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Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur / [Grube], [Römer]
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der im Jahre 1850 verstorbene Sanitätsrath Dr. Verendt in Danzig aus,die vegetabilischen Jnclusa seiner Bernsteinsammlung zu beschreiben, welche zuden reichsten ihrer Zeit gehörte. Ich folgte dieser Einladung und so entstandeine im Jahre 1813 erschienene Abhandlung des von ihm projectirten, leiderdurch seinen zu frühen Tod nicht beendigten Werkes, in welchem er selbst dienaturgeschichtlichen und geologischen Verhältnisse des Bernsteins schilderte undich die Beschreibung des Bernsteinbaumes und Beiträge zur Braun-kohlen-Flora Preußens hinzufügte. Die verehrte Familie des hochver-dienten Verstorbenen erachtete es für ein theures Vermächtniß, auch für dieHerausgabe der im Jahre 1850 zur Veröffentlichung bereits vorliegendenAbhandlungen Sorge zu tragen. So wurde 1854 eine von dem bereits einJahr vor Berendt verstorbenen Forstrath Koch bearbeitete Monographieder Crustaceen, Myriapoden, Arachniden und Apteren im Bernstein als2. Abtheilung des I. Bandes (174 S. und 17 Taf. in Folio) veröffentlichtund ihm durch die beigefügten Bemerkungen des ausgezeichneten Forschersund Kenners dieser Thiere, Herrn Oberlehrer Menge, ein noch hervorragen-derer Werth verliehen. 1856 folgten als 2. Band die Hemipteren und Or-thopteren, 48 S. und 4 Taf. in Folio von E. F. Germar in Halle, dieNeuropteren von E. I- Pictet-Baraban und H. Hagen, 80 S. und4 Taf., die Dipteren 1850 von H. Loew sollten den 3. und 4. Band aus-machen. Ueber den augenblicklichen Stand dieser durch ein vortreffliches Pro-gramm 1850 angekündigten Arbeit bin ich nicht unterrichtet. Von HerrnOberlehrer Menge besitzen wir in den Schriften der Danziger naturfor-schenken Gesellschaft, welche sich seit einer langen Reihe von Jahren durch werthvollePublicationen auszeichnet, noch geognostischeBemeikungen über dieUmgegend vonDanzig 1850, dann Lebenszeichen vorweltlicher im Bernstein eingeschlossener Thiere1856; über die Scheerenspinnen, Oll roitiäne, mit besonderer Berücksichtigungder im Bernstein vorkommenden Arten 1858 und Beiträge zur Bernsteinfloramit 1 Tafel. In meinem oben angeführten Werke habe ich die im Bernsteineingeschlossenen Pflanzen von den mir aus den Braunkohlenlagern des Sam-landes bei Rauschen und aus N-dlau bei Danzig mitgetheilten Pflarzenrestensorgfältig aussinandergehalten, weil wir Beide meinten, daß sie nicht in einund dieselbe Vegetationsperiode gehörten. Bonden Bernsteineinschlüssen habensich besonders die Blüthen von Eichen (lZnorcuZ ölozrei imuid) wie auch die zudenselben gehörenden sternförmigen Haare fortdauernd häufig gefunden, des-gleichen die dort beschriebenen Cupressineen, Ericineen, Moose und Schimmel-Arten, viele andere sind freilich uoic-r geblieben, wie unter Anderen einschönes Farnkraut (peooptcris Iluindolckti). Ich habe nicht verfehlt, durchihre B zeichnungen an die Männer Preußens zu erinnern, die sichVerdienste um die Kunde des Bernsteins erwarben, wie Brcyn, Hart-mann, Sendel, Bock, Klein, John, Hagen, Schweigger, Aycke, Klinsmann,Thomas, Berendt, Menge. Die von Herrn Dr. Thomas in der SamländerBraunkohle entdeckten Zap'en (l'inites HomLsiaous) und bituminösen Hölzer,welche ich in den damals für mivcän gehaltenen Braunkohlenlagern Deutsch-lands auffand, veranlaßten mich später, im Jahre 1854, in einer in der