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Allgemeine geographische Meteorologie : oder Versuch einer übersichtlichen Darlegung des Systems der Erd-Meteoration in ihrer klimatischen Bedeutung / von A. Mühry
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Schicht, in Folge der sehr langsamen Fortleitung der Wärme, wäh-rend der ganzen jährlichen Fluctuation, auch während der Zeit dervon oben vorschreitenden Emission, verbleibt. In' der That die geo-graphische Zusammenstellung der (freilich noch sehr ungenügendvorhandenen) Thatsachen spricht für solche Vorstellung. Ohne dieInsolation würde die Oberfläche der Erde sehr wahrscheinlich nahebis zur Temperatur des Weltraums (40° bis48° 11.) abge-kühlt sein; jene hat dies verhindert und hindert es ferner mit un-gleicher, abnehmender Stärke vom Aequator bis nach den Polen hin und bis zu dem gegenwärtig, wenigstens seit den historischenZeiten, bestehenden stabilen Zustande, d. h. ohne dass die Erdkugelseitdem nachweisbar irgend ferneren Verlust an Wärme erfahrenhat und noch erfährt (nicht 1 /i36 Grad nach Laplace). Aber ohnedie innere eigene Erdwärme würde die Insolation tiefer nach innendringen und die Oberfläche kühler bleiben. Hier begegnen sichalso, wie so häufig im Kleinen geschieht, Ausstrahlungen von zweiverschiedenen Wärme-Quellen. Die Insolation geschieht aber nichtin reiner Continuität, sondern mit Intervallen oder rhythmisch, undzwar doppelter Art, mit halbjährlichen und mit halbtäglichen Gegen-wirkungen. Der Absorption der ein strahlenden Sonnenwärme vonSeiten der Oberfläche der Erde steht im Wechsel-Verhältniss ge-genüber ein Verlust derselben durch Ausstrahlung, erstere erfolgtzur Sonnenzelt bei Tage, die andere zur Schattenzeit bei Nacht,erstere ist überwiegend im Sommer, die andere im Winter, undbeide sind an Zeitdauer völlig gleich. Die Insolation ist gleichsamzusammengesetzt aus täglichen Impulsen, 365 an Zahl, denen ant-worten eben so viele tägliche Kepulse, indem erstere überwiegen indem einen Halbjahre, letztere in dem anderen Halbjahre. Aber imGanzen bleibt doch als Ergebniss, dass die Absorption der Sonnen-wärme überwiegend ist über deren Emission, insofern wenigstensals die beschattete Hälfte der Erde niemals völlig die Insolations-Wärme wieder verhört, welche sie aufgenommen hatte', während sievon der Sonne beschienen ar; sie nimmt ja nie die Temperaturdes Weltraums an. Man kann vielleicht die Behauptung wagen,dass dies geschehen würde, wenn nicht die umgebende Atmosphärees hinderte, welche vielleicht die Einstrahlung mehr zulässt, als dieAusstrahlung von der dunklen Oberfläche (wie Aehnliches in denGlashäusern der Gärtner zu bemerken ist); oder auch wenn nichtdie innere tcllurischc Wärme doch auf dieses Ergebniss von Einwir-