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Parmenides Lehrgedicht : Griechisch & Deutsch ; mit einem Anhang über griechische Thüren und Schlösser / von Hermann Diels
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5
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Andacht die hässlichen Hexameter der fingirten Orakel hersagen.Proclus z. B. urteilt über die Verse desgrossen Parmenides , sie seienmehr Prosa als Poesie (jj.5M.ov tts^ov slvcci SoxsTv rj wonjTtxöv /.v'ov (inParm. I 665 Paris 1864). Ein andermal nennt er ihn (in Tim.

"248 Schn.). P lutarch tadelt die Technik seiner Verse (aTijmwoua, de i - at.aud. 3. 45B). Er meint, er wie Empedokles, Nikander, Theognis hättensich das Metrum als poetisches Vehikel (oyjjua) nur geliehen, um nichtreine Prosa zu geben (Quomodo adul. 2. 16 c). Philo fragt bekümmert,warum Theologen wie Xenophanes u. Parmenides nur so gar kein poeti-sches Genie ( spiritum Musarum, de prov. II 42) entwickelt hätten,und ebenda (II 39) variirt er das Themagute Leute, schlechte Musi-kanten ( optimi quidem viri poetae tarnen non feliccs). Sie hättendoch eigentlich göttliches Genie und himmlische Begabung besitzenmüssen, wenn sie den Anspruch erheben wollten wirklich ideale Poesiezu schaffen (ut poemata vera relinquercnt velut prototijpum perfectum etpulcrum cunctis exemplar). Denselben Ton der Kritik stimmt schonhundert Jahre früher Cicero an: Parmenides , heisst es Ac. II 74,Xenophanes minus honis quamquam versibus, sed tarnen illi versibus.Kurz das spätere Altertum, ist vollkommen einig darin mit einemgewissen wohlwollenden Mitleid auf diese p hilos ophische Dichtereiherabzusehen. Aber freilich diese Harmonie bedeutet nicht allzuviel,wenn man sich daran erinnert, dass diese Kritiker zumeist von Cicero

I und Philo ist das sicher die Gedichte des Parmenides oder Xeno-phanes nie in ihrem Leben in den Händen gehabt haben. N och vie lmehr als bei uns bestand im späteren Altertum die Sitte nicht die| A utoren , sondern über_ die A utoren zu lesen. Die Kunsturteile dermassgebenden alexandrinischen Kritiker werden etwas variirt oderauch wörtlich durch die römischen Jahrhunderte hindurch von Zünf-tigen wie Unzünftigen nachgesprochen. Wir haben also hier einfachdie Frage zu stellen, wer hat diese ungünstige Stimmung über Parme -

! nides und die ungeschickte Vermengung der drei ganz verschiedenenDichtertypen: Xenophanes, Parmenides, Empedokles zu verantworten?Ich glaube nicht fehl zu gehen, wenn ich diese der alexandrinischen undnamentlich auch der römischen Aesthetik widersprechende Verwerfungder alten Didaktik auf Aristoteles zurückführe. Die naive Vorstellung,als ob Verseschmieden mit Dichten identisch sei, die selbst noch imZeitalter der Sophistik ein Mann wie G orgias v ertrat (- r ( v -or/jmv onrccjavxat vW"u> xai ovoix'x'w ko-'ov e^ov-oc pi-pov, Hel. 9) und die mit unwesent-