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Aus China und Japan : Reise-Erinnerungen / Rudolf Lindau
Entstehung
Seite
137
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mexikanische Dollars, englische Kattune und amerikanische Drills unter die einheimische Bevölkerung zu verteilen.

Bald darauf entstand vor dem alten, dunklen chinesischenSchanghai mit seinen kleinen, dicht zusammengepreßten,warmfeuchten Häusern, eine neue, helle europäische Stadt,das „b'oreiAn-LettlemknI", die „Fremdenniederlassung", inderen palastähnlichen, von Gärten und weiten Höfen um-gebenen Gebäuden, junge entschlossene Männer: Engländer,Amerikaner und Deutsche, Wohnung nahmen, um eineThätigkeit zu entwickeln, die die trägen, altmodischenChinesen mit Erstaunen sowohl wie mit Verachtung er-füllte. Einige dreißig Jahre lang, bis gegen 1865, ge-wann das Geschäft in Schanghai stetig an Ausdehnung.Als ich die Stadt im Jahre 1859 kennen lernte, wareninnerhalb der letzten zwölf Monate für 300 MillionenMark europäische und indische Waren dorthin gelangt,dagegen über 75000 Ballen Seide und über 55 MillionenPfund Thee, im Gesamtbetrage von 270 Millionen Mark,von dort nach Europa und Amerika verschifft worden.

Der Nutzen, der bei den Geschäften in Schanghai übrig blieb, war ungemein bedeutend, und nur wenigeder großen Kaufherren, die man in England „Iler-odant-I'rillces" nannte, die Jardine, Matheson L Co.,die Dents, Heards, Reiß, Russells, Gibb Livingstonesan der Spitze, teilten sich darin. Die Vertreter dieserHäuser hielten einen Aufwand für erlaubt, über den einnach der alten Schule gebildeter, besonnener europäischerKaufmann den Kopf geschüttelt haben würde. Zu ihrerEntschuldigung war zu sagen, daß der Nutzen beiden von ihnen ausgeführten Geschäften so bedeutend