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B. Mittelafrika.
III. Aequatorial-Afrika.
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Cape Coast Castle (Goldküste).
dehnt sich auf der Nordwestseite der Dembiahmündung. — ImInneren der Sierra Leoneküste liegt das Reich Kuranbo mitder Hauptstadt Kolakonka; Residenz des Königs ist Falaba.
b) Die Pfefferküste (so genannt nach dem hier ge-deihenden Malaguettapfeffer) — auch Kruküste genannt,nach den Kru-Negern, einem aussergewöhnlich kräftigenMenschenschlag und fleissigen Arbeitern, welche ausdiesem Grunde häufig ausser Landes Dienst suchen undfinden. — Die ganze Pfefferküste wird von der Neger-republik Liberia (37.200 Quadratkilometer, 1,068.000 Be-wohner) eingenommen. Die Republik verdankt ihr Daseineiner Regierungsmassnahme der Vereinigten Staaten vonAmerika, indem nach Erwerbung des betreffenden Land-striches (1816) die in Folge der Aufhebung der Sklavereifreigewordenen Schwarzen in Afrika angesiedelt wurden(1822). Im Jahre 1847 erklärte sich die Colonie als un-abhängige Republik, doch giebt diese nur ein Zerrbildeines Staatswesens nach unseren Begriffen ab. Hauptortder Republik ist Monrovia mit circa 3000 Einwohnern.Haupterwerbszweig ist die Kaffeecultur; andere wichtigeBodenproducte sind Maniok und Kartoffeln. Ausgeführtwerden: Zucker, Gummi, Mahagoniholz, Rosenholz, Palmöl,Kautschuk, Ingwer, Colanüsse, Pfeffer und Gold. — ImOsten von Liberia liegt die kleine oligarchische RepublikMaryland mit Cavalla als Hauptort.
c) Die Elfenbeinküste oder Zahnküste. Sie erstrecktsich vom Cap Palmas (auf dem Gustav Nachtigal 1885bis 1887 provisorisch beerdigt lag) im Westen bis zumCap Three Points im Osten, und g*ehört der westliche Theildieses Küstenlandes noch zur Republik Liberia. Die einförmige,nur Kokoshaine tragende Zahnküste wird fast ihrer ganzenAusdehnung nach von einer Lagune begleitet, in welche die
Küstenflüsse münden. Hier befinden sich die französi-schen Colonien Grand-Bassan und Assinie. DieHaupthandelsartikel sind Gold, welches theils in Klumpen,theils in Körnern aus dem Inneren nach der Küste ge-bracht wird, ferner Kautschuk, Gummi und Elfenbein. DerAssiniefluss ist bis 100 Kilometer stromauf schiffbar.
d) Die Goldküste. Sie erstreckt sich vom Cap ThreePoints im Westen bis zum Voltafluss im Osten und be-findet sich seit 1872, in welchem Jahre die Holländer ihrenAntheil an der Küste an England abtraten, ganz im Be-sitze des letzteren (circa 40.000 Quadratkilometer, 500.000Bewohner). Der wichtigste Ort ist Cape Coast Castle(10.000 Einwohner), der Mittelpunkt eines sehr lebhaftenLand- und Seeverkehrs. Der Reichthum der Goldküstean Edelmetallen, namentlich an Gold, ist sehr ansehnlich.Das zweitwichtigste Handelsproduct ist Palmöl; Elfen-bein ist nur in geringen Mengen vorhanden; Kautschukkommt fast gar nicht vor. Die Bewohner gehören zumStamme der Fanti-Neger.
An die britische Colonie grenzt binnenwärts das Reich Aschanti, dermächtigste Barbarenstaat im Inneren der Goldküste (circa 190.000 Quadratkilo-meter, 4V2 Millionen Bewohner), mit der ausgedehnten und volkreichen Haupt-stadt KLumassi (100.000 Einwohner). Hauptproducte sind Elephanten, Rinder,Schafe, Reis, Yams, Palmöl, Baumwolle, Gummi, Gold. — Die Aschanti sindunter allen Negervölkern in Ober-Guinea das physisch bestgeartetste und in-telligenteste. Das Heer zeichnet sich durch Tapferkeit und Disciplin aus. TapfereLeute tödten sich selbst, oder lassen sich von ihren Sklaven tödten, um nicht lebendin die Hände des Feindes zu fallen. Der Selbstmord vor dem Feinde wird in ersterLinie von den Generalen begangen, die ihre Niederlage nicht überleben wollen.
Uferstrecke bei Weida (Sklavenküste).
Das Land hat einen sehr verschiedenartigen Charakter. Von der Küste land-einwärts breitet sich mehrere Tagereisen weit eine fruchtbare Ebene aus, über welchezahllose Termitenhügel aufragen. Weiter binnenwärts folgen sanft ansteigende, zunächstmit Buschwald, in der Folge mit urwaldähnlichen Beständen bedeckte Plateauterrassen,deren Lichtungen dicht besiedelt sind. Die letzte Stufe bilden mit Klippenbergen be-säete Grasfluren.
Deutsche Factorei am Kamerunflusse.
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e) Die Sklavenküste. Man begreift darunter alle Küsten-länder zwischen der Mündung des Volta im Westen undder Mündung des Niger im Osten. Das Hinterland nimmtim Osten das Negerreich Yoruba, in der Mitte das ReichDahome, im Westen das Eweland ein. — In den Besitzder Sklavenküste theilen sich vier europäische Mächte:Grossbritannien, Frankreich, Deutschland und Portugal.
Der englische Besitz umfasst den östlichen Theilder Sklavenküste, einschliesslich der Mündungen desNiger, bis zum deutschen Kamerungebiet in Nieder-Guinea. Hauptort der englischen Colonie ist Lagos(60.000 Einwohner, einschliesslich der Umg*ebung*), aufeiner kleinen Insel gelegen, circa 24 Kilometer vom Fest-lande entfernt, eine reine, freundliche Stadt und wichtig-ster Ausfuhrhafen für Palmöl in ganz Ober-Guinea. Zwi-schen Lagos und dem Festlande erstreckt sich das Aestua-rium des Ogunflusses.
An den englischen Besitz grenzt im Westen diefranzösische Colonie Porto Novo, an diese weiterwestlich der schmale Küstenstrich von Weida, welcherbis Ende 1887 (siehe unten) von Portugal besetzt gehaltenwurde. Hieran schliesst weiter westlich die französischeColonie Gross-Povo.