Etwa 40 pCt. des gewonnenen Bernsteins sind endlich wegen ihrer Un-durchsichtigkeit, der Verunreinigung durch die verschiedensten organischen, theilsthierischen, theils pflanzlichen Stosse, theils wegen der Kleinheit der Stückeauch nicht einmal mehr zur Herstellung kleiner Perlen geeignet. Dieses Quan-tum, welches also etwa auf 80,000 Pfund per Jahr sich belaufen würde, wirdnur noch als Räucherungsmittel verwendet, als welches der Bernstein bei ver-schiedenen religiösen Culten benutzt wird; theils wird aus demselben Bern-steinsäure, Bernsteinöl und Bernstein-Colophonium resp. Bernsteinlack dar-gestellt.
Die Bernsteinsäure und das Bernsteinöl werden wohl hauptsächlich in denApotheken zur Darstellung des bernsteinsauren Ammoniaks verwendet; es solldie Bernsteinsäure aber auch in der Färberei und neuerlich auch bei derPhotographie (der sogenannte Schaussische Entwickler) Anwendung gesundenhaben. Der Bernsteinlack eignet sich dagegen ganz ausgezeichnet zum Anstricheiserner Röhren, Thüren, Maschinentheile, Gußwaarcn u. s. w., da er densel-den ein sehr elegantes Aussehen und eine tiesschivarze Farbe verleiht. Eswidersteht aber auch dieser Lack allen Säuren und Salzen und Temperaturend>s zu 250 Grad Celsius. Der Vortragende führte an, daß er auf denDampfschiffen die eisernen Maschinentheile virlfach mit Bernsteinlack ange-strichen gefunden habe und daß er nach den ihm gewordenen Mittheilungenhasse, die Verwendung des Bernsteinlackes in der Industrie werde vielleichtsehr an Ausdehnung gewinnen, wenn derselbe erst mehr bekannt werdeund die Vergleichung mit den Surrogaten und Falsificaten die Vorzüge desechten Bernsteinlackes herausstelle. Es stellt diesen Lack seit einiger Zeit HerrApotheker E. Pfannenschmidt in Elbing in größeren Quantitäten dar, dessenFabrikanlagen der Vortragende besucht hatte. Der Vortragende schloß mit derBemerkung, daß der Bergbau in der blauen Erde sehr bedeutenden, nicht zuunterschätzenden Schwierigkeiten begegne, daß diese Schwierigkeiten indeß dochdicht von der Art seien, um von einem energischen Versuche abzuschrecken.Der Bergbau würde auf einem sehr ausgedehnten Terrain die Bernstein-Aewinnung ermöglichen und wenn er gelingt, sehr bedeutende Güterwerlhe"zeugen können, da bei dem ausgedehnten und sicheren Absatzgebiete für dienächste Zeit an ein Sinken des Preises gar nicht zu denken ist, aber wenndieses auch einträte, die Rentabilität immer eine sehr hohe bleibe.
Hierauf folgte Herr G.suimer Medicinal-Rath Pros. llr. Göppert mitnachstehend auszüglich mitgetheiltem Vortrage über die Abstammung desBernsteins, der durch zahlreiche Exemplare und mikroskopische Demonstra-tionen erläutert wurde: Bereits im Jahre 1836 empfing ich aus einer altenSammlung ein bernsteinreiches, in Schwarzkohle verwandeltes Stämmchen,welches, abgesehen von dem Jnt.r sse als Mutterpflanze des Bernsteins, auchdadurch noch beachtungswerth erschien, daß es einen augenscheinlichen Beweissür die Bildung der Schwarzkohle auf nassem Wege abgab, welche damals"ach zu beweisen war. Als ich eben im Begriff stand, diese und andere Beob-achtungen über den Ursprung des Bernsteins zu veröffentlichen, forderte mich