B. Mittelafrika.
III. Aequatorial-Afrika.
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Der Bangweolosee.
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von hier bis zur Mündung desselben, fiel an die portugiesischeColonie Angola. Desgleichen wurde der Küstenstrich zwischendem Tschiloango und dem Yuwa (circa 60 Kilometer) Por-tugal zuerkannt, so dass der Congostaat nur einen schmalenKüstenstreifen von ungefähr 50 Kilometer Länge besitzt.
Nach planimetrischer Berechnung bedeckt der Congostaateine Bodenfläche von rund 2,560.000 Quadratkilometer. DieZahl der Bewohner wird verschieden hoch geschätzt und ent-zieht sich natürlich jeder Controle; Stanley nimmt eine Bevölke-rung von 35 Millionen Köpfen an, eine officielle Schätzungergiebt nur 27 Millionen.
Hinsichtlich der Bodengestalt verweisen wir auf das S. 362Gesagte.
Wir erinnern hier nur daran, dass sich das Congo-b ecken (circa 600.000 Quadratkilometer), das Gebiet am Mittel-läufe des Congo, als eine centrale Senkung des Continents inGestalt eines riesigen Ovals darstellt, dessen Längenachse un-gefähr 1000 Kilometer, dessen Breitenachse 600 Kilometer misst.— Der Nordabfall des mittelafrikanischen Hochlandes,das sich ungefähr am 18. 0 Südbreite quer durch den ganzenContinent dehnt, hat im Grossen und Ganzen den Charaktereines sanft gewellten Hügellandes, das in Stufen nach demCongobecken sich hinabsenkt, wofür die zahlreichen Strom-schnellen und Katarakte der südlichen Congo-Nebenflüssesprechen. Im Norden steigt das Congobecken gegen die „nord-äquatoriale Wasserscheide” an; sie trennt das Wasser-gebiet des Congo von dem des Nil einerseits und dem desSchari andererseits.
Dieses Gebiet ist noch gänzlich unerforscht und umschliesst,namentlich in Bezug auf gewisse hydrographische Fragen, nochmanches Problem, wie beispielsweise jenes desUelle, der seinenUrsprung neben dem oberen Nilgebiete hat, dann westwärtsfliesst, unbekannt wohin. Das Kärtenbild ist demgemäss fort-während graphischen Experimenten unterworfen; doch ist esnach einer Entdeckungsreise des Belgiers Van Gele wahrschein-lich, dass der Uelle und der rechts zum Congo fliessende Ubangiidentisch seien.
Ueber Ursprung und Verlauf des Congo siehe S. 365. Der Theil desvon der Congoregierung thatsächlich verwalteten Congothales beginnt bei den„Stanley-Fällen”. Sechs derselben liegen südlich vom Aequator, der siebentenördlich desselben. Die hier etablirte Fallsstation wurde wiederholt vonEingeborenen und arabischen Händlern angegriffen und neuerdings verbrannt,so dass sie verlassen werden musste. Gleich nachdem der Congo den A.equatorgeschnitten, ändert sich die Richtung seines Laufes, welche bisher eine süd-nördliche war, in eine solche von Südost nach Nordwest. Unaufhaltsamwälzen sich nun die enormen Wassermassen zwischen weit auseinanderliegendenUfern, zwischen unzähligen Inseln, an ungeheuren Wäldern, volkreichenNiederlassungen und an den Mündungen mächtiger Nebenflüsse vorbei, un-behindert durch das riesige Alluvialbecken, welches die centrale Senkung vonAequatorial-Afrika einnimmt.
Der Strom wendet sich im weiteren Verlaufe nach Westen, nachdemer von rechtsher wiederholt mächtige Zuflüsse (Aruwimi, Mangala, M’bundjuund andere) aufgenommen hat, dann nach Südwest und Süd, so dass er nunden Aequator im Rückläufe zum zweitenmale schneidet, und zwar in rechtemWinkel. Später hält der Congo wieder die südwestliche Richtung bei, wobeisich sein Bett rasch verengt, um in einer seeartigen Ausweitung — Stanley-Pool — zum letztenmale vor dem Durchbruche des Hochlandsrandes seineWassermassen anzusammeln. Etwas oberhalb des Stanley-Pool fällt von linksder wasserreiche Kwango, nachdem er sich kurz vorher mit dem Uabumaoder Mfimi (der den Leopold II. See entwässert und in welchen sich dermächtige Kassai ergiesst) vereinigt hat.
Mit ungeheuerer Gewalt tosen bald unterhalb des Stanley-Pool dieWassermassen des Congo das starke Gefälle hinab, meist zwischen steil auf-ragenden Uferwänden, Katarakte folgen auf Katarakte, im Ganzen 32 an der
Zahl, welche Stanley die „Livingstone-Fälle” genannt hat. Der in Fesselngeschlagene Strom, an der Ausbreitung durch die Felsufer behindert, suchtRaum in verticaler Richtung, so dass er stellenweise eine Tiefe von über 90Meter erreicht.
In dem weitläufigen Mündungsbette, das an der breitesten Stelle fast10 Kilometer besitzt, wälzt der Congo, bei einer Tiefe, welche nirgends wenigerals 37 Meter beträgt, eine Wassermasse dahin, die in der Trockenzeit minde-stens 70.000, zur Zeit der Flussschwelle aber 120.000 Kubikmeter in derSecunde erreicht. Man erhält von dieser Wassermasse den richtigen Begriff,wenn man erfährt, dass das Meer in einer Entfernung von 22 Kilometer vonder Küste noch vollkommen süss ist und die lehmbraune Farbe des Congobesitzt. Ja noch in einer Entfernung von 64 Kilometer ist das Wasser brackisch.Die Strömung soll noch 480 Kilometer weit im Ocean fühlbar sein (?).
Die Bewohner des Congostaates gehören durchwegsder Völkerfamilie der Bantu (A-Bantu) an, und zwar derengeren Gruppe der Congovölker. Um den Bang-weolosee und Moerosee herum siedeln die Babisa,ein Handelsvolk, das das weite Gebiet ausserhalb seinerengeren Heimat durchwandert und sich überhaupt durchgrossen Unternehmungsgeist hervorthut. — Von anderenStämmen in diesem Theile des Congostaates wären zunennen: die Manjuema am Lualaba, die Bakuss undBakun im Westen dieses Flusses, die Waguha imWesten des Tanganjikasees.
Den Südrand des Congostaates nimmt eine Völkersippeein, deren Gruppen zum Theil sprachlich von einander ge-schieden sind, wie beispielsweise die Bassonge von den Ka-lunda, dem Grundstöcke der Bevölkerung des grossen Reichesdes „Muata Jamwo”, das im Südwesten an den Congostaatgrenzt. Sprachlich unterscheiden sich diese Völker in zweiGruppen, von denen eine der Bundasprache, die andere derLundasprache angehört. Diese Idiome sind so grundverschie-den, wie vergleichsweise nur irgend zwei europäische Sprachen.
Zu beiden Seiten des Congo siedeln Völkerschaften, welchenoch in völliger Barbarei stecken und zum Theil dem Canniba-lismus ergeben sind; die Warega hausen nördlich von Njangwe,die Amu-Niam am Unterlaufe des Aruwimi. Zwischen demKubi und dem Tanganjikasee siedelt das Zwergvolk derBatua,welches Wissmann für den Ueberrest der Urbevölkerung hält.Cannibalen sind auch die Bangala am Congo nördlich von derAequatorstation, doch scheinen sie unter den jetzigen Cultur-einflüssen von dieser Barbarei abgelassen zu haben.
Das Klima des Congostaates ist, soweit es sich um Gebietehandelt, welche von Weissen thatsächlich besiedelt sind, fürdiese letzteren äusserst ungünstig. Namentlich im Tief lande ander Congomündung richtet das excessive Tropenklima grosseVerheerungen unter den europäischen Ansiedlern an. Nach einerZusammenstellung von A. Wauters sind von 427 Beamten desCongostaates bis Ende December 1887 nicht weniger als 64 ge-storben, während 86 andere aus Rücksicht für ihren Gesund-heitszustand vor Ablauf ihres dreijährigen Contractes nachEuropa zurückgesandt werden mussten.
Von den Producten und Erzeugnissen des Congostaateswären zu nennen: Maniok, Erdnüsse, Kaffee, Zuckerrohr, Ingwer,Pfeffer, Kautschuk, Oel, Baumwolle, Indigo; ferner Elfenbein,Häute, Straussenfedern, V^achs; dann aus dem Mineralreiche(vorläufig an den Grenzen von Nieder-Guinea constatirt): Magnesia,Steinsalz, Schwefel, Asphalt, Eisen, Kupfer, Blei, Silber undGoldstaub.
Den officiellen Angaben zufolge bezifferte sich die Aus-fuhr des Congostaates während des Jahres 1887 auf 7% Mil-
Der Ukerewesee.
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