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alle Mühe, es zu bleiben; denn sie ist sich wohl bewusst,dass auch anderwärts mit Aufbietung aller Intelligenz ge-arbeitet wird, dass die Industrie bald überall mächtig empor-schiesst und früher industriearme Länder uns sogar einzuholensuchen.
Beispiele: Die Nordamerikaner waren ehedem für den Bezugvon Taschenuhren und Stickereien fast gänzlich auf die Schweiz angewiesen. Heute exportiren sie selbstverfertigte Uhren nachAustralien und errichten eine Stickerei um die andere.
In Italien sind im Verlaufe der letzten 20 Jahre die Chancenfür die Baumwollspinnerei derart gewachsen, dass sich auchschweizerische Spinner dort etablirten.
Schlimmer als mit der Grossindustrie ist es mit derKleinindustrie bestellt. Diese ist namentlich punkto Formen-schönheit und Technik der Fabrikate vielfach hinter denAnforderungen der Zeit zurückgeblieben und es entgeht des-halb dem schweizerischen Gewerbestand eine Menge vonBestellungen und Arbeiten, die dem fremden Gewerbe zu gutkommen. Die Klagen hierüber erfüllen seit Jahren die Luftund es wird ihnen abzuhelfen gesucht, indem man das Uebelan der Wurzel anfasst, d. h. dem Handwerker eine bessereberufliche Bildung zu geben trachtet.
Die Schweiz hat um so eher nötig, industriell tüchtigzu bleiben, als die Landwirtschaft, wie bereits gezeigt, zurErnährung der Bevölkerung nicht hinreicht.
Handel.
(S. Tabelle VI.)
Diejenigen Personen, deren gewerbsmässige Tätigkeit imAnkauf, Verkauf und Tausch von Gütern besteht, bilden denHandelsstand des Volkes. Somit gehören dahin vor allemdie « Kaufleute »; dann aber auch die im Bankfache, im Ver-sicherungswesen, im Gasthofgewerbe ect. tätigen Personen.
Man unterscheidet Kleinhandel und Grosshandel, Binnen-handel und Aussenhandel, Einfuhrhandel und Ausfuhrhandel