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betrachtet. Schon jetzt dürfen wir also behaupten, der grosse Wurfder Seelenverziiclcung und -Entrückung gehört nicht dem eleatischenRationalismus, sondern dem orphischen Mysticismus an.
Die Entstehung dieser Pseudepimenidea des Onomakritos müssenwir nach Attika verlegen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass dieseMystik ihren fruchtbarsten Boden in Grossgriechenland und Sicilien fand.Die meisten Orphiker, von denen wir Kunde — leider allzuschwache —haben, scheinen aus Unteritalien und Sicilien zu stammen. Im Westenhat der unglaubliche Aufschwung der Colonien, der eine stark materielleRichtung begünstigte, zugleich nach dem Gesetze der Polarität auch denIdealismus in seinen potenzirtesten Formen, Temperanz und Spiritismus,gepflegt und entwickelt. Die Italiotischen und Syrakusischen Tafelfreuden(7. Plat. Br. 326 B) haben ihr Gegenstück im pythagoreischen und empe-dokleischen Vegetarianismus. Auch die glänzende Entwickelung der kin-dischen Diät-Medizin auf italischem (später sicilischem) Boden hängt wmldamit zusammen. Wir müssen uns diese Gegensätze dort so schroff ent-wickelt denken wie im heutigen Nordamerica, dessen Cultur ähnlich er-wachsen ist. Es ist nun interessant zu sehen, wie um die Wende des6. Jahrli. dieser Geist auch in den üppig emporgeschossenen Pflanz-städten Siciliens sich entwickelt, wie neben den Siculae dapes, welche dortzur Erfindung des Kochbuches geführt haben, die geistigen Interessender Wissenschaft und Kunst und daneben die stille Pllanze der Mystikund Temperanz gepflegt wurde. Solches können wir zufällig in Akragas verfolgen (Pindar Ol. II au Theron, Empedokles ), ähnliches ging gewisauch in Syrakus vor. So erscheint in der grossen Liste der hellenischenPropheten bei Klemens Strom. I399P ein Syrakusaner Ilermotimos, vondessen Himmelfahrt Ilerakleides Pontikos erzählt hatte. (Daraus Proclusin R. P. p. 19 Pitra [Spie. Sol. V] und Varro Menipp. fr. 560 Büch.).Ich nehme an, der Romantiker hat diesen Stoff nicht erfunden, sonderneiner alten Apokalypse mit Arabesken nacherzählt. Auf der Jagd, soerzählt er, hatte sich Ilermotimos einst verirrt; er war von seinenWaidgesellen abgekommen und in eine wüste Einöde geraten. Dort saher um die heisse Mittagsstunde, wann die Geister der Unterwelt erscheinen 1 ,
1 S. ltohde Ps. 372 A. Ettig Achemnt. 382. Der Grund ist, dass die Epiphanienin der Siesta sich einstellen. Vgl. Geibels „Mittagszauber“ Werke 3,237 und dasleicht parodische Lied Walters v. d. Vogelweide 94 Lachin. Das Motiv der Verirrungbeim Jagen in der Höllen-Vision des Hugo von Brandenburg bei Yillani HistorieFior. IV 2.