B. Mittelafrika. — III. Aequatorial-Afrika.
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fassen vermag - , befinden sich Höfe,
Stallungen, Magazine für Waaren,
Lebensmittel und Kriegsbedarf.
b) Das Reich Massina (circa170.000 Quadratkilometer, 6V2 Millio-nen Bewohner) im Nordosten anBambarra anschliessend und bis zurgrossen Nigerbeuge reichend, mitTimbuktu (nur circa 15.000 Einwoh-ner), der nördlichsten Einbruchstationder aus der Sahara nach dem Sudanverkehrenden Karawanen. Die Stadt,zu Zeiten über Gebühr als „Metro-pole der Wüste” g'epriesen, ist durchKriege sehr heruntergekommen undliegen ganze Stadttheile in Ruinen.
Timbuktu liegt etwas nördlich desNiger, wo dieser seinen grossen Bog*ennach Osten und Südosten vollführt.
c) Das Reich Gando (circa 200.000Quadratkilometer, 5V2 Millionen Ein-wohner), zu beiden Seiten des mitt-leren Niger, mit der ungemein ausge-dehnten und volkreichen HauptstadtGando (70.000 Einwohner).
d) Andere, kleinere Fellatastaatensind: Tombo, Mosi, Gurma undBorgu, sämmtlich am rechten Uferdes Niger, zwischen Gando undMassina.
Die wichtigsten Haussastaaten
sind:
a) Das Reich Sokoto (circa 320.000Quadratkilometer, 8 Millionen Bewoh-ner) mit der Hauptstadt Kano (50.000
Einwohner), derzeit dem grössten Markte im Sudan, seinerBlüthe und Handelsthätigkeit wegen das „London des Sudan”genannt. Die eigentliche Residenzstadt des Sultans ist Sokoto(25.000 Einwohner) mit weitläufigen Palastanlagen.
b) Ausser diesem Reiche werden die Namen verschiedenerkleinerer Staaten — Gober, Kebi, Katsena, Bolobolou. s. w.— genannt, welche indess jetzt insgesammt von Sokoto abhängigzu sein scheinen, oder mit diesem einen Staatenbund unter Vor-herrschaft Sokotos bilden. — Die politischen Verhältnisse indiesem Gebiete — desgleichen in den Fellatastaaten — sindfortwährenden Umgestaltungen ausgesetzt.
4. Senegambien.
Dieses grosse und schöne Land, theils Berg-, theils Flach-land, bildet den westlichsten Abschnitt der Nigerländer. DieFruchtbarkeit des Landes ist überaus gross, daher die Vege-tation eine äusserst üppige. Theils wild, theils cultivirt kommenBaumwolle, Indigo, Tabak, Zuckerrohr vor, und überall ge-
Eingeborene vom Senegal.
deihen Pistacien, Maniok, Yams. Inden höher gelegenen Strichen ge-deihen Tamarinden, Orangen, Citro-nen, Brotfruchtbäume. Die Waldun-gen liefern Eben- und Mahagoniholz.Es fehlt nicht an Herden von Ele-phanten und Affen, an Löwen, Pan-thern, Büffeln, Antilopen, Krokodilen.Gazellen und Strausse werden nebenden gewöhnlichen Hausthieren ge-zähmt gehalten.
Die Bevölkerung theilt sichin drei Völkergruppen, in die Man-dingo, Wolloff und Fula, welcheebensoviele Staatengruppen bilden.
Den wichtigsten Theil von Sene-gambien bildet die französische Colo-nie, welche sich zu beiden Seiten desFlusses Senegal bis in die Nähevon Segu und längs der atlantischenKüste von der Mündungsbucht desGambia im Süden bis in die Nähedes Cap Blanco im Norden erstreckt.Das Areal dieses Gebietes (in Folgeder fortwährend zunehmenden Aus-dehnung nach dem Inneren nicht be-stimmbar) umfasste im Jahre 1888 nacheiner Berechnung 385.000 Quadrat-kilometer; die B ewohnerzahl betrug1888 1,850.000 Seelen. — Naturpro-duc te und Ausfuhrartikel sind: Felle,Wolle, Schmuckfedern, Elfenbein, Erd-nüsse, Gummi, Wachs, Sesam, Palmöl,Kautschuk. Cultivirt werden ferner:
Hirse, Reis, Mais, Pataten, Maniok.Gold kommt aus dem Inneren.
Die vornehmsten Oertlichkeiten sind: St. Louis (15.000Einwohner), auf einer von zwei Mündungen des Senegal indem Meere gebildeten Insel gelegen, Sitz des Gouverneurs undHauptniederlage des Handels auf dem Senegal. — Goree (24.000Einwohner), die grösste Stadt von Französisch-Senegambien,auf der gleichnamigen Insel, unfern des Grünen Vorgebirgesgelegnen und mit St. Louis durch eine Eisenbahn verbunden. —Der wichtigste Ort im Inneren der Colonie ist Bakel (circa2000 Einwohner), Militärposten am Senegal.
Südlich vom Gambia befinden sich, zu beiden Seiten desCasamanceflusses, zwei kleine Enclaven der französischenColonie Senegambien. Sowohl diese Enclaven als die DistricteRio-Nunez, Rio-Pongo und Mellacoree, welche an derSierra Leoneküste liegen, führen in administrativer Beziehungofficiell die Bezeichnung „Rivieres du Sud”.
An der Küste von Senegambien befinden sich ferner: die britischeColonieGambia (180 Quadratkilometer, 15.000 Bewohner) mit dem Hauptorte Bathurst; dieportugiesischen Factoreien (69 Quadratkilometer, circa 9000 Bewohner), Cascheo,Ziginchor, Geba und Bissao; Hauptort ist Cascheo mit 600 Einwohnern.
III. Aequatorial-Afrika.
Unter Aequatorial-Afrika versteht man das ausgedehnteContinentalgebiet, welches von der Basislinie, die man sich vominnersten Winkel des Golfes von Guinea gerade nach Ostengezogen denkt, nach Süden bis zu den Flüssen Sambesi (in-disches Wassergebiet) und Cunene (atlantisches Wassergebiet)erstreckt. Um die beiden Guinea — Ober-Guinea und Nieder-Guinea, von welchen nur das letztere innerhalb des vorstehendangedeuteten Gebietes liegt — nicht von einander zu trennen,rechnet man gewöhnlich Ob er-Guinea, das geographisch zuden Sudanländern gehört, gleichfalls zum Aequatorialgebietvon Afrika.
Darnach zerfällt Aequatorial-Afrika in die nachfolgendengrossen Landcomplexe: 1. Ober-Guinea, 2. Nieder-Guinea,3. Congostaat und Nachbargebiete, 4. Ostafrika.
1. Ober-Guinea.
Unter dieser Bezeichnung versteht man das Küstenlandzwischen der Küste von Senegambien und dem innersten
Winkel des Golfes von Guinea (der Biafrabucht), beziehungs-weise dem Kamerungebirge, welches die natürliche Grenz-marke zwischen Ober-Guinea und Nieder-Guinea bildet. DieKüstenstriche führen von Westen nach Osten die BezeichnungenSierra Leoneküste, Pfefferküste, Elfenbein- (oder Zahn-)Küste, Goldküste, Sklavenküste und Beninküste. Land-einwärts rechnet man alles Land bis zum io.° Nordbreite zuOber-Guinea.
a) Die Sierra Leoneküste. In sie theilen sich Frankreich,welches hier drei Districte der „Rivieres du Sud” seiner sene-gambischen Colonie besitzt, und England. Der englische Be-sitz umfasst circa 2600 Quadratkilometer mit 40.000 Bewohnern.Hauptort ist Freetown (15.000 Einwohner), auf mässig frucht-barem Boden und mit höchst gefährlichem Klima. Zu dieserColonie gehören noch die beiden Eilande Bolama und Sche-rebro, die Losinseln (Isias de los Idolos) und einige andereInselchen. — Die deutsche Factorei „Colinsland” (oder Ca-pitayland) im Nordosten der Losinseln steht unter deutschemSchutz. Das zur Factorei gehörige Gebiet heisst Komba und
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