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Cicero's Tusculanen / übersetzt und erklärt von Dr. Raphael Kühner
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Einleitung.

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selbe übte ihn vornehmlich in der Dialektik. In seinem achtundzwan-zigsten Lebensjahre begab sich Cicero aus Widerwillen gegen Sulla'sGewaltherrschaft, sowie auch um seine durch angestrengtes Arbeitengeschwächte Gesundheit zu stärken und seine Studien weiter zu verfol-gen, nach Athen , wo er mit dem berühmten und ausgezeichneten Phi-losophen der neueren Akademie, Antiochus, sechs Monate verlebte undunter dessen Leitung mit allem Eifer das zwar nie unterlassene, aberdoch durch seine öffentliche Thätigkeit als Redner vielfach zurückge-drängte Studium der Philosophie erneuerte.. Auch die EpikureerZenound Phädrus hörte er in dieser Zeit fleißig. Nach dem Tode Sulla's (78 vor Chr.) von seinen Freunden nach Rom zurückgerufen, gedachteer sich aufs Neue dem Staatsleben zu widmen. Um sich aber in derBeredsamkeit noch mehr auszubilden, bereiste er zuvor Kleinasien undhörte die damals berühmtesten Redner und Redekünstler. Von Astenging er nach Rhodus , wo er nicht allein die Schule des ausgezeichnetenRedekünstlers Molo besuchte, sondern auch den berühmtesten StoischenPhilosophen damaliger Zeit, Pofidonius, hörte.

Zwei Jahre daraus kehrte er, körperlich gestärkt und mit einergroßen Fülle gründlicherKenntnisse in der Beredsamkeit und der Phi-losophie bereichert, nach Rom zurück, entschlossen seine ganze Wirk-samkeit dem Wohle seines Vaterlandes und seiner Mitbürger zu weihen.Trotz vieler Anfeindungen seiner Feinde gelang es ihm durch seinerastlose und unermüdliche Thätigkeit in kurzer Zeit zu den höchstenEhrenstellen emporzusteigen. Aber so edel und uneigennützig auch seineBestrebungen in seinem öffentlichen Leben waren, so hatte er doch vieleDrangsale zu bestehen. Ja sein unversöhnlicher Feind, der Volks-tribun Clodius, einer der verworfensten Menschen Rom's , brachte esdurch rankevolle Umtriebe dahin, daß der Mann, der wenige Jahrezuvor (63 vor Chr.) durch die Entdeckung der Catilinarischen Ver-schwörung den Staat vom äußersten Verderben gerettet hatte und Vaterdes Vaterlandes genannt worden war, verbannt, seine Häuser nieder-gerissen und verbrannt, seine Güter von seinen Feinden geplündertund geraubt wurden (58 vor Chr.). Die Verbannung, die er zuThessalonika in Macedonien verlebte, schmerzte ihn so tief, daß er dieeines Mannes würdige Haltung und den einem Philosophen geziemen-den Glcichmnth verlor. Durch das Ansehen seiner Freunde und den