39
seine Temperatur nach den Polen hin bemerklicher abnehmend,ist schon früher angegeben worden, und es wird später noch näherdargestellt werden, dass die Isotherm-Linien auf dem Ocean, im Ver-gleiche mit denen auf dem Continent, weder im Winter so weit ab-War ts nach dem Aequator zu, noch im Sommer so weit aufwärtsnac h dem Pole hin schwanken. Auch auf der Polar-Zone bleibt eingrosser Theil offenes flüssiges Wasser, und dies ist dann nie kälterals —1 (| 5 8 R. (oder auch — 2 °, nach seltenen Angaben), währendfreilich die Oberfläche des Eises durch Ausstrahlung in strengstervv >nterzeit hier bis unter —40° erkalten kann (nach Beicher). Alsos ° weit das Meer offen ist, bekommt es nie eine Tempe-r atu r unter —1°,2 (bis —2°) R.
Sehen wir, unserer jetzigen Aufgabe gemäss, in die Tiefe desganzen Oceans, so finden wir eine Abnahme der Temperatur in ver-frkaler Richtung, bis zu dem bekannten und erwähnten Temperatur-frfr'acle der grössten Dichtigkeit und Schwere des Wassers, d. i. etwaß. Die Bedingung dazu ist eine doppelte; theils erfolgt dieErwärmung durch die Sonnenstrahlung auf der Oberfläche, theilsa frer ist das wärmere Wasser leichter und bleibt deshalb oben, in-fr eitl das oben etwa abgekühlte untersinkt und wärmeres aufsteigt.i '- rn schwersten ist aber das Meerwasser bei 2° R., daher muss diesauc h unten bleiben; würde es noch kälter, so würde es wieder leich-* er Und aufsteigen; daher behält das Meer in der untersten grossenSchicht constant diesen Temperatur - Grad von 2°. Eine weitereEolge i s t, dass auf den höheren, kälteren Breiten dies Gesetz aucha uf der Oberfläche durch Umkehrung der Verhältnisse sich geltendAachen - muss; wirklich findet sich in den beiden circumpolarendecken das Verhältniss umgekehrt; die Oberfläche des Meeres istkälter, nach unten hin erfolgt eine Zunahme der Temperatur. Diegeographische Grenze, wo diese Umkehrung beginnt, wird ungefährezeichnet durch den Verlauf der Isotherm - Linie von 2° bis 3°at rf dem Spiegel des Oceans, freilich fluctuirend mit den Jahres-zeiten. Fürerst kommt es darauf an, mit Ausschluss dieser excep-honellen polarischen Gebiete, die submarinen Temperatur-Verhält-nisse im grossen und wärmeren Ocean zu betrachten.
Eie Abstufung, mit welcher im Ocean die Abnahme der Tem-peratur nach der Tiefe hin besteht, ist sehr schwierig oder garnie t bestimmt anzugeben, weil sehr ungleich temperirte und mannig-, ac e Strömungen auch in der Tiefe zu viele störende locale Ver-änderungen bewirken. Vielleicht kann man, nach sehr unvoll-