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Fünftes Brich.
und seinen Thaten ersehen, bei jenem seinen Unfälle nie, weder inseinem häuslichen noch in seinem öffentlichen Leben, an seiner Pflichtfehlen. Des Gajus Drusus Haus war, wie wir hören, immer vonsolchen, welche sich bei ihm Raths erholen wollten, angefüllt, indemdie, um deren Angelegenheit es sich handelte, ihre eigenen Angele-genheiten nicht sahen und den Blinden zum Führer wählten. Inmeiner Kindheit gab der gewesene Prätor Gnejus Aufidius imSenate seine Stimme ab, entzog sich nicht den sich berathendenFreunden und schrieb eine Römische Geschichte in Griechischer Spracheund hatte in den Wissenschaften einen scharfen Blick.
XXXIX. 113. Der Stoiker DiodotuS lebte blind viele Jahrein unserem Hause. Und dieser Mann beschäftigte sich — es ist kaumglaublich — mit der Philosophie noch weit anhaltender als zuvor,spielte nach der Pythagoreer Weise die Laute und ließ sich Tag undNacht Bücher vorlesen: Beschäftigungen, bei denen er der Augennicht bedurfte; ja er versah, was ohne Augen kaum möglich scheint,Las Amt eines Lehrers in der Geometrie, indem er durch seine Wortedie Lernenden anwies, von wo, wohin und welche Linie sie ziehensollten. Von Asklepiades , einem nicht unberühmten Philosophen ausder Eretrischen Schule, erzählt man, er habe aus die Frage, wasihm die Blindheit zugeführt habe, geantwortet, daß er einen Kna-ben mehr in seiner Begleitung habe ^). Denn sowie selbst die höchsteArmut erträglich sein dürfte, wenn erlaubt wäre, was einigen Grie-chen täglich erlaubt ist?); so könnte auch die Blindheit leicht ertragenwerden, wenn es nicht an Hülfsmitteln zur Unterstützung des körper-lichen Zustandes fehlte. 114. Demokritus konnte nach dem Verlusteseiner Augen freilich Weiß und Schwarz nicht unterscheiden, wohlaber das Gute und Schlechte, das Billige und Unbillige, das Ehr-
t) Er war blind.
Die Reichen und Mächtigen pflegte» beim Ausgehen von Freunden und«»deren Menschen begleitet zu werden. Diese Sitte bezieht Asklepiades scherz-haft auf sich, als ob er auch von einem großen Gefolge begleitet und diesesGefolg durch den Einen Knaben (Sklaven), der ihn führte, vermehrt wor-den sei.
2) Nämlich zu betteln, in Beziehung auf die armen Griechischen Gelehrtenin Rom .