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Parmenides Lehrgedicht : Griechisch & Deutsch ; mit einem Anhang über griechische Thüren und Schlösser / von Hermann Diels
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Mag nun das Epos von der Sagraschlacht in Kyrene oder anderswo.gedichtet sein, jedenfalls gehört es zu den interessantesten Erscheinungen'dieser Prophetenlitteratur, und wenn ich anders den Kreis dieser Visions-dichtungen richtig abgesteckt habe, ist es zu Lebzeiten des Parraenidesentstanden. Das Mo tiv d er Wagenfahrt könnte ihm bei seinem Proömiumaus der Phormionvisian vorgeschwebt haben. Aber dies Zusammentreffenhalte ich eher für Zufall. Denn bei der Reise nach Sparta konnte fürden Dichter des Phormionepos die Wagenfahrt des Telemachos als Vor-bild dienen. Man braucht daher hierin weder eine Verstärkung der Indicienkyrenäischen Ursprungs zu erblicken, obgleich thatsächlich Kyrene amlängsten den heroischen Streitwagen beibehalten hat, noch hängtParmenidesvon diesem Muster ab. Denn bei ihm ist dies Motiv einfach daraus zu er-klären, dass er zum Aufstieg zur Göttin göttlicher Hilfe bedarf. Wie in derI lias A thene als Lenkerin neben Diomedes tritt ui-"/ 8 sßpoiys cpvjyivo^ «Srnvßptftoauvfi - Ocivrjv yap aysv ftsov ä'vSpa 6 apiaxov (E 837), wie Peisist ratosbei seinem feierlichen Einzuge dieselbe Göttin als ixapotißdxi; neben sichauf dem Wagen hat, wie noch Alexandros in Philadelphos Zug nebenNike und Athene auf dem Wagen steht, so fährt unser Dichterunter dem Geleite der Sonnenjungfrauen himmelan. Das bei Homer aus der Sitte des heroischen Zeitalters in den Olymp übertragene Motivde r Wage n fahrt (vgl. 0 41a) ist in der Lyrik fortgepflanzt und weiterausgeschmiickt worden. So fährt Apollon bei Alkaios (fr. 14) aufseinem Schwanenwagen zu den Hyperboreern, so Aphrodite auf demSperlingsgespann zur Erde (S apph o 1,9), während die Kunst aus begreif-lichen Gründen auch der Aphrodite lieber den Schwanenwagen leiht (Kalk-mann Jahrb. I, 1886, 231 ff.). Das apollinische Gespann ist dann von denDichtern selbst bestiegen worden (s. Kalkmann 233). Bei P indar ist derMusenwagen häufig (Mooaaiov appa u. Aehnliches) zunächst in der ihmgeläufigen Parallele der Poesie und Agonistik, dann rein conventioneil(0. 6,22. 9,81. I. 2,2. 8,62. P. 10,65. S. Wilamowitz Iler. 2 173. Späteresbei DOrville in Mise. Observ. Amstelaed. 1732. I. 3, 441 ff. Hemsterhuys zuLuc. Somn. 15). So geht er in die Epik des fünften Jahrhunders über,wie C hoirilos beginnt: vöv 8 oxs ~o c'vxa Ssoaaxat, eyoosi 3s -si'p'/ta -ziyvon,uaxaxoi (üass opopoo xaxaXsnxopsft oo8s Ttrj saxi 7rav-yj irctnxotGovxct vsoCoys;rlptxa usXacraai. Als ein solcher fteoirspTrxo? erscheint auch Parmenides, zudessen Proömium wir nach dieser Abschweifung zurückkehren.