B. Mittelafrika.
III. Aequatorial-Afrika.
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Der deutsche Be-sitz umfasst das To-goland (westlich vonGross-Povo), welches1884 occupirt wurde.Dieses Gebiet ist einflacher, schmaler Kü-stensaum, welcher aufder einen Seite vomMeere, auf der anderen(nördlichen oder Fest-lands-) Seite von un-geheuren Lagunen be-grenzt wird. Die wich-tigsten Punkte sind:Klein-Povo, PortoSegura und Bageida.Das Nachbargebiet desTogolandes ist dasEw e-land(Eweawo) mit einersehr rührigen und wohl-gearteten Negerbevöl-kerung.
Das mittlere Hinterland derSklavenküste nimmt das ReichDahome (10.000 Quadratkilo-meter, 180.000 Bewohner), mitdem Hauptorte Abome (60.000Einwohner) ein. Die wichtigstenProducte sind: Ziegen, Schafe,Schweine, Palmöl, Yams, Ba-taten, Mais, Hirse. Es herrscht
Dorf der Fan am Ogowe.
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lebhafte gewerbliche Thä-
tigkeit: Baumwollengewebe, Leder- und Thonwaaren. — Das Reich Dahome istberüchtigt wegen der grässlichen Menschenschlächtereien, welche bei feierlichen An-lässen stattfinden — eine Barbarei, die auch im Aschantireiche im Schwange geht.Dieser scheusslichen Sitte entsprechend zeigt sich der Palast des Königs im Schmuckevon Menschenschädeln, welche auf allen Mauern aufgepflanzt sind. Der König ist voneiner weiblichen Garde umgeben, welche bemerkenswertherweise weitaus das tüchtigsteElement im Heere von Dahome bildet.
Die Neger von Dahome (Fons) sind, trotzdem ihnen von ihrem Könige übelmitgespielt wird, von guter Gemüthsart. Sie sind Leibeigene des Königs, der überLeib und Gut seiner Unterthanen nach Gutdünken verfügt. Man darf indess nichtglauben, dass die furchtbaren Menschenopfer aus Hang nach Grausamkeit gebrachtwerden; es handelt sich hierbei vielmehr um einen ererbten Volksgebrauch, der inreligiösen Wahnvorstellungen wurzelt. Reisende aus neuester Zeit setzen viel Hoffnungauf den civilisatorischen Einfluss der Colonien und glauben, bereits eine Abnahmeder rituellen Menschenschlächtereien constatiren zu können.
Im August 1885 hatte Portugal die Schutzherrschaft über das Reich Dahomeübernommen. Die daraus erwachsenen Schwierigkeiten, insbesondere die Unmöglichkeit,die volle internationale Verantwortung für die Handlungen des Königs von Dahomezu tragen, haben indess die portugiesische Regierung bestimmt, Ende 1887 auf dieseSchutzherrschaft zu verzichten.
Das Gebiet am Unterlaufe des Niger wird von mehrerenkleineren Negerreichen eingenommen, unter welchen jenes vonBenin (die gleichnamige Hauptstadt hat 15.000 Einwohner) daswichtigste ist. Im Nigerdelta selbst haust eine schwarze Be-völkerung, welche auf der tiefsten Stufe der Gesittung unterallen Negerstämmen steht. In Neu-Cal ab ar und in Alt-Cal ab arwerden alle Zwillingskinder umgebracht; desgleichen wird jedesKind getödtet, bei welchem — die oberen Zähne zuerst zumDurchbruche kommen. Kinder werden auch ins Meer ge-worfen, als Opfer für den Haifisch, der als Hauptfetischverehrt wird. Andere Menschenopfer kommen bei jedemwichtigeren Anlasse vor; auch herrscht noch Cannibalismus.
2. Nieder-Guinea.
Nieder-Guineareicht vom innersten Winkel des Golfesvon Guinea bis zur Mündung des Cunene. In politischerBeziehung theilen sich in dieses Gebiet hauptsächlichPortugal und Frankreich; Deutschland besitzt dieColonie Kamerun, Spanien einen kleinen Küstenstrichan der Coriscobai. An der Congomündung unterbricht einschmaler, bis ans Meer reichender Streifen Landes desCongostaates den Zusammenhang der portugiesischenBesitzungen.
a) Das Kamerungebiet. Seit 1884 in deutschem Besitz,dehnt sich dieses Gebiet zwischen dem Alt-Calabarflusse,der die nördlich vom Kamerunflusse gelegenen Gebirgeumfliesst, und dem Kamerunflusse und von hier süd-wärts bis zum Cap Campo. Das Land steigt von derKüste terrassenförmig an und wird von dem mächtigen,in circa 4000 Meter Seehöhe culminirenden Kamerun-massive (bei den Eingeborenen „Monga ma Lobah”, d. i.
Götterberg) beherrscht. — Der Kamerunfluss bildet einmächtiges Delta, doch ist ersterer stromauf noch gänzlichunerforscht. Das Klima ist nicht sehr gesund; die Vegetationüppig und von wunderbarer Abwechslung in den einzelnenHöhenregionen des Kamerunstockes, der an seiner Basis eineFläche von ungefähr 2200 Quadratkilometer einnimmt. — DieBewohner des Kamerungebietes gehören vorwiegend zumStamme der Dualla-Neger.
Officiell führt dieses deutsche Colonialland den Namen„Guineagebiet”. Es hat nur als Handelscolonie Wichtigkeit. Dasin den Niederungen mörderische Klima lässt höchstens diePlantagenwirthschaft zu. Alles Land um das weitverzweigteAestuarium des Kamerunflusses ist ein äusserst üppiges Tropen-gebiet. Die wichtigsten Bodenproducte sind: Oelpalme, Mango,Ananas, Citronen, Kaffee, Erdnüsse und Bananen.
In der Ambasbai befindet sich die britische ColonieVictoria.
b) Französisch-Nieder-Guinea. Dieses Colonialgebiet bestehtaus den älteren Besitzungen am Gabun und Ogowe, und ausdem weitläufigen zwischen dem Aequator und dem mittlerenCongo sich erstreckenden Gebiete, welches durch die Thätigkeitdes französischen Forschungsreisenden Peter Graf Savorgnande Brazza grösstentheils aufgehellt und auf der Berliner Congo-conferenz an Frankreich geschlagen wurde. Der Flächeninhaltdieses Gebietes (einschliesslich der älteren Colonie) beträgt
Am Stanley-Pool.
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