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Seht dort der Leidenschaften Brut,
Das lügnerische.Kirrgetümmel,
Der niedern Ehrsucht feile Gluth,
Es ist ein artiges Gewimmel.
Leb’, Erde, wohl, ich flieg’ zur Stund ’
In unbekannte Himmelszonen,
Mein Fuss berührt nicht mehr den Grund,
Ich mess’ der Wolken Regionen.
Dort winkt gestirnet der Zenith,
Der weite Horizont verschwindet;
Mich däucht, dass hier mein Gott mich siehtUnd mir die Ewigkeit verkündet ...
Jedoch die dtinn’re Himmelsluft,
Gedämpft hat sie mein Flugesfeuer;
Mich fröstelt, und ein feuchter DuftVerhüllt mein Auge wie ein Schleier.
Ach, aus ist’s; Unermesslich keit,
Du bist nur da für höh’re Geister;
Ich fühl’ es wohl, die MenschlichkeitIst stät noch meines Wesens Meister..
Am Grund, den stolz beschritten ich,
Verweilen Wesen, die ich liebe,
Erwarten gute Freunde mich,
Die hoch ich schätze, nie betrübe.
Der Sonnenschein, wie hell und klar!
Ich will, ich will zurück zur Erde,
Zur Erde, die meine Wiege war,ln deren Schooss zu Staub’ ich werde.
0 Erde, Erde, sei gegriisst!
Mein stilles Heim, ich seh’ dich wieder;
Sei, Mutter, Schwestern, seid geküsst,
Dem Wald und Rain nun meine Lieder!
fDeutsoh von F. C. Peterssen.