ich bemüht, so viel als möglich »och mehr Material zur näheren Kenntnißder Bernsteinbäume selbst zu erhalten, welches viel häufiger ist, als man ge-wöhnlich annimmt, aber, weil weniger beachtet und erkannt, all-jährlich in zahllosen Exemplaren verloren geht. Die Haupt-sundstätte desselben ist nämlich in dem sogenannten schwarzen Firniß zusuchen, mit welchem Namen man bekanntlich den nur zu Salz-, Oel- und Firniß-bereitung verwendeten Bernstein von schwärzlichgrauer Farbe versteht, welcheraber diese Farbe größtentheils nur Holz-und Rind enre st en verdankt.Die ersteren gehören fast durchweg, wie die mikroskopische Untersuchung zeigt,den Bernstcinbäumen selbst an und haben, ,'abgesehen von Nachmessungetwaiger specifischer Verschiedenheiten, auch ein gew sses statistisches Interesse,indem sie uns Winke über das quantitative Verhältniß der einzelnen Artenliefern. Die Rindenreste zeigen auf ihrer Oberfläche zuweilen noch die Narbender abgefallenen Blattnadeln, aus welchen man auf ihre Beschaffenheit schließenund somit die vielen einzelnen im Bernstein vorkommenden Blätter auf ihreStammarten zurückzuführen vermag. Auf diese Weise gelingt es den Bern-steinbäumen auch, ihren Blättei schmuck zu verleihen, von denen wir schonwissen, daß fie auch hinsichtlich ihrer anatomischen Structur, ihrer Ast- undJahresringebildung unseren jetztweltlichen Nadelhölzern am nächsten stehen,an Harzreichthum sie aber übertrafen. Auf ihrer Rinds wucherten einst zahl-reiche, oft von den gegenwärtigen nicht verschiedene Pilze, Flechten, Laub- undLebermoose, unter ihrem Schutze sproßten mannigfaltige Cupressineen, Erici-neen, welche dem Bernsteinwalde ein gewisses nordisches Aeußere verliehen,dem es aber doch auch durch die Beimischung von immergrünen Eichen undanderen subtropischen und neuholländischcn Formen an Abwechselung nichtfehlte.
Meine Reise gewährte mir nach allen oben angedeuteten Richtungen hinreiche Ausbeute, die ich in Danzig Fräulein Louise Berendt, Hrn. Sanitäts-rath l>r. Abegg, Herrn Director Dr. Bail, Herrn Kaufmann und Bernstein-händler Janzen und insbesondere meinem hochgeehrten Mitarbeiter Hrn. Mengeverdanke. An die Bewohner Preußens ergeht aber die Bitte, meine ebenbesonders den Bernsteinbaum betreffenden Notizen beachten und durch Be-wahrung der dort erwähnten, stets und überall vorkommendenExemplare auch ihrerseits zu weiterer Illustration eines Productes beitragenzu wollen, dessen Ruf sich weit über die Grenzen unserer Geschichte erstreckt.Will man mir das Gesammelte zur wissenschaftlichen Benutzung anvertrauen,so werde ich es dankbar empfangen, und abgesehen von direkter Zusendungwerden die Herren Bail und Menge und in Königsberg Herr Professor0r. Cruse gern bereit sein, es für mich leihweise entgegenzunehmen.
Grube. Römer.