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Cicero's Tusculanen / übersetzt und erklärt von Dr. Raphael Kühner
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Achtunddrcißigste« Kapuel.

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glückseliger, weil er im Vaterlande lebte, als Metrodorus, weil er zuAthen lebte? Oder übertraf an Glückseligkeit Plato den Kenokrates,oder Polemo den Arcesilas? Wie hoch aber muß man den Staatachten, aus dem die Guten und Weisen vertrieben werden? So flohDemaratus, der Vater unseres Königs Tarquinius , weil er denZwingherrn Kypselus nicht ertragen konnte, von Korinth nach Tar-quinii, ließ sich daselbst häuslich nieder und zeugte Kinder. Hat eretwa thöricht gehandelt, daß er die Freiheit in der Verbannung derKnechtschaft in der Heimat vorzog?

XXXVIII. 110. Ferner Gemüthsbewegungen, Betrübniß undKummer werden durch Vergessen gelindert, indem das Gemüth zumVergnügen hinübergeleitet wird. Nicht ohne Grund wagte daher Epi-kurus zu sagen, der Weise habe immer mehr Güter, weil er immerVergnügungen genieße. Hieraus wird nach seiner Ansicht das bewiesen,was auch wir suchen, daß der Weise stets glückselig sei. 111. Auchwenn er der Sinne des Sehens und Hörens entbehren müßte?Ja; denn eben dieses verachtet er. Vorerst nämlich jene schrecklicheBlindheit, welcher Vergnügungen entbehrt sie denn? Lehren ja dochEinige auch, die übrigen Vergnügungen hätten ihren Wohnsitz in denSinnen selbst; was aber mit dem Gesichte wahrgenommen werde, dasbestehe nicht in einer angenehmen Empfindung der Augen, so daßdas, was wir schmecken, riechen, betasten, hören, in dem Theileselbst, wo wir den Sinn haben, empfunden wird. Bei den Augengeschieht Nichts der Art; die Seele nimmt die Gegenstände desGesichtssinnes auf. Der Seele aber stehen viele und mannigfache Ge-nüsse zu Gebote, auch wenn nicht daS Sehvermögen hinzugezogen wird.Ich rede nämlich von dem gebildeten und unterrichteten Manne, demDenken Leben ist. Das Denken des Weisen aber zieht zur For-schung nicht leicht den Beistand der Augen hinzu. 112. Denn wenndie Nacht daS glückselige Leben nicht entzieht, warum sollte es einder Nacht ähnlicher Tag entziehen? Jene Worte deS CyrenaikersAntipater sind allerdings etwas unanständig, aber sie enthalten einennicht ungereimten Gedanken. Als nämlich Weiber seine Blindheitbeklagten, sagte er:Was fällt euch ein? Scheint euch etwa dasnächtliche Vergnügen keines zu sein?" Und jener alte Appius, derviele Jahre blind war, ließ es, wie wir aus seinen Staatsämtern

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