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Widerstand der an Dicke zunehmenden Erdkruste stetsgewaltigerer Kräfte bedarf, um sie zu zersprengen, unddass die dabei stattfindenden Umänderungen und Beweg-ungen der Erdkruste immer grössere Dimensionen an-nehmen, wie es die seit einem geologischen »Gestern«bestehenden Gebirge des Himalaya , der Alpen u. a. zubeweisen scheinen.
Nebst der langsamen Drehung der ganzen Erdrindein geologischen Zeiträumen, werden grössere oder kleinereKrustentheile zeitweilig in verschieden starke Bewegungenversetzt — vom leichten Erzittern bis zum wellenartigenSchwingen, ja sogar manchmal in einen horizontalenWirbel. Krustensprengungen, Zusammenfaltung von Ge-birgen , Bergstürze, Hebungen und Senkungen, bildendie Ursache zu solchen Bewegungen, häufig aber auch,wenn sie von einer vulkanischen Thätigkeit causgehen,sind die Erschütterungen nicht Ursache, sondern Folgeeiner Bewegung der festen Erdkruste, und solche vul-kanische Erschütterungen verändern wohl auch die Gestaltder Erdoberfläche, aber nicht in weiter Ausdehnung,und sind, wie ihre Ursachen, meist lokale Erscheinungen,die aber, wegen der oft explosionsartigen Plötzlichkeitihres Auftretens und ihrer Wirkung, für das organischeLeben auf der Erde von den verderblichsten Folgensind, obgleich sie gegen jene Kräfte, welche Kontinenteheben und senken und ebene Krustentheile zu Gebirgs-zügen zusammenpressen, als höchst unbedeutend an-gesehen werden müssen. Diese grossen Umwälzungengehen aber zumeist allmählich vor sich, und die grossenErdkatastrophen, welche manchmal wahrscheinlich dochvon ihnen herbeigeführt werden, sind durch so grosseZeiträume von einander getrennt, dass sich der Lebens-kreislauf ganzer Arten von Geschöpfen innerhalb der-selben abwickeln kann, einzelne ihren Untergang finden,