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Welt eins, das Theologische herrscht in seinem etwas engen Pantheismussogar vor. Bei Parmenides fällt mit der irdischen Welt, deren Wirklich-keit er leugnet, auch das transcendente Gegenstück die Gottheit fort.Es ist doch offenbar Absicht, dass er in seiner ermüdend vorgetragenenCharakteristik des All-Einen den Namen Gottes vermeidet. Er fürchtetedurch Einmischung des den Menschen nie rein fassbaren Gottesbegrilfes diehehre Majestät seines ewigen ’Eov zu gefährden. Daher wol auch diebei einen Hellenen unbegreifliche Schemenhaftigkeit seiner göttlichenGestalten. Er gleicht eher dem nordischen Grübler, der speculirt undrings umher liegt schöne grüne Weide. Und gerade dass die ihn be-herrschende starre Abstraction ihn so gründlich von der poetischen Weideabhalten konnte, beweist, dass er kein Poet war. Denn bei wirklichemDichterberufe schlägt das innere Feuer durch alle Hüllen der Tendenzsiegreich durch, wie denn Lukrez gerade da am hinreissendsten wirkt,wo er an seinem System zum Verräter wird, in der Epiphanie der Venusund der Magna mater. Wie anschaulich ist nun erst bei Dante dasUebersinnliche in die Sphäre der Sinnlichkeit gerückt, so dass von jeherder Stift der Maler zu -wetteifernder Darstellung sich aufgefordert fühlte!Wenn es nun wahr ist, was sich aus dem ganzen Gedichte des Parme-nides ergibt, dass liier die stauneuswürdige Energie der Abstraction unddie Schärfe der Logik keineswegs mit einer ebenso starken und beweg-lichen Phantasie gepaart ist, so steigt ein leiser Zweifel auf, ob jene inder Idee wirklich grossartige Erfindung der Himmelfahrt auf eigenemBoden gewachsen ist.
Es wäre reizvoll di e Gesc hichte der poetischen Vision durch die )Weltlitteratur zu verfolgen, von der Hadesfahrt des thesprotischenOdysseus und der babylonischen Istar bis zu Dantes Komödie undHanneles Himmelfahrt 1 . Es wäre wichtig, damit zu verbinden, was diereligiöse Phantasie der Urvölker in überraschend ähnlicher Weise er-sonnen. Aber das würde die Kräfte des Verfassers und die Grenzen dieserAbhandlung übersteigen. Nicht einmal die griechische Entwickelungkann ich vollständig vorzulegen beabsichtigen von Homer an bis zuTimarion. Ich will vielmehr nur über die nächsten Vorgänger des Parmo-
1 Schützbare Beiträge liefern D’Ancona I preeursori ili Dante (Firenze 187-4) u.(' . Pritsc he Die lateinischen Visionen des Mittelalters bis zur Mitte des 12. Jahrh. (Voll-möllers Rom. Forschungen U 247 III 337). Für das Altcrthum vgl. Rolides Roman260 u. Psyche 381 ff., Dieterichs Nelcyia 128ff-, Ettigs Acherunlica.