meeres wurde zum grossen Theile Kontinentalland, undin den Spitzen der Gebirge von vielleicht 3000 mt. unterbis auf 8000 mt. über den Meeresspiegel erhoben; Ein-senkungen erfolgten, die in jüngerer Zeit den englischenKanal, früher aber den grössten Theil des mittelländischenMeeres, den adriatischen und wahrscheinlich auch denmexikanischen Meerbusen schufen, und fast gewiss istdas Versinken grosser Landmassen im indischen undnordatlantischen Ocean. Die Ursache dieser grossartigenUmwandlung der Erdoberfläche, die sich freilich im Ver-laufe von Millionen Jahren vollzog, ist wahrscheinlicheine der Folgen der während der ganzen Tertiärzeit ineiner Richtung fortgesetzten Drehung, und vermuthlichvollzog sich der grösste Theil dieser Veränderungenals überaus langsame Hebung und Senkung, was abernicht ausschliesst, dass einzelne Episoden einen kata-strophenartigen Charakter haben konnten.
Durch eine Aufzählung einiger Beispiele der nochjetzt stattfindenden Bewegung der Erdkruste soll ver-sucht werden, nachzuweisen, dass auch in der Gegen-wart, wie in den früheren Zeiten, die Erdkruste in un-unterbrochener Bewegung und fortdauernder Umwand-lung begriffen ist, und da in der Natur jede Bewegungeinen Kraftaufwand bedingt, jede Kraft aber eine Ent-stehungsursache haben muss, so ist es gerechtfertigt, vonder sichtbaren Wirkung einer Kraft auf diese selbst undauf ihre Entstehung einen Schluss zu ziehen, wie es imersten Kapitel versucht wurde, während jetzt die sicht-baren Beweise jener Kräfte angeführt werden sollen.
Jeder Hebung oder Senkung der Kruste muss noth-wendigerweise das plötzliche Entstehen einer Bruchspaltevorhergehen, wenn diese nicht schon aus früherer Zeitvorhanden war; plötzlich desshalb, weil die starrenFelsen der Bewegung einen Widerstand entgegensetzen,