunkt des sudanesischenSklavenhandels und der Sammelort der Sklavenjäger.

d) Zwischen dem Nil und dem Rothen Meere dehnen sichdie Landschaften von Hoch-Nubien, bestehend aus den Gebietenvon Kassala und Taka. Letzteres Gebiet ist ziemlich frucht-bar; trotzdem soll nicht einmal der vierzigste Theil des Landesin Anbau genommen sein. Die Ebene ist angeschwemmtes Landund diese Anschwemmung rührt von dem Gasch her, einemgewaltigen abessinischen Gebirgsstrome, der das Hochland imnordöstlichen Hoch-Nubien bewässert. Hauptort des Gebietesist Kassala, von Mauern umgeben. In der Nähe befindet sichdie gewaltige Granitmasse des Kassala-el-Lus. Hart an derNordgrenze von Abessinien dehnt sich das Land der Bogosmit den Hauptorten Keren und Mensa.

Den äussersten Norden des östlichen Sudan nimmt dieBajudasteppe innerhalb der grossen Beuge des Nil ein.

e) Die frühere ägyptische Aequatoriaiprovinz nimmt das ganzeungeheure Gebiet des oberen Nil ein, doch verstand man vorherunter obiger Bezeichnung in administrativer Beziehung nur denAbschnitt südlich vom io.° Nordbreite. Im Osten des WeissenNil reichte die ägyptische Herrschaft nur auf geringe Entfernungvom Strome landeinwärts. Dagegen umfasste das westlich desNil sich erstreckende wasserreiche Gebiet der Provinz Bahr-el-Ghasal weite Ländereien mit einer dicht siedelnden Neger-bevölkerung, unter welcher die Stämme der Bongo, Niam-Niam und Monbuttu besonders zu erwähnen sind. In dereigentlichen Aequatoriaiprovinz hausen die Bari und Madi.Der wichtigste Ort in diesem Gebiete ist Lado, hart am io.°Nordbreite und unfern der in früheren Jahrzehnten viel ge-nannten, jetzt verlassenen Station Gondokoro.

2. Der mittlere Sudan.

Dieses Landgebiet besteht aus drei Staaten, welche sichvon der Westgrenze von Dar Für bis zum Becken des Tsad-sees erstrecken. Diese Staaten sind:

a) Das Sultanat WadaT (circa 450.000 Quadratkilometer,2*6 Millionen Bewohner), von den südlichen Ausläufern desBerglandes Tibesti im Norden, bis in die Quellregion desSchari im Süden reichend, im Osten an Dar Für und seine süd-lichen Nachbargebiete, im Westen an Baghirmi und Kanem(siehe unten) grenzend. Der mittlere Theil von Wadai* ist zum

Theil von den westlichen Ausläufern des Marragebirges er-füllt. Die Bewohner des Landes sind fanatische Moham-medaner, weshalb das Land bis zum Jahre 1874 den Euro-päern verschlossen war. Erst Dr. Gustav Nachtigal durchzoges 1874 von West nach Ost. Hauptstadt des Reiches istAb es ehr (circa 20.000 Einwohner), zugleich Residenz desSultans. Nordöstlich von Abeschr liegt Wara, die frühereResidenz. Hier wurde der deutsche Forschungsreisende Dr.Vogel 1857 enthauptet.

b) Das Sultanat Baghirmi (circa 200.000 Quadratkilometer,1V2 Millionen Bewohner) liegt zum Theil am südlichen Uferdes Tsadsees, sonst aber ganz im Flussgebiete des Schari.Dieses Land ist eine wasserreiche, äusserst fruchtbare Ebene,die nur an der Ostseite etwas ansteigt. Im Osten grenzt esan Wadai, im Westen an Bornu. Die Bewohner sind einerder kriegerischesten Negerstämme Afrikas und grausameSklavenjäger. Fast der ganze Reichthum des früher vonWadai abhängig gewesenen Sultans besteht aus Sklaven.Hauptort ist Massenja (circa 10.000 Einwohner), unweit desBatschikan, des nördlichen Armes des Schari.

c) Das Sultanat Bornu (circa 150.000 Quadratkilometer, etwa8 Millionen Bewohner) ist der wichtigste Staat im mittleren

Sudan. Er umfasst das Gebiet zwischen dem Tsadsee und demSchari im Osten, den Haussastaaten im Westen, reicht nörd-lich in das Saharagebiet hinein und ist im Süden von dem StaateAdamaua begrenzt. Das Land ist mit Ausnahme der Grenz-provinzen im Nordwesten, Westen und Süden durchaus eben.Die Bewohner stehen auf einer relativ hohen Stufe der Ge-sittung und beschäftigen sich vorwiegend mit Ackerbau. Derherrschende Stamm sind die Kanuri (1V2 Millionen), doch sinddie zu Bornu gehörigen Nuba und Tuareg viel zahlreicher(je 2V2 Millionen). Hauptstadt ist Kuka (ciroa 60.000 Ein-wohner), etwa 40 Kilometer westlich vom Tsadsee gelegen, einziemlich weitläufiger Ort mit lebhaftem Markt. Residenz desSultans.

d) Das Land Kanem (circa 60.000 Quadratkilometer, 100.000Bewohner), angeblich ein von Bornu abhängiger Tributärstaat,mit Mao als Hauptstadt.

e) Das Reich Adamaua (140.000 Quadratkilometer, circa4 Millionen Einwohner), im Süden von Bornu, mit der Haupt-stadt Yola (circa 20.000 Einwohner). Das Land liegt im Strom-gebiet des Benue, des wichtigsten Nebenflusses des Niger, undist ein dicht bevölkertes Ackerland.

3. Der westliche Sudan.

Man begreift darunter das Gebiet zu beiden Seiten desoberen und mittleren Niger und unterscheidet zwei Staaten-gruppen: die Haussastaaten, östlich vom mittleren Niger, bisBornu und Adamaua reichend, und die Fellatastaaten, zubeiden Seiten des Niger, zwischen den Haussastaaten im Ostenund Senegambien im Westen. Die wichtigsten Fellata-staaten sind:

a) Das Reich Bambarra (auch Segu genannt, circa 160.000Quadratkilometer, 4V2 Millionen Bewohner), mit der HauptstadtSegu-Sikoro (circa 30.000 Einwohner), am linken Ufer desoberen Niger (Dscholiba) gelegen und von einem starken Erd-walle umgeben. Im Palaste, der 2000 Mann und 500 Pferde zu

St. Lollis in Senegambien.