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brennen muss; welches Dunkel musste damals geherrschthaben, wo die Meere sich noch nicht kondensirt hattenund kein Lichtstrahl der Sonne die dicke Gas- undDunsthülle zu durchdringen vermochte. Wie eine höhereInspiration klingen da die einfachen Worte der Bibel:»Und die Erde war wüste und leer und es war finsterauf der Tiefe.«
Allmählich nahmen die Schollen an Grösse zu; dieZonen der Ansammelungen derselben erreichte eine immerweitere Ausdehnung, bis sie zuletzt als zusammenhängendeKruste die ganze Erdoberfläche überspannten, zuerst nurals dünne Schale, welche die täglichen Fluthwellen desflüssigen Erdinnern, die damals rascher vor sich gehendeAbkühlungs-Zusammenziehung, endlich der in langenPerioden stattfindende Wechsel der Sonnennähe übereine der Halbkugeln — die Präzession der Tag- undNachtgleichen, wobei die Erde einmal in der Sonnen-nähe sich befindet, wenn diese, wie in der Jetztzeit,senkrecht über dem südlichen Wendekreis steht, nach21000 Jahren,*) aber zu derselben Jahreszeit, über demnördlichen Wendekreis sich befinden wird.
Die durch die grössere Nähe stärker wirkendeSonnenanziehung wird sich schon damals geäussert habenund zwar derart, dass die wahrscheinlich seit Urzeitenund auch jetzt noch nach ihrer spezifischen Schwereim Erdinnern gelagerte feuerflüssige Masse, der grösserenAnziehungskraft folgend, langsam im Erdinnern dieschwereren Stoffe bald mehr unter die südliche, bald