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Allgemeine geographische Meteorologie : oder Versuch einer übersichtlichen Darlegung des Systems der Erd-Meteoration in ihrer klimatischen Bedeutung / von A. Mühry
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1. Die Fluctuationen in der Temperatur.

a) Die jährliche Fluctuation. Wäre die Oberfläche derErde eine homogene, bestände sie etwa nur aus Wasser oder nuraus Land und auch ohne ungleiche Erhebungen des Bodens, sowürde auch die geographische Vertheilung der Temperatur, vomperipherischen Gürtel der Halbkugel bis zu ihrem Pole hin, gleich-mässig in parallelen concentrisclien Isotherm-Kreisen erfolgen, zu-gleich völlig regelmässig jährlich und täglich fluctuirend, aber we-gen Stabilität des Systems der Circulation in der Atmosphäre, ohnedie unregelmässigen Undulationen. Die bestehende ungleiche Be-schaffenheit und auch unsymmetrische Vertheilung von Meer undLand auf der Oberfläche der Erdkugel hindern einen solchen regel-mässigen Rhythmus, und dies ist eben näher bedingt durch die un-gleiche Iieaction des Festlandes gegen die Sonnenstrahlung im Ver-gleich zum Meere, von welcher schon die Kede gewesen ist. InHinsicht auf den Flächen - Umfang aber verhalten sich Land undMeer zu einander, etwa wie 1 zu 3, auf der nördlichen Hemisphärejedoch etwa wie 5 zu 7. Bestände die Oberfläche der Erde blossaus Land, so würde auf der heissen Zone besonders die Erwär-mung höher sein bei Tage, aber auch die Abkühlung tiefer beiNacht; auf den ektropischen Zonen würde besonders die Erwärmunghoher sein bei culminirender Sonne im Sommer, aber auch in glei-chem Verhältniss würde die Abkühlung tiefer sein bei der Decli-mition im Winter. Bestände dagegen die Oberfläche der Erde blossaus Meer, so würde umgekehrt auf der heissen Zone besonders derHnterschied von Tag und Nacht sehr gering sein, und auf denektropischen Zonen würde besonders der Unterschied von sommer-hclier und winterlicher Zeit ein kleiner sein. Bei der in Wirklich-keit bestehenden Vertheilung von Land und Meer, welche dere ktropischen Zone, wenigstens der Nord - Hemisphäre, überwie-gend Land zugewiesen hat, muss dem entsprechend eine Mi-schung von Land- und See-Klima für das Ganze daraus her-vorgehen, aber auch eine räumliche Sonderung derselben mächtigsich geltend machen.

Der Sonnenstand bewegt sich mit senkrechter Richtung derStrahlen (wodurch so entschieden die Intensität der Erwärmungv ergrössert wird) auf dem peripherischen Gürtel der Erde nur inner-kalb der 47 Breitegrade zwischen den beiden Wendekreisen, und einJeder der beiden Wendekreise wird im Jahreslaufe einmal in senk-