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Parmenides Lehrgedicht : Griechisch & Deutsch ; mit einem Anhang über griechische Thüren und Schlösser / von Hermann Diels
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17
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die Epiphanie Plutons und der Persephone . Ein helles Licht umflossdie göttlichen Gestalten, und durch das Licht hindurch sah er die ganzeWahrheit über das Schicksal der Seelen nach dem Tode in wahrhaftigenBildern (-asav tr ( v -ept iü/tuv äXrjöiiav sv «utö-toic Dsapaciv). Hiernachsollte man annehmen hatte er eine Vision der Unterwelt. Doch führtein anderes Fragment auch in den Himmel. 1 2 Er erblickte ncmlich dortdrei Strassen und drei Thore, die an verschiedenen Stellen des Zodiakosin den Himmel führten. Leider erfahren wir von dieser himmlischenVision nichts, so gern wir wegen des Parmenideischen Himmelsthoresetwas genaueres wissen möchten.

Der Traum spielt in den Götter-Epiphanicn der Hellenen eine grosseRolle und hat in den an vielen Orten seit alter Zeit bewahrten oderneugegründeten Traumorakeln eine besondere, rituelle Ausbildung erhalten.Am meisten Berührung mit der geschilderten Traumverzückung bietetdas berühmte Orakel des Trophonios bei Lebadeia , wo der in diegrausige Höhle Hinabfahrende, nachdem er dem chthonischenNährgottewie Odysseus 3 sein Blutopfer dargebracht hatte, erwartete in der Unter-welt von dem Fürsten der Hölle persönlich empfangen zu werden. AnsTageslicht nach Schrecken, die das Lachen auf Lebenszeit verscheuchten,emporgestiegen, durfte er berichten, was er drunten geschaut und erlebt alsein ctjTa-7£>.os, wie Maximus Tyrius sagt (d. 26). Der Höhepunkt

dieser wie aller Mysterien war das JüY-'svsjDai -<Z oonuovto) (Maximus a. 0.),worin ja auch der Mittelpunkt der Parmenideischen Himmelfahrt liegt.

Das Orakel des Trophonios gab dem Spotte der attischen KomödieAnlass zu manchen Scherzen. So hat Kratinos, der die Mystiker wiedie Freidenker in gleicherweise aufs Korn nahm, diese Schwindelei imTrophonios ausführlich gegeisselt. Mau versteht, warum er in diesem

1 Serv. in Georg. I 34 (Ettig Acher. 347).

2 Mit Teiresias stellt Strabo XVI 672 den Atnphiaraos, Trophonios, Orpheus ,Musaios u. A. zusammen. Pausnnias I 17,5 denkt bei der Totenbeschwörung an dasvexuopavreiov am Acheron im Thesproterland (Herod. V 92), was der "Wahrheit imtieferen Sinne nahe kommt. S. Müller Prol. 363. Maximus Tyrtis erinnert an dasähnliche am Avernersee : ävraöSa 6 oeöixevoc, ü'-fixöpiEvoc, süSdpevos, evrepiov o'-cdyta,ysdpevo; yoi; ivsxaXstto diyy^v ötojot) tiüv -xte'Huv r t cpiXiuv xod aitijJ i-iffza EiotoXovdfrjopov ixk'j v.-A toelv äu-foileyxrixov öt xcd piavrixöv xccl 3jyyEvdpevov y-äpin söeixo ü-ir]XXd--E7'). Auch hier ist das schamanistische Element, das auf alt-bewährtem Ahnencult beruht, unverkennbar. In der Odyssee sind nur noch Rudimenteübrig geblieben.

Diels, ParmeimleH. 2