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Parmenides Lehrgedicht : Griechisch & Deutsch ; mit einem Anhang über griechische Thüren und Schlösser / von Hermann Diels
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Audi die doppelte Strasse der Wahrheit uud der Irrung, die jenerZweiteilung entspricht, ist in der berühmten Stelle der Werke (287)vorgebildet, wo er der kurzen Strasse der Schlechtigkeit die lange undsteile, die zur dp stt ( führt, in den unendlich oft variirten 1 Versen gegen-iiberstellt.

Ganz besonders wichtig wäre für unsere Frage die_orphische Dichtung,die in dem Jahrhundert vor Parmeuides in üppiger Fülle emporgeschossenist, wenn sie vollständig und authentisch uns überliefert wäre. Leiderist der alten Orphik so wenig und dies wenige ist so wenig zuverlässig,dass für unsere Vergleichung nicht allzuviel abfällt. 2 Kern hat (de theo-goniis S. 52) diese Untersuchung begonnen und später (Archiv f. G. d.Phil. III 173) fortgesetzt ohne viel sicheren Ertrag. Die Ac/.r, -oXu-rtotvo; (1,14) mag daher stammen. Dagegen die otopata Nuxxo;, denendie Sonnenjungfraueu entfliehen (1, 9), haben nur eine entfernte Aehnlich-keit mit der Grotte (avtpov) der No;, vor der Adrasteia mit ehernenKeulen auf Hecken schlägt, damit die Völker des Gesetzes Stimme ver-nehmen. Vielmehr hat Parmenides auch hier Ifesiod vor Augen (Th. 744):Nuxto; o spsßevvTj; otxwc osivä sstvjxsv vscpsX^; xTx.aXuij.uJva xoavs^oi.Auch die weiteren Ausführungen Kerns sind nicht beweisend. Selbstdie Vorstellung von der Gottheit, welche die Seelen abwechselnd insSichtbare und Unsichtbare geleitet (Simpl. 39,20 s. zu fr. 13), ist inder kurzen Fassung des Excerptes nicht ohno weiteres auf Orphischeszurückzuführen. Denn Pa rmenides hat ja auch pythagoreischen Einflussnach sicherer Ueberlieferung erfahren. Einige Termini klingen auOrphiker an, so söa-;(; (s. z. 10,2) und oxstadvifj, der sonderbare Aus-druck für Gestirnring, Gestirnsphäre, der in der ebenso eigentümlichenVerwendung von airpavo; in der Orphischen Goldplatte von Corigliano (I. G. S. E. I. 641,5 xoxXoo o iHnaoiv ßapurrsvbso; ap-fotXzoto (Wieder-geburt), tjispToü 3 srsßav OTT'pavou Ttoai '/ap~aXtu.o'. 0 '. und in denOrphischen Argonautica 761 aonxa o l atstpavo; xal ietyo; spujxvov AiijTieoxaTT'jaivi xat ä'Xasa wiederkehrt. Im allgemeinen ist der Einfluss derorphischen Litteratur nur der für uns fassbarste; in Wirklichkeit müssen

1 S. Dieterich Nekyia 193.

2 Vielleicht geht auf Orphisches manches zurück, was in der späteren Visions-1litteratur an Parmenides erinnert. So im llenochbuch, das auf die Visionen derFolgezeit grossen Einfluss ausgeübt hat, der Feuerkranz um die Kry.stall - Mauer desHimmels (Dillmann H. Sitz. 1892, 1085,7).