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Cicero's Tusculanen / übersetzt und erklärt von Dr. Raphael Kühner
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Vorwort.

theilmig des Ciceronianischen Stiles in den philosophischenSchriften dürfen wir daher nicht einen gleichen Maßstab, wiebei den rednerischen Schriften, anlegen und daher auch nichtden Mangel an Abrundnng und Glätte im Ausdrücke undim Periodenbaue für einen aus Unkunde oder Unachtsamkeithervorgegangenen Fehler ansehen. Dem größten Nedekünstlerder Römer würde es ja eine leichte Aufgabe gewesen seinauch diesen Schriften dieselbe vollendete Form der Darstellungzu verleihen, welche wir in feinen Reden und rhetorischen Büchernbewundern. Aber gerade in dieser scheinbaren Kunstlosigkeitzeigt sich der große Künstler und Meister der Rede, der, vonfeinem Takte und scharfem Urtheile geleitet, wohl einsah,daß die erhabene, nach den Regeln der Kunst ausgebildeteRednersprache sich wenig für die einfache Umgangsspracheeigne. Vor Allem bin ich daher bemüht gewesen mich inden Ton und Charakter der Urschrift hin einzufühlen und hin-einzudenkcn, um denselben in der Deutschen Übertragungin einem möglichst treuen Bilde wiederzugeben. Ganz beson-deren Fleiß habe ich aus diesem Grunde darauf gerichtetdie anakoluthifchen Satzfügnngen, die in den philosophischenSchriften Cicero'S und namentlich in den Tusculanen so häufigvorkommen, in entsprechender Form im Deutschen nachzubilden.Denn wenn die Übersetzung solche unregelmäßige Satzver-