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Vollständiges Lehrgebäude der ganzen Optik, oder der Sehe-Spiegel- und Strahlbrech-Kunst : darinn die Gründe derselben theoretische und practisch vorgetragen, die Verfertigung der Maschinen und Instrumente, die Zubereitung aller Arten von Spiegeln und optischen Gläsern deutlich gelehret, auch der Gebrauch derselben bey den Experimenten gezeiget wird / von C. L. D.
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190 III. Theil Cap. I. Artic. 2. Von dem medio refractionis i

Ob aber ein Glas accurat und recht ſphaͤriſch geſchliſfen, ſolches wirdman gewahr, wenn man deſſen Rand betrachtet, ob derſelbe rund herumgleiche dick ſey, findet ſich ſolches nicht, ſo iſt es eine Anzeige, daß das Glasſchief geſchliffen, und die eentra der Flaͤchen nicht auf einander paſſen, dahero ein ſolches Glas in einem Tubo nicht zu gebrauchen, auch uͤberal einenſchlechten Effect thun wird, weil in ſelbigem die Ketruckion nicht ordentligeſchehen kan. Oder man miſſet das Glas mit einem Taſterzirkel() ob elaller Orten, in gleicher Diſtanz, von dem Mittelpuncte, auch gleicher Dicke ſey. W. p. 745.

Oder man halt daſſelbe gegen ein Fenſter, und gibt genau acht, ob deauf dem Glaſe erſcheinende Fenſterſcheiben, welche in Wenden des Glaſesauf und abwarts gehen, ſo wohl in der Mitte, als am Rande deſſelbeneinerley Groͤſſe und Figur behalten. Verſchieben ſich aber ſolche und ziehenſich zuſammen, wird das Glas gewiß nichts taugen. A. p. 23. und muvon neuen geſchliffen werden.

Oder wenn man verſchiedene Objecte dadurch anſiehet, z. E. eine gerab-Knie, einen runden Cireul, ein Quadrat oder Triangel, und, wenn madas Glas um ſein eigen centrum drehet, dasjenige, was gerade iſt, nichkrum, ſondern ganz helle und deutlich erſcheinet, auch die uͤbrigen Figurenihre rechte Geſtalt behalten. W. p. 745.

Die Guͤte eines Concavglaſes kan man an beſten durch ein Convel/glas, von einer groͤſſeren Sphaͤre oder Segment, eraminiren, wenn maßdaſſelbe, zuſamt dem concaven, in einen Tubium gehoͤrig ſetzet, und dSonne, auf eine weiſſe Wand oder Papier, durchſtralen laſſet, ſo wird dConverglas alle Fehler des Concavglaſes, auf dem Papiere entdecken. 95

Oder, man haͤlt das Glas ſo weit von einem Objecte ab, bis das 7,ject in dem puncto confuſionis ſtehe, ſo wird man ſehen, was in dem Glſe wirblicht und krum gebogen iſt, welches man oft, wenn das Glas 9poliret iſt, nicht obſerviren kan. Es ſtehet aber das Objeet alsdenn in bepuncto confuſionis, wenn es weder aufrecht, noch umgekehrt, ſondern ga,confus erſcheinet, alſo daß man weder die Geſtaͤlt, Farben, noch Licht!Schatten deſſelben erkennen kan. 69

Obe

.* 00) Dieſer muß von wohlgehaͤmmerten Meſſing ge heil ein eiſern oder ſth 5lern Zirkel leicht Schrammen oder Nite das Ga bennett aber n 0nem Gewinde etwas ſtrenge und doch egal ſich auf und zu machen laſſen, auchnicht biegen. Ha. p. 161. N hin( Trit man dieſem Punt naher, ſiehet man das Object aufrecht, weichet mangegen von ſelbigem zurück, wird daſſelbe umgekehrt erſcheinen. K. p. 323.