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Kleines Lese- und Lehrbuch der schweizerischen Volkswirtschaft / für den Schul- und Selbstunterricht verfasst von A. Furrer
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Körperbaues, teils ihrer Milchergiebigkeit wegen auch imAuslände beliebt, so das Braunvieh (Schwyzer Rasse), dasl-leckvieh des Berner Oberlandes und das Freiburger Fleck-vieh. Viele Tausende von Zucht- und Nutztieren dieser Rassenwerden alljährlich von ausländischen Käufern der Schweiz entführt, in der Meinung, es lasse sich damit anderwärtsder Milchwirtschaft nachhelfen und der Viehschlag verbessern.Die Schweizer Viehzüchter fördern diesen Handel gerne da-durch, dass sie ihr Jungvieh regelmässig auf den Alpensommern lassen, wo gesunde Luft und würziges Futter dieTiere kräftig und hübsch machen.

Im Gegensatz zu diesem Verkauf von Zucht- und Nutz-tieren nach dem Auslande holt die Schweiz in den Nachbar-ländern viel Schlachtvieh, denn bisher haben sich die schweize-rischen Viehzüchter noch nicht genügend auf den inländischenFleischbedarf eingerichtet. Mit Hülfe dieser Einfuhr vonSchlachtvieh können übrigens grosse Quantitäten frischenFleisches nach Paris verkauft werden.

Die hohe Bedeutung der Viehzucht für die schweizerischeVolkswirtschaft ist so allgemein erkannt, dass auch Behördenund Vereine viel zu ihrem Schutze und ihrer Förderung tun.So sind umfassende Maassregeln zur Verhütung von Vieh-seuchen getroffen worden und werden aus Staatsmitteln grosseSummen Geldes zur Prämirung von schönem Vieh (an Aus-stellungen) verabfolgt.

Es ist weiter oben gesagt worden, dass die Viehhaltungmit 62 "/o am Jahreserzeugnis der Landwirtschaft partizipire.Diese 62°/o machen (nach Kraemer) in runder Summe 312Millionen Fr. aus. Hievon ergeben sich etwa 180 MillionenFranken nur für Milch. Es verlohnt sich also wohl, von einer

«Milchwirtschaft » zu sprechen. Man versteht zwardarunter weniger die Gewinnung von Rohmilch, die jährlichüber 15 Millionen Hektoliter beträgt, als vielmehr die Verarbei-tung der Milch zu Butter, Käse u. s. w. Als milchverarbeitendesLand wird nun die Schweiz von keiner anderen Gegend der