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Der Kredit spielt namentlich im Handel eine hervorragendeRolle und findet seinen Ausdruck besonders dadurch, dassfür verkaufte Ware nicht sofortige Bezahlung gefordertwird, sondern dass sich der Verkäufer mit einem schriftlichenZahlungsversprechen, erfüllbar zu einer gewissen Zeit, be-gnügt. Dadurch wird es einem Kaufmann möglich, einegekaufte Ware wieder zu verkaufen und seinen Gewinn daraufzu erzielen, bevor er für dieselbe selbst Zahlung zu leistenhat. Ein Volk, das vom Kredit weisen Gebrauch macht, ziehtdaraus grosse Vorteile. Die Schweizer zählen zu diesenVölkern: Loyalität des Kaufmannstandes, gute Gesetzgebungin Forderungssachen, unparteiische Rechtsprechung und ge-ordnete öffentliche Zustände reichen sich die Hand, um denRuf eines Volkes als kreditwürdige Nation zu rechtfertigen.
Aber nicht nur der Kaufmann, sondern auch der Land-wirt, der Handwerker, der Fabrikant und alle anderen Stände,sogar die Gemeinwesen machen häufig vom Kredit Gebrauch.Die Befriedigung des Kreditbedürfnisses wird erleichtert durchdie vielen Banken oder Geldinstitute, welche in allen Kan-tonen und im Auslande bestehen und gegen Verschreibungvon Grundstücken, gegen Hinterlage von Wertsachen, gegenBürgschaft, gegen kaufmännische Zahlungsversprechen (Wech-sel etc.), oder auch auf blossen guten Namen hin Geldverabfolgen. Je nach der Deckung oder Sicherheit, welche eineBank für Gelddarleihen verlangt oder nicht verlangt, be-zeichnet man den Kredit als Realkredit (Bodenkredit, Hypo-thekarkredit), oder als Personalkredit (Bürgschaftskredit,Blancokredit, ungedeckter Kredit u. s. w.)
Indem die Banken Kredit gewähren oder vermitteln,kommt ihnen mit Recht die Bezeichnung „Kreditinstitute“ zu.
Die zweite Kapitalart, das Grundkapital, steht vor-wiegend im Dienste der Urproduktion. Soweit es in derBodenkultur angelegt ist, schreibt ihm Professor Kramereinen Geldeswert von 4851 Millionen Franken zu. («Volks-wirtschaft-Lexikon der Schweiz », Seite 275, II. Band.)
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