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Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur / [Grube], [Römer]
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(Besonderer Abdruck aus der Bres lau er Zeitung M 365vom 8. August 1867.)

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8n der Sitzung der naturwissenschaftlichen Section am 17 Juli 1867 sprachHerr Ober-Bergrath Runge über das Vorkommen und die Gewinnungdes Bernsteins im Samlande, sowie dessen Verwerthung.

Von dem bekannten Vorkommen des Bernsteins in den Lehm- und Sand-schichten des norddeutschen Diluviums ausgehend, stellte der Vortragende dem-selben das Vorkommen des Bernsteins in der charakteristischen blauen Erdedes Samlandes gegenüber. Diesen Namen führt eine an Bernstein besondersreiche, 4 bis 20 Fuß mächtige, aus thonig-m Quarzsande bestehende, an Glim-mer, kohligen Theilen und Grünerdekörnchen (Glaukonit) reiche Schicht. Die-selbe gehört zu der unter der samländiichen Braunkohlenbildung in 70 FußFlüchtigkeit auftretenden, durch ihren Glaukonitgehalt ausgezeichneten Glaukonit-Formation, deren Lagerungsverhältnisse und Eigenschaften durch die ausge-zeichneten Arbeiten des Herrn Professor Zaddach in Königsberg in den letztenFohren bekannt geworden sind. Nicht ganz sicher und zweifellos ist bis jetztdos geognostische Niveau dsiser Schicht. Einige Petrefacten (Ostreen, Echiniten,ckne Seekrabbe u. s. w.) weisen auf obercocäne Bildungen hin, während Hai-lüchzähne, ein Saurierzahn, dessen Diagnose Herr Professor Römer auf Er-suchen des Vortragenden einschaltete, und zwei Plychoduszähne an obere Kreided-nken lasten.

Es ist indeß nicht unmöglich, daß derartige, für die Kreideformat'on bezeich-nende Petrefacten in diesen marinen Sandablagcrungen als Geschiebe einge-schlossen sind. Wichtig für die genetische Abstammung dieser Schichten sindewige silurische Geschiebe, welche Gesteinen entsprechen, die an der Nordküstedes finnischen Meerbusens und auf der Insel Oesel anstehen. In dieser Ge-gend sucht Herr Profestor Zaddach daher mit Recht den Standort des unter-