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Das Linththal, wie es ware, und wie es jezt ist, oder: Die Entsumpfung des Linththals : ein Denkmal schweizerischen Gemeinsinns und Vaterlandsliebe
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ermuchigt > machte Hr. Escher der Tagsatzung von isos, inLuzern , den Antrag, statt der bisher beabsichtigten Correk-tionen des bestehenden LinthbettS / vielmehr einen ganz neuenKanal zu graben, der so gerade und so kurz seyn sollte,als die Bildung des Thals eS gestatten würde/ und der fürdie Austrocknungszwecke sowohl als für die Schiffahrt ge-gen die frühern Plane sehr wesentliche Vortheile darbot.Sein Vorschlag ward genehmigt und der Aufsichts-Kommis-sion der Lintharbeiten die Ausführung übertragen.

Das Werk bot in seinem Verlauf manche/ zum Theilunvorgesehene Schwierigkeiten dar. Wo das Flußbett zusechszehn Fuß vertieft werden sollte / konnte man anfangs ,des WasserzudrangS wegen / nur vier Fuß erreichen. Manbenutzte nun die Kraft des Stromes selbst zum Tiefergraben.Ueberall nämlich , wo das alte Linthbett beybehalten werdensollte / und da / wo der neue Kanal bis auf die dem ganzenThalboden zum Grund liegende Sand- und Gefchieb-Uuter-lage yinabgetrieben werden mußte/ wurde die Vertiefungdurch Faschinen-Spornen bewirkt, mit welchen man die Linthso enge zusammendrängte/ daß sie gezwungen ward / ihr Bettselbst zu vertiefen; die dadurch weggeschwemmte Geschicb-masse ward durch eine zweckmäßige Anlage dieser Spornen sogeleitet/ daß sie in die alten zu verlassenden Strombett-Stückegetrieben wurde , die dadurch gutentheilö ausgefüllt und zulandwirthschaftlicher Benutzung vorbereitet wurden. Wo hin-gegen der Kanalgrund nicht aus Sand und Geschiebe/ son-dern aus Lehm-Erde bestuhnd / welche vom Wasser nicht an-gegriffen ward, da wandte Hr. Escher/ mit dem bcßten Er-folg / ein neues Hülfsmittel an. Aus einem vor Anker ge-legten Schiffe wurden mit einem etwa 70 Pfund schweren /unten mit Eisen beschlagenen Ruder / das etwa 12 Fuß Längehat / und mit einem drey Fuß langen Querholz versehen ist/stromabwärts die wczuschwcmmenden Stellen aufgewühlt.Der Strom entführte dann die getrennten Theile und denaufgelösten Schlamm. Diese Bohr-Ruder dienten ebenfallszur Wegschaffung alter Steinwehre und Versenkung / indemman mit denselben Felsenstücke von mehr als 50 KubikfußInhalt losmachte.