I) i e Forstwirtschaft.
(S. Tabelle III.)
Unter Forstwirtschaft versteht man die Pflege und Be-nützung des Waldes. Die Wälder der Schweiz nehmen eineBodenfläche von etwa 7850 Quadratkilometern ein, somit 26 V« 0 / 0des gesamten produktiven Bodens der Schweiz . Ein grosserTeil der Wälder ist Gemeinde-Eigentum; ein anderer Teilgehört einzelnen Personen (Landwirten, Holzhändlern); eindritter Teil ist im Besitze von sog. Genossenschaften undKorporationen, d. i. einer Mehrzahl von Personen; ein vierterTeil im Besitze des Staates (Kanton). Die Gemeinden, Ge-nossenschaften und der Staat überlassen die Besorgung ihrerWälder den besonders hiefür angestellten Personen, derenZahl oben unter „Urproduktion“ angegeben ist.
Die Wälder liefern das Holz zum Bauen, zum Brennen,zum Verfertigen von allerlei Holzwaren, zur Zubereitung desHolzfaserstoffes für die Papierfabrikation. Die Rinde derBäume findet Verwendung in den Gerbereien, die Beeren desWaldes dienen zur Speise und zur Zubereitung von Arzneien.
Aus diesen Gaben des Waldes zieht die Schweiz nachBerechnungen von Fachmännern jährlich brutto rund 40Millionen Franken. Der übrige Nutzen der Wälder ist kaumgeringer, der darin besteht, dass sie die Feuchtigkeit derLuft anziehen und die dem Kulturboden (Aecker, Wiesen,Gärten) so notwendige Häufigkeit des Regens fördern, dasssie die Wucht der Stürme brechen, die Lawinen aufhalten,den nützlichen Vögeln eine sichere Zufluchtsstätte bieten,den erholungsbedürftigen Menschen würzige Luft und küh-lenden Schatten spenden.
Die Wälder sind also von grosser Bedeutung für dieSchweiz und die Vernachlässigung derselben würde sichbitter rächen. Die Vernachlässigung kann ebensowol darinbestehen, dass man die Waldungen zu wenig lichtet,wie darin, dass man beliebig viel Holz fällt oder aus-rodet. Im ersten Falle überwuchert das Gesträuch und