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Band I. Molasseland und Juragebierge.
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Einleitung.

oder der Aufschüttung, die Interglazialzeiten dagegen diejenigen der Talbildung durch Flußerosion.Uns erscheint die Abschleifung des Felsgrundes durch Gletscher als untergeordnete zerteilte Detail-arbeit. Das direkte Aufreißen des Felsgrundes durch Gletscher in Blöcken ist zwar vielfach behauptetworden, allein trotz aller Anstrengungen konnte bisher diese Erscheinung kaum für einige wenigeEinzelsteinstücke halbwegs wahrscheinlich gemacht werden. Es ist offenbar ein sehr seltener Fall,wenn es einmal einem Gletscher gelingt, von einer Ecke seines Untergrundes ein Stück abzureißen— ganz ausgeschlossen also, daß dies als allgemeine bedeutsame Erscheinung auftreten würde. AlleGestaltung frischer Gletscherböden spricht dagegen. (Vgl. auch Forel, Etudes glaciaires, erosionou excavation glaciaire, archives de Geneve, 1910, XXX S. 229.) Die Versuche, eine ungeheureFrostwirkung unter dem Gletscher durch Druckwechsel zu konstruieren (Blümcke und Heß), sindgänzlich gescheitert, weil eben der nötige Druckwechsel fehlt. Das fließende Wasser zusammen mitder Verwitterung hat sich stets wieder als der viel ausdauerndere und viel intensivere Talbildnerherausgestellt. Der Geschiebe- und Schlammtransport der Wildbäche ist sehr viel größer als derSchlammtransport der Gletscherbäche. Das fließende Wasser konzentriert seine Arbeit auf eine Linieund überläßt der Verwitterung die Abschrägung gegen seine Furchen hin. — Der Gletscher aberschützt vor Abwitterung. Die größeren Talformen sind bei vorurteilsfreier Betrachtung fast immertypisch für Wasserarbeit, nur die Kleinformen sind von Gletschererosion beherrscht. Niemals kannich dem Gletscher die Inkonsequenz zumuten, daß er von sich aus scharfe Krümmungen mache odererhalte, scharfe Bergecken und Talkulissen intakt lasse, Einzelberge, die mitten im Talgrunde ihmim Wege stehen, und Bergsturzhaufen nicht wegräume, typische Felserosionsterassen an den Gehängenschone — aber gleichzeitig daneben das Tal um 200 bis 400 m und noch mehr übertieft, die Berge„unterschnitten“ oder das ganze Tal zu 95 oder auch bloß 20 °/o ausgeschliffen habe! Dazu ist erein zu breiter und steifer und zu langsamer ehrlicher Hobler. Am besten überzeugt uns davon einBlick aus großer Höhe über einen großen Teil der Alpen, sei es von beherrschendem Gipfel, sei esaus dem Ballon. Überall sehen wir die charakteristisch aufwärts verzweigten Talfurchen, und dieleichte Konvexität der Gehänge als allgemeine Erscheinung.

So sehr wir voller Achtung den weitblickenden P e n c k sehen Aufstellungen undZusammenfassungen über die Ablagerungen aus den Eiszeiten folgen und seine weit-reichenden fruchtbaren Anregungen bewundern, seine und seiner Schüler Annahmenüber die talauskolkenden Wirkungen der Gletscher erscheinen mir als eine Über-treibung, die weit jenseits der Wahrheit geführt hat. Ich kann nicht folgen undkomme, wie übrigens noch andere Fachgenossen, wieder auf den Standpunkt zurück,den ich in der „Gletscherkunde“ 1885 dargelegt habe. Ich werde es nicht unter-lassen können, im Verlaufe meiner Darlegungen mehr als mir lieb ist und eindring-lich meinen Standpunkt begründen zu müssen. Das endgültige Urteil müssen wirder Zukunft überlassen.

4. Juragebirge.

Peter Merian und Rengger, Thurmann, Gressly, die Jurageologen der Landes-untersuchung, Rollier und Mühlberg.

Im Juragebirge waren von Liebhabern schon lange Zeit Petrefakten ge-sammelt worden. Auf den ersten stratigraphischen Gliederungen durch Peter Merian baute Rengger 1829 auf. Die tektonischen Wiederholungen mit wechselndenFazies erzeugen noch viel Konfusion, indem sie für normale stratigraphische Reihengehalten werden. Einen gewaltigen Fortschritt brachten die systematischen, weit-ausholenden Untersuchungen von Jul. Thurmann (1804—1855), Prof, in Pruntrut ,dessen Essai sur les soulevements jurassiques 1830—1836, Essai d’orographiejurassique 1856 erschienen sind, zum Teil begleitet von ausgezeichneten Karten im