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Parmenides Lehrgedicht : Griechisch & Deutsch ; mit einem Anhang über griechische Thüren und Schlösser / von Hermann Diels
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so glaubwürdiger zu machen. So mag es denn mit den meisten Dich-tungen, die auf den Seher Musaios zurückgeführt wurden, ähnlich stehenwie mit denen, die Paus. I 22,7 direct auf Onamakritos bezieht, obwohler dafür wol nur den Anhalt au Ilerodot 7,6 hat, der ihm die bekannteVerfälschung der Orakel der Musaios schuld gibt 1 . Alle diese auf alteProphetennamen gefälschten Werke sind nun für unsere Frage von dergrössten Wichtigkeit, da sie sowohl als selbständige Erzeugnisse wie alsImitation verloren gegangner Littcratur jener Zeit einen unmittelbarenEinblick in die geistigen und künstlerischen Bestrebungen jener Mystikergewähren.

Wir wissen, wie ein Gedicht, das den Titel KotSappot trug, etwaausgesehen haben muss, da uns von Empedokles gleichnamigem Poemzahlreiche Bruchstücke erhalten sind. Es sind Offenbarungen einesPropheten, der des Gottes voll durch die Welt zieht und den bedrängtenSterblichen leibliche und geistige Rettung gewährt. Den Weg dazu bahntdie strenge Befolgung der Ritualvorschriften: die Askese ist es, welcheden Anhängern des Ordens den Himmel öffnet. Es sind das orphischeGedanken bei Empedokles , der doch nur ein später Epigone der wahrenPropheten ist. Echter also muss das Orphische sich noch in denKatharinen des Epimenides ausgesprochen haben, womit die geringenUeberbleibsel dieses Buches stimmen (s. Sitzungsb. a. 0. 39511.). Inunserem Zusammenhänge interessirt vor allem die poetische Einkleidungdieser Offenbarung. Der Ileld erzählt nemlich, wie er sich in der Grottedes Idäischen Zeus zur Incubation hingelegt und dort einen scheinbarJahre und Jahre dauernden Traum erlebt habe. Was er währenddessenim Himmel erlebt, wie er mit den Göttern verkehrt und was diese ihmverkündet, bildete offenbar den Hauptinhalt des Gedichtes.

Wir haben also was die Form betrifft eine Icherzählung vor uns,die wie bei den Nekyien durch den Zwang der Conception geboten istund so auch in der Himmelfahrt des Pannenides wiederkehrt. Wirhaben ferner dem Inhalte nach eine Apokalypse, welche an die be-scheidenen Ansätze des Ilesiodschen Proömiums anknüpft, aber dieschamanistische Entrückung, der Zeit entsprechend, in viel stärkerer Aus-bildung zeigt. Der Grundgedanke des Schamanismus, wie er heutenoch bei vielen mongolischen Stämmen ausgeübt wird, ist, dass die aus

klar.

) Die lieziehung der Katasterismen des Epimenides zu Musaios ist mir nicht