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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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C. Südafrika. — 3. Das Capgebiet.

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Hauptstadt der Republik ist Bloemfontein (3500 Ein-wohner), ein reinliches Städtchen mit mehreren Kirchen,einem ansehnlichen Schulgebäude, Clubhaus, Theater u. s. w.

Von den anderen Ortschaften sind zu nennen: Wieburg (2000 Ein-wohner), etwa 24 Kilometer nordöstlich von Bloemfontein, der ältere Hauptortder Republik, mit einem Gefängniss. — Smithsfield (2000 Einwohner), nichtweit vom Caledon, einem Nebenflüsse des Oranjestromes und 60 Kilometervon Aliwal, dem nächsten Orte der Capcolonie, mit Magazinen für denDurchzugshandel. — Harrismith (2000 Einwohner) im Vaalflussdistrict, demgrössten und am besten bewässerten des Freistaates, am Fusse des Kathlamba-gebirges gelegen und daher wichtig als Schlüssel zur Hauptverbindungsliniedes Freistaates mit Port Natal. Das Städtchen liegt im Mittelpunkte eineskornreichen Districtes. — Andere Oertlichkeiten sind: Bethlehem (2000 Ein-wohner), Jagersfontein (2000 Einwohner), Taba-Untschu (3000 Ein-wohner), nur von Eingeborenen bewohnt, Fauresmith u. a. m.

Im Jahre 1885 hatte sich zwischen den beiden früherenGegnern, den Zulus und Boern, ein förmliches Freund-schaftsverhältniss entwickelt, bei welchem Anlasse auffrüherem Zulugebiete die „Neue Republik” (Nieuwe Repu-bliek) gegründet wurde. Diese Gründung war hauptsächlichder Thatkraft und Klugheit eines Deutschen, Adolf Schiel,zu verdanken, der als Grenzfarmer ein starkes Interesse ander Wiederherstellung geordneter Zustände im Zululandehatte. Der Bestand dieses kleinen Freistaates war indessnur von kurzer Dauer; nach einer Nachricht aus Capstadtvom 6. Juni 1888 hat der Volkraad der neuen Republikdie Vereinigung derselben mit dem Transvaalstaate einstimmiggenehmigt.

c) Das englische Schutzgebiet. Bis in allerjüngste Zeit er-streckte sich das Colonial- und Machtgebiet Grossbritanniens inSüdafrika nicht über den Oranjefluss nordwärts hinaus. Dochschon während des letzten Zulukrieges liess die Regierung derCapcolonie das jenseits des mittleren Oranje gelegene Griqua-land militärisch besetzen. Seitdem, namentlich aber seit dem Auf-treten der Deutschen an der Südwestküste von Afrika (in AngraPequena etc.), hat Grossbritannien seine Schutzherrschaft überdas ganze weite Hinterland von der Kalahariwüste im Westen,dem Limpopo im Osten und bis zu einer idealen Grenze imNorden, welche fast bis zum Sambesi reicht, proclamirt.

Das Griqualand (richtiger: West-Griqualand) bildete vom Zeitpunkte derGründung der südafrikanischen Republik bis zum Jahre 1881 einen Bestandtheil derletzteren. Mehrmals war seitens Englands der Versuch gemacht worden, das Griqua-land von Transvaal abzutrennen. Als England 1877 vorübergehend Transvaal unterseinen Willen beugte, annectirte es auch West-Griqualand, welche Annectirung imJahre 1881 gesetzliche Sanction erhielt. Bald hierauf brach ein Bürgerkrieg aus,welcher England veranlasste, das West-Griqualand zu räumen. Seitdem ist indess aber-mals die Besetzung dieses Gebietes erfolgt, und in allerjüngster Zeit erklärte England,wie bereits erwähnt, das ganze Betschuanenland (einschliesslich der Kalahari-wüste) als britisches Schutzgebiet. Das Land der sogenannten „freien” Betschuanenerstreckt sich als ein schmaler Streifen vom Sambesi im Norden bis zum mittlerenOranje im Süden. Es giebt fünf solch kleinerer Betschuanenreiche, von denen nur dasReich Bamangwato, das grösste von allen, von einiger politischer Bedeutung ist.

Ganguellatypen.

d) Die Eingeborenenreiche. Darunter sind die grossen De-spotien zu beiden Seiten des mittleren Sambesi, dann zwischendiesem und dem Limpopo zu verstehen, also im Norden undNordosten des Betschuanengebietes. Die Bewohner dieser Reichesind Kaffern mit den Hauptstämmen der Ama-Zulu und Ama-Xosa. Man unterscheidet drei grosse Reiche: das „Kaiserreich”Marutse-Mambunda, zu beiden Seiten des mittleren Sambesimit der Hauptstadt Sescheke; das Reich der Matabele,südlich vom unteren Sambesi; das Reich der Makololo amSambesi im Bereiche der Victoria-Fälle.

Diesen drei grossen Reichen sind verschiedene Völkerschaften unterthan, so dieMakalakas, die Massaruas u. a. m. Am gefürchtetsten sind die Matabele, welchevon Zeit zu Zeit wohlorganisirte Raubzüge unternehmen, bei denen es nie ohne Ge-walttaten der schrecklichsten Art und unmenschliche Grausamkeiten abgeht. DenEuropäern sind die Matabele am feindlichsten gesinnt. Die Marutse und die Bamang-wato haben sich als weit gefügiger erwiesen. Schoschong (in Bamangwato) ist diewichtigste Oertlichkeit im Inneren von Südafrika. Für den Weissen, sei er Forscher,Jäger oder Händler, war Schoschong von jeher ein Ort von grosser Bedeutung under wird es auch in Zukunft bleiben. Besteht doch hier ein eigenes „weisses Viertel”,in welchem englisphe Händler einen Theil des Jahres wohnen, um mit den Ein-geborenen Handelsgeschäfte abzuschliesen, oder die noch weiter nach dem Innerenvordringenden Jäger mit den notwendigen Bedürfnissen zu versehen.

An der äussersten Nordgrenze von Südafrika, d. h. in den Quellgebieten desCunene und Sambesi, wohnen verschiedene Bantustämme, deren wichtigste dieBailundo, Bieno und Ganguella sind. Diese Stämme sind physisch um so ent-wickelter, je weiter entfernt von der Küste sie wohnen. Unter den erforschten Stäm-men bezeichnet der portugiesische Forschungsreisende Serpa Pinto die Ambuellaals denjenigen Bantustamm, bei welchem Civilisation und Fortschritt in Zukunft zuerst Eingang finden dürften.Die schrecklichen Blutbäder oder heimtückischen Metzeleien, welche in allen grossen innerafrikanischenReichen an der Tagesordnung sind, kommen unter den letztgenannten Stämmen äusserst selten vor.

Matabelekrieger.

3. Das Capgebiet.

Das Capgebiet — auch Capland, oder die „Capcolonie” genannt — nimmtden südlichsten Theil von Afrika ein und wird, sowohl vom Atlantischen Oceanals vom Indischen Ocean bespült. Landeinwärts bilden der Oranjestrom und diehohen Randgebirge der Küstenterrasse die natürliche Grenze des Capgebietes.Im geographischen Sinne zerfällt das Capgebiet in folgende Abschnitte: in daseigentliche Capland (inclusive Britisch-K affraria), in das bisher unabhängigeKaffraria (Zululand), in das Basutoland und in die Colonie Natal. Der Flächen-inhalt von ganz Britisch-Südafrika beträgt 1,206.314 Quadratkilometer.

Die Capcolonie wurde durch die Holländer innerhalb des Landes der Hottentotten gegründet und zurBlüthe gebracht. Im Jahre 1795 eroberten sie die Engländer zum erstenmale, im Jahre 1806 zum zweitenmale.In dem Frieden von 1815 musste ihnen die Colonie gänzlich abgetreten werden. Durch die Annectirung desZululandes und Abgrenzung einer „Reservation” für die Bewohner des früheren Zulureiches bildet die Cap-colonie mit Natal, welches bis dahin mit ersterem ausser räumlichem Zusammenhänge stand, ein in sichabgeschlossenes Gebiet.

Das Klima im Caplande ist subtropisch und in Folge des Mangels anFeuchtigkeit gesund und überaus milde, weshalb häufig Engländer, deren Ge-sundheit in Ostindien gelitten hat, hierher übersiedeln. Während des Sommers,der im September beginnt, herrscht der Südostwind vor, der Winter dagegenbringt meist nordwestliche, von Regen und Nebeln begleitete Luftströmungen.

Hinter den westlichen Randgebirgen erhebt sich die „Karr00” (Karruh), eine Hochebene, deren Aus-sehen je nach den Jahreszeiten ein sehr verschiedenes ist: 'eine trostlose brennende Sand- und Thonebeneim Sommer, mit trockenen Flussläufen, weite Strecken des Bodens von der Hitze in breite Furchen aus-einandergerissen — eine lachende Blumen- und Wiesentrift in der Regenzeit. In der Dürrezeit fast bar allerVegetation und nur von einigen Mimosen, die am Rande der Flussläufe kümmerlich gedeihen, belebt,sprossen nach den ersten Regentagen Lilien, Amaryllis, Mesembryantheen und Iris aus dem gelbrothenBoden. Zu dieser Zeit belebt sich die im schönsten Blumenschmucke prangende Karroo mit den Viehheerdender benachbarten Niederlassungen, und sie wird zugleich zum Tummelplätze der eigenartigen südafrikanischen

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