532
keit der in den kalkarmen Wassern lebenden Muschelnwelche sich übrigens auch noch besonderer -Beobachtung er-freuen. Die Perlen, durch deren Produktion die Muschelnsich auszeichnen, gelten bekanntlich als ein sehr wertvollerSchmuck, und sie wurden auch die Veranlassung, dass dieRegierungen die Perlenfischerei als Regale erklärt haben. —Wenn irgend ein körniger , fremder Körper auf den kalk-ausscheidenden Mantel des Thieres einen beständigen Reizdurch Druck ausübt, so wird der Mantel an der treffendenStelle zu erhöhter Production von Kalkablagerungen veran-lasst und es entstehen um den den Reiz ausübenden Kernconcentrische Schmelzablagerungen, die, wenn sie frei zwi-schen Mantel und Schale beweglich bleiben, die kostbarenPerlen liefern. Die Perlen sind jedoch nur dann werthvoll,wenn sie schönen, reinen, weissen Perlmutterglanz besitzen;diess ist jedoch durchaus nicht so häufig der Fall, und esfinden sich oft genug Perlen von schmutziggelber, ja sogarschwärzlicher Farbe, ja es werden mitunter Gebilde ver-schiedener Form und selbst von zweierlei Farben gefunden,deren Herstellung einem kunstfertigen Dreher alle Ehremachen würde. — Häufig sind Perlen an der Schale ange-waehsen oder es entstehen durch Verletzung der Schalenperlartige Auswüchse an derselben. — Grosse Perlen vonreiner Kugel- oder länglicher Birnform, wenn sie von hellemglänzenden Perlmutter sind, sind die werthvollsten und eswerden je nach ihrer Grösse sehr hohe Preise dafür be-zahlt. Im Ganzen ist jedoch die Production der Muschelnan Perlen eine sehr geringe. Es bedarf der Untersuchungvon circa 100 Muscheln, um eine Perle zu erhalten, undunter 18 der gefundenen Perlen findet sich erst eine sehrschöne der erstenSorte. — Versuche, auf künstlichem WegePerlen zu erzeugen, haben zu keinem glücklichen Resultategeführt. Infolge der unvernünftigen Perlenfischerei, dieohne Kenntniss der Naturgeschichte der Perlmuscheln, undohne Beachtung der das Fortkommen der Thiere beein-flussenden Umstände ausgeübt wird, nehmen die Perlmuschelnan vielen Orten so sehr ab, dass deren gänzliches Aussterbenzu besorgen ist.
I