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Cicero's Tusculanen / übersetzt und erklärt von Dr. Raphael Kühner
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Vierzigste« Kapitel.

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bare und Schimpfliche, das Nützliche und Unnützliche, das Großeund Kleine; und ohne die Mannigfaltigkeit der Farben war es ihmgestattet glückselig zu leben, aber nicht ohne die Kenntniß der Dinge.Und dieser Mann glaubte sogar, die Sehkraft der Seele werde durchden Gesichtssinn der Augen behindert, und während Andere oftmalsdas vor den Füßen Liegende nicht sehen, schweifte jener hinaus indie ganze Unendlichkeit, so daß er keine Gränze fand, wo er hättestill stehen können. Auch von Homerus geht die Sage, er sei blindgewesen; aber ein Gemälde sehen wir von ihm, nicht eine Dichtung.Welche Gegend, welche Küste, welcher Ort Griechenlands , welcheErscheinung und Gestalt der Kämpfe, welche Schlachtreihe, welchesRuderwerk, welche Bewegung von Menschen, welche von Thieren istnicht so ausgemalt, daß er, was er selbst nicht sah, uns sehen läßt?Wie nun? Glauben wir, dem Homerus oder irgend einem Gebil-deten habe es je an Seelengenuß und Vergnügen gefehlt? 113. Oderhätten, wenn es sich nicht so verhielte, Anaxagoras oder der ebengenannte Demokritus ihre Ländereien und Erbgüter verlassen und sichdiesem göttlichen Vergnügen des Lernens und Forschens mit ganzerSeele hingegeben? Aus diesem Grunde führen die Dichter den SeherTirefias, den sie als einen Weisen darstellen, nie seine Blindheit be-jammernd ein. Den Polyphemus dagegen stellt Homerus als rohund wild dar und läßt ihn mit seinem Widder sich unterreden unddessen Loos glücklich preisen, weil er hingehen könne, wohin er wolle,und berühren, was er wolle. Ganz recht; denn der Cyklope selbstwar um Nichts gescheiter als jener Widder.

XD. 116. Was die Taubheit aber anlangt, was liegt dennfür ein Uebel in ihr? Harthörig war MarcuS Craffus; aber etwasAnderes war lästiger, daß er nichts Gutes von sich hörte, wiewolnach meinem Dafürhalten mit Unrecht. Die Unsrigen verstehen ge-meiniglich das Griechische nicht, sowie die Griechen das Lateinischenicht. Also sind diese in der Sprache der Anderen und die Anderenin der Sprache jener taub, und wir alle sind in den Sprachen, diewir nicht verstehen, (und ihrer sind unzählige) in der That taub.Aber man hört alsdann die Stimme des Citherspielers nicht. Nuuja, aber auch nicht das knirschende Geräusch einer Säge, wenn siegeschärft wird, oder das Grunzen eines Schweines, wenn eS geschlachtet