Einleitung.
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Meteoriten erkannten und dem Berner Museum Anzeige machten. Der Meteorit ist aufbewahrt imMuseum von Bern .
Der Meteorit von Chatillens (Tal der Broye, Waadt ) gehört im Gegensatzzum Rafrütifund zu den Steinmeteoriten, und zwar zu den kristallinischen Chondriten;eine poröse, feinkörnige, graue Grundmasse von Silikatkristallen und Nickeleisen-körnern schließt Kügelchen und Kristalle von Olivin und Bronzit ein, sowie isotropePartien, die dem Maskelynit entsprechen. Wie gewöhnlich bei den Sporadosideritenfindet sich eine rauhe, schwärzliche Rinde von 1 / 2 mm Dicke. Der Fund bestehtaus drei Bruchstücken, die aber alle zusammengenommen eine viel kleinere Masse dar-stellen als der Rafrütimeteorit; das Gesamtgewicht ist nur 705 g. Die Dichte ist 3,38.
Die drei Bruchstücke fielen am 30. November 1901 gegen 2 Uhr mittags bei la Chervettaz,i x / 2 km südwestlich von Chatillens im Walde im Tal der Broye; sie wurden sogleich von demForstaufseher Louis Decosterd und drei ihn begleitenden Arbeitern noch warm aufgefunden. DieBahn des Meteoriten ist auf über 7 km Länge wahrgenommen worden. Er wurde zuerst fast gleich-zeitig beobachtet in Etivaz südlich Chateau d’Oex mit Südwestbewegung, in Ollon und im Tale derEaufroide (Ayerne bei Villeneuve ) mit Ostwestrichtung. Dann platzte er über Chatillens bei Oron-Ia-Ville ein erstes Mal mit knatterndem Getöse; hier ist die einzige Stelle der Bahn, wo mit schrillemPfiff gestürzte Bruchstücke des Meteoriten aufgefunden wurden und man den Fall direkt beobachtenkonnte. Der Rest des Meteoriten setzte seinen Flug gegen Moudon und Grandcour fort und teilte sichdabei durch wiederholte Explosionen in verschiedene Stücke, von denen eines über Corcelles-le-Jorat(Kt. Waadt, Bez. Oron), eines über Vulliens (südlich Moudon ) passierte. Die Bahn zeigt also einedeutliche Drehung im Sinne des Uhrzeigers, was vielleicht auf einen Einfluß der Erdrotation schließen läßt.
Übrige Nachrichten.
Neben den beiden genannten, erhaltenen und untersuchten Meteorsteinen besitztdie Schweiz noch verschiedene Nachrichten über Meteoritenfälle, sie sind aber nichtobjektiv durch unzweifelhafte Funde belegt. Schon S c h e u c h z e r erwähnt in seiner„Naturgeschichte der Schweiz “ neben „beobachteten Feuerkugeln“ auch „Stein- undEisenmassen“, deren Niederfallen beobachtet worden ist. Auch einige spätere solcheFälle sind bekannt. Aber alles in allem sind es auch hier wieder auffallend wenige,nur fünf.
Der „Luzerner Drachenstein“ soll 1420 oder 1421 bei Rothenburg, nordwestlich vonLuzern , gefallen und von dem Bauer Stempflin aufgehoben worden sein. Der früher zu Wunderkurenbenutzte Stein ist eine fast vollkommene Kugel von 59—60 mm Durchmesser. Er wurde 1864 vonK. v. Fritsch untersucht und als nicht meteorisch und künstlich geformt erklärt. Die fast homogeneBeschaffenheit und das Fehlen von Eisen weisen nach v. Fritsch auf einen steingutartigen gebranntenTon oder Quarzit oder jaspisartigen Felsit. Die Vermutung liegt nahe, daß eine spätere Ersatz-verwechslung vorliegt und der 1420 oder 1421 gefallene Stein längst verloren gegangen war.
Zwei Steine im Kanton Glarus sind nach Scheuchzer am 6. Oktober 1674 gefallen.
Der Meteorstein von Hinterschwendi bei Walkringen (Kanton Bern ) fiel den18. Mai 1698 zwischen 7 und 8 Uhr abends mit starken, weithin vernommenen Detonationen. Der•schwarze Stein wird vielfach erwähnt, muß aber verloren gegangen sein.
Bei Lugano scheint ein Meteoritenfall am 15. Marz 1826 stattgefunden zu haben. Vondiesem Tage erwähnt Leonhards Taschenbuch nach einer Zeitungsnachricht: „Man sah bei Sonnen-untergang nordwestlich von Lugano ein leuchtendes Meteor, das sich über die Täler des MonteCenere erhob, dann sich plötzlich erdwärts ließ und mit solchem Knall zerplatzte, daß das ganzeTal von Lugano bebte. Aerolithen, die es bei seinem Fallen ausschleuderte, verbreiteten sich aufeine halbe Stunde weit. Eine Dorfkirche, die in beträchtlicher Entfernung stand, wurde so erschüttert,daß die Leuchter vom Altäre fielen“. Weiteres ist nicht bekannt.
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