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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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Weltverkehr. A. Die Rohproducte des Welthandels.

(in Italien allein für 25 Millionen Mark Ausfuhr) und Federn,als Schmuckfedern (Strauss) oder zu anderen Zwecken. Besondersgeschätzt sind die Dunen der Eidergänse (vgl. S. 418).

Unter dem thierischen Dünger, der in den Handel kommt,spielt der Guano die grösste Rolle. Die wichtigsten Bezugs-quellen sind Peru und Chile. Die Chincha-Inseln allein habenbisher an 12 Milliarden Kilogramm geliefert, doch sind dieLager daselbst gegenwärtig fast erschöpft.

In der Nutzung von Insecten steht die der Seidenraupeobenan. Die europäischen Hauptproductionsgebiete der Seidesind: Norditalien, Südfrankreich, Spanien, der Süden von Oester-reich-Ungarn, Griechenland, die Türkei und Russland. ImJahre 1885 betrug die Seidenproduction (in tausenden Kilo-grammen) in China circa 9000, Italien 2457, Japan 2000,Frankreich 535, Türkei 530. Der grösste Seidenproducentist sonach China.

Von grösster Bedeutung für die Ernährungsverhältnissevon Millionen von Menschen, welche am Meere wohnen, ist dieSeefischerei, in deren Dienst zahlreiche Fischerflottillen stehen.Obenan stehen: Die Häringsfischerei (in der Nordsee alleinjährlich 3000 Millionen Stück Ausbeute), der Stockfischfang(Neufundland jährlich für 80 Millionen Mark), der Walfisch-fang und der Robbenfang (vgl. S. 416 und 417), der Austern-

Arabischer Pferdemarkt.

fang (vgl. S. 307). Das Meer liefert ferner Badeschwämme,Korallen und Perlen.

Auch die Fischerei in den Landgewässern ist vongrosser Wichtigkeit. Am entwickeltsten, beziehungsweise er-giebigsten ist sie in den grossen Strömen Russlands. InAstrachan allein werden jährlich an 400.000 Störe und Hausengefangen und die Masse des ausgeführtenCaviars (Roggenvom Stör) beträgt über 4 Millionen Kilogramm.

II. Die Nutzung der Pflanzenproducte.

Die in der Weltwirthschaft eine Rolle spielenden Cultur-und Handelspflanzen zerfallen: in Nahrungs- und Genuss-mittel im engeren Sinne, wohin auch die Gewürzpflanzenzu zählen sind; in Reizmittel und Medicinalpflanzen; inNutzhölzer; in Nutzpflanzen für die Industrie und in eineAnzahl anderer Pflanzen und Pflanzenstoffe.

a) Nahrungs- und Gonusspflanzen. Denselben kommtdie grösste Bedeutung in der Weltwirthschaft zu. Obenanstehen die Cerealien und unter diesen sind Weizen undRoggen weitaus die wichtigsten. In zweiter Linie kommenGerste, Buchweizen und Mais iri Betracht. Die grössten

Getreideproducenten sind die Vereinigten Staaten von Amerikaund Russland. Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht dieProductionsmengen in den wichtigsten Ursprungsländern, undzwar in Millionen Hektoliter:

Jahr

Land

Weizenu. Spelz

Roggen

Gerste

Hafer

Mais

1887

Vereinigte Staaten. . .

1607

8-6

20-9

232-4

5i3*i

1886

Russland.

56-5

232-8

47-2

200-5

7*4

1886/7

Oesterreich-Ungarn . .

68-1

49-1

38-8

28*2

21*2

1886

Deutsches Reich . . .

40*6

83*8

37*i

I07-I

1886

Frankreich.

107*3

22*6

17-9

89-3

9-6

1886

Grossbritannien ....

27-7

25-4

54-8

1886

Italien.

39'8

i-5

3-i

5'2

27*3

1885

Belgien.

8-o

6*3

2-0

9-i

Der europäische Gesammtbedarf an Getreide beziffertsich auf etwa 1518 Millionen Metercentner, wovon nur etwa60 Millionen Metercentner aus anderen Erdtheilen eingeführtwerden müssen. In der europäischen Getreideeinfuhr stehendie Vereinigten Staaten von Amerika obenan; im Jahre1887 repräsentirte die Ausfuhr an Getreide und Mehl aus diesemProductionsgebiet 599 Millionen Mark. Aus Canada betrug1886 die Ausfuhr an Weizen 1*207 Millionen Kilogramm, an

Gerste und Roggen 315Millionen Kilogramm, anHafer 143 Millionen Kilo-gramm. In Russlandrepräsentirte 1887 dasAusfuhr - Erträgniss fürWeizen 140 Millionen Ru-bel, für Roggen 54*4, fürGerste 34*7, für Hafer 40*7,für Mais 19*3 MillionenRubel.

Der grösste Ge tr eide-consument in Europa inBezug auf die Einfuhr istGrossbritannien, dasnicht weniger als circa80% seines Gesammtbe-darfes durch die Einfuhraus Russland, Indien undder Union decken muss.DiegrössteMaisausfuhrliefern Rumänien und Un-garn, die grössteGe r s t e n-ausfuhr Russland. DieRoggeneinfuhr stehtam höchsten im Deut-schen Reich. Im Allge-meinen erzeugt Europarelativ den weitaus gröss-ten Theil des Getreides,und wenn Grossbritanniennicht einen Einfuhrbedarfvon circa 60 Millionen zudecken hätte, würde die gesammte Getreideproduction Europaseinen Ueberschuss von mehreren Millionen Metercentnern er-geben. Neben dem Getreide und dem Mehl bildet auch dasGetreidestroh, welches in der Industrie die mannigfaltigsteVerwendung findet, einen Gegenstand des Welthandels.

Von den nickt zu den Cerealien gehörenden Nahrungs- und Genussmittelnragen durch ihre wirthschaftliche Bedeutung hervor: der Reis, welcher der grösserenHälfte des Menschengeschlechts, namentlich den Orientalen, zum Lebensunterhaltedient. Grosse Mengen von Reis werden aus Britisch-Indien (1887 um 170 MillionenMark) und Cochinchina, dann aus Italien, Spanien und Japan ausgeführt. Der grössteReishafen ist Rangun in Britisch-Birma. Unter den Knollengewächsen stehendie Kartoffeln obenan. Sie bilden für Millionen Menschen das hauptsächlichste Nah-rungsmittel. Der grösste Kartoffelproducent (in relativem Sinne) ist Irland, demnächstDeutschland. In den Tropenländern von Amerika und Afrika vertreten Maniok undBataten die Kartoffel. Hülsenfrüchte und Gemüse bilden keine eigentlichenArtikel des Welthandels, immerhin aber solche im Localhandel. Die Cultur dieser Nah-rungspflanzen steht besonders hoch in China und im Deutschen Reiche. GrössereMengen von Hülsenfrüchten gelangen aus Kleinasien und Syrien nach Europa.

Unter den Obstfrüchten sind nur die Südfrüchte fürden Welthandel von Belang. Immerhin ist der Handel mit euro-päischem Obst nicht unbeträchtlich; in manchem Jahr führtGrossbritannien nicht weniger als für 180 Millionen Mark euro-päisches Obst ein. Die entwickeltste Obstcultur unter alleneuropäischen Ländern besitzt Frankreich. Die wichtigsten Süd-früchte, welche in grösseren Mengen in den Handel kommen,sind: Agrumen (Citronen und Orangen) aus Italien, Syrien undRhodos (hier in' manchen Jahren 30 Millionen Stück); Feigen

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