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Cicero's Tusculanen / übersetzt und erklärt von Dr. Raphael Kühner
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Fünftes Buch.

wird, noch, wenn man schlafen will, das Getöse des brausendenMeeres. Und wenn man etwa an Gesängen Wohlgefallen findet, somuß man zuerst bedenken, daß vor Erfindung derselben viele Weiseglückselig gelebt haben; dann daß man ein weit größeres Vergnügenaus dem Lesen derselben als aus dem Hören schöpft. 117. Ferner,sowie wir kurz zuvor Blinde zu dem Vergnügen der Ohren hinüber-sührten, so kann man Taube zu dem der Augen hinüberführen.Denn wer mit sich selbst zu reden versteht, wird das Gespräch desAnderen nicht vermissen. Wir wollen den Fall setzen, es werde ausEinen Mann Alles zusammengehäuft, so daß er zu gleicher Zeit desGesichtes und des Gehöres beraubt sei, daß er auch von den hef-tigsten Körperschmerzen bedrängt werden: so reiben diese erstens ge-meiniglich durch sich selbst den Menschen auf; wenn sie aber etwa,obwol sie sich in die Länge ziehen, dennoch heftiger quälen, alsdaß man Grund hat si.e zu ertragen; warum denn, o gute Götter,sollen wir uns abmühen? Es ist ja ein Hafen bereit, weil derTod alsdann eine ewige Zuflucht der Empfindungslosigkeit bietet.Theodorus sprach zu Lysimachus , der ihn mit dem Tode bedrohte:Wahrlich du hast etwas Großes zu Stande gebracht, wenn du dirdie Kraft eines Giftkäfers angeeignet hast!" 118. Paullus erwidertedem Perses, der ihn bat, er möchte ihn nicht im Triumphe aus-führen lassen:Nun, das steht ja in deiner Gewalt." Vieles istam ersten Tage, als wir über den Tod selbst die Untersuchung an-stellten, nicht Weniges auch am folgenden Tage, als vom Schmerzegehandelt wurde, über den Tod gesagt worden, so daß, wenn mandasselbe bei sich beherzigen will, es wol keine Gefahr hat, daß manden Tod nicht für wünschenswerth oder wenigstens für nicht furchtbarhalten sollte.

XIU. Ich wenigstens bin der Ansicht, man müsse im Lebendie Vorschrift bewahren, welche bei den Gastmählern der Griechengilt. Entweder trink oder entferne dich flink '), heißt sie, und mitRecht. Denn entweder mag Einer zugleich mit Anderen das Ver-«nügen des Trinkens genießen, oder um nicht nüchtern in das Unge-stüm der Trunkenen zu gerathen, mag er zuvor sich entfernen. Ebenso

Griechisch: H TlPK» H «NtAt, noch Kern: sauf' oder lauf'!