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Parmenides Lehrgedicht : Griechisch & Deutsch ; mit einem Anhang über griechische Thüren und Schlösser / von Hermann Diels
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der Anfang des Parmcnides mit seiner naiven Iteration unanstössig 1, 1Tttttoi tctt [xs cpspouatv ..3 tpspst..4 xirj '.pspöjxrjV ttj fdp p.s uoXocppaaiotcpspov fitiroi. Das geht nur etwas über die Sorglosigkeit des Epos hinaus,die Lehrs im Anhang des Aristarch lehrreich behandelt hat. Das Buch,das er über diesen Gegenstände fordert ( 2 478) ist noch immer nichtgeschrieben, und ich will es nicht schreiben. Ich will vielmehr auf diehöhere Art der Iteration, die Versteile und Verse zwei, dreimal wieder-holt zeigt, zu sprechen kommen. * 1 Diese Wiederholung ist nicht immerharmlos, sondern oft absichtlich. Diese Absicht ist doppelt, die desEpikers und die des Lehrers. Zum Stile des Epos, überhaupt der naivenErzählungskunst aller Völker gehört die Wiederholung des Inhaltes undder Formeln. Aegyptische wie assyrische Chroniken zeigen dieselbenDubletten wie Catos landwirtschaftlicher Katechismus. 3 Die Repetitionganzer Strophen mit Variation gehört zum Wesen des altfranzösischenEpos und ähnliches findet sich im germanischen, slavischen, finnländischenund wol jedem Volksepos. 3 Die Sitte, das mit Nachdruck Gesprocheneoder das Formelhafte in derselben Fassung zu wiederholen, erklärt sichaus der Eigentümlichkeit des mündlichen Vortrags. Nur so ist es ver-ständlich, dass z. B. die Finnen jeden einzelnen Vers des Kalewala doppeltzu hören wünschen, zuerst von dem Hauptsänger, dann vom Nachsänger.Es spricht sich hierin die naive Freude aus, das Schöne durch Wieder-holung möglichst tief ins Herz zu prägen. In der Lyrik, überhaupt inder Musik erscheint auch uns das Dacapo noch natürlich, obgleich die,Modernd* auch diese Kindlichkeit auszutilgen sucht. Wie bald wird derletzte Rest, das Leitmotiv, dem immer höher geschraubten Geschmackeunerträglich erscheinen!

Eine besondere Rolle spielt die Wiederholung im didaktischen Epos.Der Lehrer wünscht die wichtigsten Sätze unverlierbar dem Ohre ein-

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1 Grundlegend G. Hermann de iteralis ap. Homerum Opp. VIII 14, obgleich ja beiHomer die Sache besonders verwickelt ist. Ueber annominirende Wiederholung beiParmenides vgl. zu 1,22 und 32.

2 v. Bissing De tabula Tuthmosis III (L. 1896) S. 19. E. Ilauler Jahresber. d. k.k. Staatsg. II. Ber. Wien 1895/96.

3 Tobler Z. f. Völkerpsychol. IV 168. Gautier Les dpopies I 3 365. R. MeyerAltgerm. Poesie 338ff. 407 ff. Heinzei Anz. f. D. Altert. XV 156. Miklosich Slav.Volksepos Denkschr. d. W. A. 38 (1890) III, 7; über Island vgl. Döring Progr. d. Nikolaig.(L. 1877) S. 37.